Einfahrender Zug im S-Bahnhof Alexanderplatz (Bild: dpa/Markus Lange)
Bild: dpa/Markus Lange

Kostenloses Schülerticket in Berlin - Schüler am Stadtrand zahlen weiterhin vollen Preis fürs Ticket

Schüler aus Berlin fahren ab dem 1. August kostenlos öffentlich - allerdings nur, wenn sie eine Berliner Schule besuchen. Stadtrand-Familien, deren Kinder auf eine Brandenburger Schule gehen, müssen weiter Hunderte Euro im Jahr zahlen. Von Laura Kingston

Für Schüler, die am Stadtrand von Berlin wohnen und in Brandenburg zur Schule gehen, wird es kein kostenloses Ticket für Bus, Bahn und Trams geben. Das "Schülerticket AB" vom Verkehrsbund Berlin-Brandenburg (VBB) sei ausschließlich für Schüler an Berliner Schulen, bestätigte die VBB-Sprecherin Elke Krokowski rbb|24 am Mittwoch.

Forderung nach landesübergreifendem Schülerticket

Das findet Annekathrin Martin unfair. Sie ist Elternsprecherin einer Klasse an der Docemos-Privatschule in Neu Zittau - und berichtet in einer Mitteilung von Schülern, die in Müggelheim im Bezirk Treptow-Köpenick wohnen und ins rund sechs Kilometer entfernte Neu Zittau zu Schule pendeln. Dafür zahlten deren Eltern 625 Euro im Jahr - oder fahren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Für die müsse die Schule "zwangsläufig ausreichend Platz" in Form von neuen Parkplätzen einplanen, so Martin.

Die Problematik sei der Senatsverwaltung für Verkehr bekannt, sagt die Elternsprecherin. Sie habe eine entsprechende Anfrage eingereicht. Martin erfuhr, dass sich die Arbeitsgemeinschaft "Tarife" des Senats mit der Frage der länderübergreifenden Schülertickets befasst. Die ist gerade auch dabei, ein länderübergreifendes Sozialticket zu diskutieren. Wann und ob alle Berliner Schüler entlastet werden, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar.

Brandenburg prüft Ausweitung des Tickets

VBB-Sprecherin Krokowski verweist zu dem Thema auf die Brandenburger Politik. Für das neue Schülerticket "Berlin AB" zahle das Land Berlin "Ausgleichsleistungen an die Verkehrsunternehmen". Das könne jedoch nur für das Berliner Stadtgebiet geschehen. Brandenburg prüfe derzeit noch eine Ausdehnung des Tickets auf Gebiete außerhalb Berlins.  

Tarifbereiche im Gebiet der Berliner Verkehrsbetriebe (Quelle: BVG)

Beitrag von Laura Kingston

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

59 Kommentare

  1. 59.

    Schön das ihnen der Exkurs zu der Foto Rezession gefallen hat. Die 1000 Zeichen waren dann schon verbraucht. Die Antwort steht im letzten Absatz "Das könne jedoch nur für das Berliner Stadtgebiet geschehen.". Brandenburg kann dies nur veranlassen. Aber wo ist dann die Grenze? Brandenburg zahlt für Schüler aus Berlin aber nicht für Brandenburger? Zudem ist wenn es um Brandenburger Schüler geht, Sache der Kreise. Also müssen die auch noch eingebunden werden. Na dann viel Spaß.

    "Die Schülerbeförderung ist eine kommunale Selbstverwaltungsaufgabe der Landkreise und kreisfreien Städte und wird von diesen eigenständig wahrgenommen."

    https://mbjs.brandenburg.de/bildung/weitere-themen/schuelerbefoerderung.html

    Ob Anschlussticket C möglich ist, da würde ich mich noch nicht festlegen wollen. Mehr Informationen habe ich auch nicht.

  2. 58.

    Der Senat zahlt eine Ausgleichszahlung an den VBB, um damit Berliner Familien eine "...kostengünstige SCHULWEGFINANZIERUNG..." zu ermöglichen! In Berlin lebenden Kinder, die ein kurzes Stück hinter der Landesgrenze zur Schule gehen, sind davon ausgeschlossen. Auch diese Kinder haben ihren Lebensmittelpunkt in Berlin und müssen dort mobil sein. Das subventionierte Schülerticket AB kann auch in der Freizeit und den Ferien genutzt werden und geht damit weit über eine reine Schulwegfinanzierung hinaus- Zweckfrei und Einkommens-unabhängig wird einem Teil der Berliner Familien damit ein erheblicher finanzieller Vorteil verschafft, während andere Familien (deren Kinder auch in Berlin leben) benachteiligt werden. Alle Berliner Schüler sollten INNERHALB BERLINS (Tarifgebiet AB) kostenlos den ÖPNV nutzen können (was auch Zukunftsweisend wäre), oder die sogenannte Schulwegfinanzierung muss auf Schulwege beschränkt bleiben. Die Differenzierung nach Schulort führt hier zu einer Ungerechtigkeit.

  3. 57.

    Ich stimme Ihnen zu. Wir haben selbige Problematik. Wir wohnen und arbeiten in Berlin. Die Oberschule meines Kindes befindet sich kurz hinter der Stadtgrenze, demnach entfällt das demnächst kostenlose Schülerticket. Das BC Ticket kostet 62,50 € und ABC sogar 76,10 €. Wiederum das VBB Freizeitticket für Schüler kostet 15€, ist aber nur in Verbindung eines Schülertickets gültig. Das bedeutet: ein Berliner Schüler fährt im AB Bereich demnächst kostenfrei und kann für 15€ nahezu das ganze Verkehrsnetz ABC nutzen. Mein Kind, wohnhaft in Berlin, Schüler in Brandenburg, zahlt für Selbiges 76,10 €. Das ist eine große Ungerechtigkeit!! Weicht man auf Einzelfahrscheine aus, wird es noch verrückter. Ein Schüler ab 15 Jahren hat in der Regel keine eigenes Einkommen, ist dennoch Vollzahler eines Einzeltickets bei der BVG, weil der Anspruch auf Ermäßigung erlischt. Da man ja von ausgeht, bei bestehender Schulpflicht hätte der Schüler eben dieses Schülerticket. Aber nicht Stadtrandbewohner!!

  4. 56.

    Unsere Söhne gehen in Berlin zur Schule (Gymnasium mit besonderem Profil), obwohl wir in Brandenburg wohnen, Tarifbereich C, nur 2 Staionen vom Bereich B. Über Jahre konnten wir daher nur das ABC Monatsticket kaufen, mtl pro Kind über 70€. Jetzt bekämen sie zwar das kostenlose Schülerticket, müssen aber trotzdem ein Monatsticket BC dazu kaufen, was auch jeweils über 60€ kostet. Es muss mehr als dringend eine Regelung getroffen werden für alle "grenzüberschreitenden" Schüler.

  5. 55.

    Vielen Dank für den kleinen Exkurs. Könnten Sie bitte erklären, weshalb Berlin für einen Teil seiner Kinder ein AB-Ticket finanziert, welches den Weg zur Schule UND zu den nachmittäglichen Aktivitäten (Sport, Musik, Großeltern, Freunde) kostenfrei ermöglicht, während andere in Berlin wohnende Kinder sich im selben Gebiet nicht kostenfrei bewegen dürfen? Dies wird in den Ausführungen des Senats nicht deutlich. Bisher wurde dazu weder über die Medien noch direkt auf meine Anfrage Stellung genommen.
    Wir fordern als sofortigen Schritt für ALLE Berliner Kinder (der Wohnort ist entscheidend) das kostenfreie AB-Ticket. Im nächsten Schritt gilt es, allen den Schulweg kostenfrei mit dem ÖPNV zu ermöglichen, egal ob sie in Berlin oder Brandenburg wohnen oder in einem der Bundesländer eine Schule besuchen. Es werden im Rahmen der knappen Schulplätze sowohl Bundeslandgrenzen als auch Landkreisgrenzen überschritten, um alle Kinder zu versorgen. Es bedarf einer schnellen Einigung beider Länder.

  6. 54.

    Helmut Krüger ihre Kritik an dem vom RBB gewählten Foto ist sachlich falsch. Das Foto ist nicht bearbeitet. Jeder der ein klein wenig von Architektur und Perspektive versteht, dem ist klar dass das Gleis von dem Standpunkt aus verschwindet und es gar keiner Bearbeitung Bedarf. In Potsdam an der Filmuniversität kann solches übrigens studiert werden. Wenn Sie mir nicht glauben, hier ein Beweis in einem anderen Foto.
    https://www.gettyimages.de/detail/foto/alexanderplatz-s-bahn-mitte-district-stock-fotografie/148916188
    Zum handwerklichen Teil: Das Foto ist eine Langzeitbelichtung. Die Helligkeit finde ich ist recht hoch, aber das ist Geschmacksache und hängt natürlich auch vom Monitor ab.
    Zur Auswahl: Ein Foto von Griebnitzsee wäre falsch. Wieso Griebnitzse der Mehrzahl noch aus anderer Erinnerung bekannt sei, wie Sie meinen erschließt sich mir auch nicht. Ein allgemeines Foto ist besser, da es ja nicht explizit um diesen Bahnhof geht.
    Der Grund warum Berlin nicht zahlt ist im Text

  7. 53.

    Zweck der Ticketaktion sollte die Entlastung der Eltern und die Förderung der Nutzung des ÖPNV sein. Welchen Grund sollte es geben, Schüler aus Berlin und an Berliner Schulen von dieser Regelung auszunehmen? Das ist weder ökologisch noch sozial sinnvoll. Eine schnelle souveräne Korrektur der Regelung muss her!

  8. 52.

    Ach ja!?! Hier wohnen ganz normale Eltern, die in Berlin steuern zahlen. Alleinerziehende wie Wenigverdiener. Warum dürfen Brandenburger Kinder, die in Berlin die Schule besuchen, jetzt kostenlos fahren? Als ob man sich in Berlin die Schule aussuchen könnte! Schonmal die Situation an den weiterführenden Schulen analysiert? Wie viele integrierte Sekundarschulen gibt es denn am Stadtrand? Diese Regelung ist das Allerletzte! Warum wird die Vergabe des Tickets nicht am Wohnort festgemacht? Jetzt können Berliner Schüler nicht einmal in Berlin kostenlos fahren und werden benachteiligt obwohl sie in Berlin leben. Wer hat sich das ausgedacht!?! Wir wohnen übrigens im B-Bereich. Es geht mitnichten um die Verschiebung irgendwelcher C-Bereiche!

  9. 51.

    Nun ja, Stadtgrenze ist nun mal Stadtgrenze. Und wenn Berliner Schüler in den Genuss kommen, dann eben genau in diesen Grenzen.
    Das nun einige Eltern bemängeln, die ihre Kinder auf Privatschulen im Umland schicken, nicht in diesen Genuss kommen, ....
    Letztlich wird immer einer benachteiligt. Die, die auf Privatschulen gehen oder die, die staatliche Schulen besuchen müssen.
    Das aber die Stadt Berlin diesen das Angebot macht, finde ich richtig.
    Und ja, @Tina, wer in Brandenburg wohnt und da zur Schule geht, hat keinen Anspruch auf ein BVG-Ticket - warum auch?

  10. 50.

    Warum soll man sich ,wenn man in der Problematik steckt , nicht auch neue Gedankengänge erlauben dürfen .
    Warum fahren unsere Kinder nicht Rad ? - weil es keine Garantie gibt 365 Tage im Jahr fahren zu können . Und ehrlich gesagt , wer von uns bestreitet einen längeren Fahrweg zur Arbeit mit dem Rad : bei Winter und Wetter , schlechtem Zustand des Radweges , in der Dämmerung durch den Wald und den Rasern auf der Chaussee ausgesetzt ?
    Und zum Thema finanzieller Status : auch die Randgebiete bestehen nicht nur aus selbstfinanzierten Eigenheimen !
    Und abschließend bitte ich zu würdigen ,was einer solchen Pressemitteilung an inhaltlicher Vorarbeit und Recherche vorangegangen ist und welche Ämter in die Thematik involviert wurden.

  11. 49.

    Auch unsere Tochter ist von der Problematik des Schülertickets betroffen . Schmunzelnd habe ich verfolgt , in welche Richtungen die Ausführungen unserer Elternsprecherin ausgelegt werden. Hier geht es nicht „ ums Jammern „ auch nicht darum, sich etwas zu erschleichen ( meine Formulierungen sind absichtlich überspitzt ) - es geht um die Schnittstelle über die sich die Länder Berlin Brandenburg streiten. Das Wort „ Zuständigkeiten“ erlangt dabei einen hohen Stellenwert! Berlin ist der Auffassung das das Land für Anfragen solcher Art nicht der richtige Ansprechpartner ist, da die Kinder in Brandenburg zur Schule gehen und das Ticket für Berliner Kinder gilt , Brandenburg fühlt sich nicht zuständig, da hier der Wohnort der Kinder maßgebend ist . Es gibt also keine klaren Abgrenzungen , die Kinder fallen dementsprechend durch ein Raster. Das gilt es zu klären und dann werden auch weitere Themen zum Abschluss kommen.

  12. 48.

    Wieso Irrsinn? Wenn man den Randbereich zwei Stationen zurückzieht, damit Sie nicht mehr im C Bereich sind, meckern die nächsten ("wir müssen für nur zwei Stationen C Bereich kaufen - Irrsinn!"). Kann man sich auch alles vorher bei der Wohnort- und Schulwahl aussuchen.

  13. 47.

    Aus finanzieller Sicht bereue ich manchmal, zu früh ein Kind in die Welt gesetzt zu haben.
    Mein Kind wächst aus der Krippe: Zack, gibts kostenlose Krippenplätze!
    Mein Kind kommt zur Schule: Zack, gibts kostenlose Kitaplätze
    Mein Kind geht nicht mehr in den Hort: Zack, was soll ich sagen? Hortbetreuung kostenfrei.
    Und wenn in zwei Jahren mein Kond sein Abi in der Tasche hat, könnte es kostenlose zur Schule fahren.
    Es ist manchmal zum Kotzen!
    Aber ich freue mich für die vielen tausend Eltern, die in den Genuss gekommen sind und kommen werden, dass das Großziehen der kleinen Racker preiswerter wird. Wirklich ganz ehrlich. Kotz!!!!!!!!

  14. 46.

    Das "Verzetteln" liegt darin, wenn man bei jeder Regel für alles und jeden versucht, Ausnahmen zu kreieren; diese sind -wenn überhaupt- allzu oft nur mit hohem Zusatzaufwand umsetzbar.
    Ich bin Vater von sieben Kindern (nur der Jüngste ist noch Schüler und profitiert) und selbst in meinem kleinen Familienkreis musste ich sehr früh feststellen, dass es eine für jeden gleiche/gerechte/faire (wie auch immer man das nennen mag) Gleichbehandlung nicht gibt - irgendjemand fühlt sich immer ungerecht behandelt - das ist schade, aber eben Realität.

  15. 45.

    Was jetzt wieder gejammert wird. Jeder, der seine Kinder auf bestimmte Schulen außerhalb, oder wo auch immer, schickt, tut dies aus bestimmten Gründen - aber jetzt dieses Gefasel, "der darf, der darf nicht, ich will aber" usw - nervt einfach.
    Wenn schon alles gratis sein soll, dann bitte auch mit den entsprechenden Konsequenzen - fertig.

  16. 44.

    Für AB reicht nicht der Schülerausweis der Berliner Schule?
    Das es den C-Bereich nur als BC-Auszubi oder ABC-Ticket gibt ist auch ein Problem.
    Unsere "Randkinder" brauchen für 2 Stationen den C-Bereich. Es ist ein Irrsinn.

  17. 43.

    Warum überflüssig? Und warum zwei Bundesländer? Es geht hier um Berliner Kinder.
    Das sie in Brandenburg in die Schule gehen hat doch Gründe! Aber was hat das mit Fairness zu tun, dass einzelne Kinder betroffen sind?
    Und apropo Fainess und 90% der Betroffenen- klar kommt es der Mehrheit zu Gute. Das ist ja auch gut so.
    Wo bitte verzetteln wir uns, wenn wir Gleichberechtigung für unsere Kinder fordern? Wir leben doch in Berlin und unsere Kinder besuchen auch Vereine in Berlin. Wir bezahlen hier Steuer etc.pp. Berliner Schüler können im AB- Bereich auch in ihrer Freizeit fahren wohin und so oft sie wollen. Unsere Kinder erreichen nicht mal eine Schwimmhalle ohne dabei auch noch extra zu bezahlen. Oder Schulausflüge in ein Museum usw. Wo bitte ist das Verzetteln?

  18. 42.

    Die Kinder fahren mit dem Rad, und nutzen natürlich hin und zurück den Radweg, auch wenn sie dabei in Kauf nehmen, von der Polizei abgemahnt zu werden. Aber ich möchte mein Kind ehrlich gesagt nicht auf dieser kurvigen Landstraße bei dem PKW- und LKW-Verkehr mit dem Rad fahren lassen. Wie schon erwähnt, der Radweg wurde gerade erst vor 3 Jahren eröffnet, und mir ist nicht bekannt, dass der jetzt nochmal geändert wird.

  19. 41.

    Wir wohnen in Brandenburg und mein SOhn geht auf eine Berliner Schule. Leider müssen wir trotzdem das AB(C) Ticket komplett Zahlen(lt. Servicemitarbeiter). Gern hätte ich nur das C Ticket dann als Abo bezahlt,aber leider ist das so nicht möglich.

  20. 40.

    Also diese Debatte wegen Unfairness ist m.E. vollkommen überflüssig.
    Irgendwo muss doch bei jeder Regelung eine Begrenzung gemacht werden - so ist das nun mal bei zwei unterschiedlichen Bundesländern, Eine eine 100%ige Fairness für alle kann nie garantiert werden und ich vermute mal, dass die neue Regelung ab August 2019 bestimmt weit über 90% der Betroffenen zugute kommt.
    Genau das ist ein Riesenproblem in Deutschland, dass man es immer allem und jedem recht machen möchte ("bloß keine Benachteiligung für....") und dabei verkennt, dass man sich dabei nur verzettelt.

Das könnte Sie auch interessieren