Solidaritätskorso für Einsatzkräfte am 01.06.2019 am Olympiapark (Quelle: rbb/ Veuskens)
Video: rbb um 6 | 01.06.2019 | Bild: rbb/ Veuskens

Vom Olympiastadion zum Roten Rathaus - Solidaritätskorso für Einsatzkräfte fährt durch Berlin

Mehr als 2.000 Fahrzeuge haben sich an dem Solidaritätskorso für Einsatzkräfte durch Berlin beteiligt - darunter etwa 100 US-Polizeiautos sowie viele historische Feuerwehrfahrzeuge. Die Fahrt hatte einen ernsten Hintergrund: Immer mehr Einsatzkräfte werden Opfer von Gewalt.

"Respekt & Toleranz für unsere Einsatzkräfte": Unter diesem Motto ist am Samstagnachmittag ein Autokorso vom Berliner Olympiastadion über die Straße des 17. Juni bis zum Roten Rathaus gefahren. Organisiert hatte die Aktion der Verein European Police Car Unit (EPCU). Mehr als 2.000 Fahrzeuge, darunter Motorrädern, amerikanischen Autos, US-Polizeiwagen und historische Einsatzfahrzeugen beteiligten sich an dem Solidaritätskorso.

Auf Missstände aufmerksam machen

Zweck der Aktion war es den Veranstaltern zufolge, Polizisten, Feuerwehleuten, Soldaten und Rettungskräften für ihren Einsatz zu danken. "Der Respekt und das Verständnis für Einsatzkräfte sinkt in der Bevölkerung", sagte Ken Bögershausen, Vorstand von EPCU im Vorfeld der Veranstaltung. "Polizisten werden immer öfter angegriffen und selbst bei Rettungsgassen haben Rettungskräfte manchmal Probleme." Der gemeinnützige Verein wolle über die Missstände in der Arbeit der "Helden des Alltags" aufmerksam machen, so Bögershausen.

Das Bundeskriminalamt schreibt in seinem Bundeslagebild 2017 "Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen/ -beamte" [externer Link], dass immer mehr Polizisten Opfer von Gewalt sind. Zwar ist demnach die Zahl der versuchten und vollendeten Gewalttaten gegen Polizisten im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr (rund 36.500) nicht gestiegen, die Anzahl der Beamten, die Opfer von Gewalt geworden sind, aber schon. So registrierte das BKA 3,6 Prozent mehr geschädigte Polizisten, insgesamt rund 74.000 in ganz Deutschland. Wie im Vorjahr haben die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin die höchste Anzahl von registrierten Gewaltaten gegen Vollzugsbeamte pro Einwohner.

Ein solcher Fall passierte beispielsweise in der Nacht zum Dienstag in Berlin-Wedding. Zwei Polizisten wurden von drei Geschwistern durch Faustschläge und Fußtritte verletzt. Erst als eine Beamtin ihre Dienstpistole zog, beruhigten sich die Geschwister.

Solidaritätskorso auch schon 2018

Einen Solidaritätskorso für Einsatzkräfte in Berlin hatte es bereits im Frühjahr letzten Jahres gegeben. Im April 2018 unterstützte der EPCU die Aktion der Berliner Feuerwehr "Berlin brennt". Mit einer Mahnwache vor dem Roten Rathaus hatten Feuerwehrleute damals für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Kurz darauf hatte sich Innensenator Andreas Geisel (SPD) mit den Demonstranten und ihren Gewerkschaften unter anderem auf kürzere Arbeitszeiten, 350 zusätzliche Stellen und neue Fahrzeuge geeinigt.

Kommentar

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29 Kommentare

  1. 29.

    Das hat niemand bestritten.
    Es ging und geht einfach um die angemessene Antwort darauf. Da können eben bestimmten Aktionen auch kontraproduktiv sein.

    Dass Sie die verhaltene Infragestellung einer Aktionsform faktisch als Ignoranz gegenüber Problemen und Grobheiten ansehen, spricht nicht gerade für Aufgeschlossenheit, die auch Feuerwehrleute mitbringen sollten.

  2. 28.

    Es ist schlicht unerträglich wenn ich lese wie man versucht Übergriffe gegen Rettungskräfte klein zu schreiben, schön zu reden, sogar die Schuld bei den Rettungskräften sucht und über die Fehlbarkeit von Menschen spricht. Wir sind hier nicht im Philosophiekurs.
    Wer Notärze, Rettungssanis oder Feuerwehrleute angreift, hat mit aller zur Verfügung stehenden Härte verurteilt zu werden. Gleiches gilt für diese widerwärtigen Gaffer.
    Doch genau hier liegt das Problem. Dieses Klima der Aggression und Respektlosigkeit entsteht nicht über Nacht. Dieses Klima wurde durch verschiedene Faktoren geschaffen. In Berlin wurde im Laufe der letzten Jahre das dissoziale Verhalten zur Selbstverwirklichung erklärt, Straftaten wurden und werden mit lachhaften Strafen geahndet, Polizei und Justiz werden nicht mehr Ernst genommen. Hier aktiv gegenzusteuern ist Jedermanns/Jederfraus Sache.

  3. 27.

    Das Solidaritätskorso ist eine gute Sache, aber auf Dauer hilft nur, wie man so sagt, Butter bei die Fische. Die Tätergruppen müssen beziffert, ausgeleuchtet und benannt werden, damit gezielt auch dagegen vorgegangen werden kann.

  4. 26.

    Ich urteile nach Schilderungen von Polizisten und Feuerwehrmännern in meinem Freundeskreis. Einiges ist Deckungsgleich mit Ihren Äußerungen, einige Dinge nicht. Viele Ihrer Kritikpunkte werden ja auch durch die Medien verbreitet. Das hatte aber nichts mit meiner Frage an Sie zu tun. Denn es mutet schon so an, als wenn Sie verbittert und sehr unmotiviert sind. Wenn dem nicht so ist, umso besser, denn das wäre vlt. hinderlich, den Job weiterhin ausüben zu können. Ich denke da z.b. an so einige Lehrer meiner Kinder, die schon mit Mitte/Ende 40 ausgebrannt sind. Die Probleme mit dem Personalschlüssel im Kontext zum erhöhten Arbeitsaufwand ziehen sich übrigens durch fast alle Branchen, auch das Feilschen müssen um jeden Cent mehr. Ob Schulen, Jugendämter, Polizei oder Feuerwehr, überall muss dringend etwas passieren, bevor wirklich etwas passiert. Ungeachtet dessen würde ich vorschlagen, dass vlt. innerhalb des Ethik-Unterrichts in den Mittelstufen das Thema aufgegriffen wird, nicht alle Schüler haben Elternhäuser, in denen der Respekt vor anderen ausreichend vermittelt und thematisiert wird. Denn der Mangel an Wertschätzung und Respekt den Leistungen anderer gegenüber zieht sich inzwischen durch alle gesellschaftlichen Bereiche.

  5. 25.

    Ein einfaches Beispiel:
    Vor 3 Jahren waren 14 Kollegen im Dienst um alle Fahrzeuge zu besetzen
    Heute ist es die gleiche Anzahl an Fahrzeugen aber nur noch 10 Kollegen, d.h. Einige Fahrzeuge werden gemindert bzw besprungen und die Alarme sind um 15% gestiegen und einen neuen Dienstplan gab es auch.
    Der Senat sagt lapidar ist halt eine Durststrecke.
    Da wird man wohl etwas mürrisch sein dürfen.

  6. 24.

    Herr Krüger und Herr Marquard,

    Ihre Reaktion zeigt, das ihnen der Zustand der Sicherheit in Berlin nicht klar ist. Denn es ist 5 nach 12.
    Täglich ist die Sicherheit an ihrer Grenze ohne etwas besonderes in der Stadt.

  7. 23.

    Herr Marquard,

    Ich mache meinen Job sehr gerne und bin motiviert, genau wie meine Kollegen. Wäre es nicht so, würde alles zusammenbrechen.
    Seit Jahren steigen die Alarmzahlen stetig und das Personal sinkt extrem.
    Vollbesetzte Fahrzeuge gibt es kaum, Fahrzeuge werden besprungen, Anfahrten werden immer länger. Der Senat brauchte über ein Jahr um die Zulage um 6 Euro zu erhöhen. Die Gebäude sind in miserablen Zustand, Fahrzeuge genauso. Aber der Senat lobt sich wie großzügig er uns gegen über uns, Jahrzehnte lang kaputt gespart macht sich bemerkbar.
    Urteilen Sie wie Sie wollen, aber ohne Sachkenntnis ist dies fehlerbehaftet.

  8. 22.

    Vielleicht nur ein schicker „Nick“?^^ Ich habe einen Neffen und einen guten Freund bei der FW. Ja, es wird über die Probleme dort gesprochen, aber nur Schwarzmalerei betreiben sie nicht, würden dann eher den Beruf wechseln, wenn‘s denn gar so furchtbar wäre. In unserem Umfeld haben Feuerwehrmänner ein hohes Ansehen, sie sind irgendwie die letzten Helden der Gesellschaft, die viel erleben und verkraften müssen. @Helmut Krüger/Potsdam: Es scheint Usus zu werden, dass Menschen, die sich kritisch äußern und dadurch unbequem werden, „verjagt“ werden sollen. Zum Thema Radfahren und Reduzierung des Privatverkehrs in Berlin werden andere User auch schon aufgefordert, „auf’s Land“ zu ziehen, wenn sie sich weniger Verkehr, Lärm und Gestank auf den Straßen wünschen. Ist natürlich einfacher, als sich einer Diskussion, sachlich und argumentativ unterlegt, zu stellen, aber leider auch ziemlich kindisch. Ich wünsche mir eine verkehrsberuhigte Stadt und werde definitiv nicht auf’s Land ziehen und Sie kommen bitte so oft nach Berlin wie möglich, Sie sind jederzeit herzlich willkommen :-)

  9. 21.

    Nach welcher Form der Wertschätzung sehnen Sie sich eigentlich so sehr? Seit Monaten nehmen Sie jede Chance wahr, dieses "Sprüchlein" aufzusagen. Sind Sie mit Ihrer Arbeit so unzufrieden? Kriegen Sie nicht genug Anerkennung? Sie sind also "Retter". Feuerwehrmann? Natürlich weiß ich um die Sorgen und Probleme, die die Berliner Feuerwehr hat. Aber so langsam frage ich mich, ob Sie mental dort richtig sind, so wie Sie sich hier oft darstellen. Denn wenn man alles nur negativ und enttäuschend findet, hat man da die Stärke, diesen anspruchsvollen Beruf ertragen zu können? Ich meine das nicht böse und weiß auch nicht, ob mein Kommentar durch geht, wollte aber einfach mal nachhaken. Gute Nacht.

  10. 20.

    "Und jede Aktion, welche uns in den Blickpunkt der Gesellschaft und Politik bringt ist hilfreich."

    Genau das ist wegen der Undifferenziertheit schlichtweg zu kurz gegriffen. Bei allem und ausnahmslos bei allem gibt es eine Abwägung von Zweck und Mittel. Offenbar muss sich nur das Etikett "Lebensretter" angeheftet werden, um sich Kritik zu entziehen.

    Niemand kann frei sein von Kritik, Sie nicht, ich nicht, ein anderer auch nicht.

    Die Grenze zwischen Potsdam und Berlin, seinerzeit ja West-Berlin, wurde schon einmal zugemacht unter dem DDR-deutschen Begriff der Störfreimachung. Jetzt scheint es wieder eine "Störung" zu geben, unter etwas anderen Vorzeichen. Was mich anbelangt: Ich schätze und nutze täglich die prinzipiell hervorragende RE 1-Verbindung nach ...

    ... richtig! - Berlin.

    ;-

  11. 19.

    Ich sehe: Wir reden aneinander vorbei. Sie fühlen sich angegriffen, ich dagegen wollte nur auf etwas aufmerksam machen.
    Sie vermuten Annahmen bei mir, die so nicht zutreffen. Abseits technischer Mittel traue ich vor allem meinen Sinnen.

  12. 18.

    Herr Krüger,

    Bleiben Sie bitte in Potsdam und kommen nicht nach Berlin. Scheinbar haben Sie ein Problem, wofür nichts können. Und jede Aktion, welche uns in den Blickpunkt der Gesellschaft und Politik bringt ist hilfreich. Denn Wertschätzung erfahren wir wenig, insbesondere von der Politik so gut wie nie.

  13. 17.

    Eine Herabwürdigung oder eine Verallgemeinerung ist in diesem Zusammenhang, freundlich ausgedrückt, einfach extrem mies.

  14. 14.

    Coole Aktion!
    Gerade die Feuerwehrhörner haben einen eindrucksvollen Sound.

    Doch ob Müller heute im RR ist?

  15. 13.

    Mein Mann ist seit über 30 Jahren Feuerwehrmann. Trotz aller Probleme mit den Fahrzeugen, der Ausrüstung und dem oft fehlenden Respekt den Einstzkräften gegenüber betont er, dass es viel Anerkennung und Zuspruch gibt. Die Wache hat auch schon mehrmals größere Summen aus Erbschaften erhalten. Er äußert aber auch, dass wenn zu Übergriffen und Beleidigungen kommt, man das seines Erachtens nach keiner bestimmten Bevölkerungsgruppe zuordnen kann. Was er am Schlimmsten findet, sind die Typen, die am Einsarzort gaffen, mit ihren Autos zu dicht an den Einsatzkräften vorbeirasen und Bürger, die ihnen den Job erklären wollen. Und das sind zuhauf Deutsche. Ich wünsche allen Polizisten, Sanitätern und Feuerwehrleuten alles Gute!

  16. 12.

    Also ich kann Bea nur zustimmen und frage mich, was Sie an dem Motto:
    "Respekt & Toleranz für unsere Einsatzkräfte":
    nicht verstanden haben.
    Im übrigen führt der Korso vom Olympiastadion zum roten Rathaus IN BERLIN. Wie sowas in Potsdam gemacht wird, ist Ihr Ding. Wir in Berlin machen das so.
    Und wer was gegen Autokorsos für einen guten Zweck hat, sollte wohl auch gegen blödsinnige Autokorsos durch die Stadt nach einem gewonnenen Fußballspiel haben. Egal in welcher Stadt.
    Ach ja und Stärken und Schwächen findet man auch bei Kommentartoren ;-)

  17. 11.

    Dann lasse ich Sie mal mit Ihrer Meinung stehen. Für Sie ist wohl eher die Seite mit dem Cop Alarm wichtig. Schade. Vermutlich erkennen Sie kein Problem in der Gewalt gegen Retter. Die werden wegen ihrer Eigenschaft als Retter angegriffen. Mal die Links benutzen, die der rbb im Bericht hat. Bin raus aus der Diskussion.

  18. 10.

    Das Thema "Fahrzeuge" haben die Veranstalter selbst ins Spiel gebracht. Weil sie nämlich das wirkliche Thema Sicherheit für so etwas instrumentalisieren. Der von mir genannte Zusammenhang bleibt, dass die Sensibilisierung für ein spezifisches Anliegen nicht mit recht groben Mittel erreicht werden kann.

    Das bewirkt eher das Gegenteil.

    Mir scheint, hier wird den Rettungskräften wieder einmal ein Unfehlbarkeitsanspruch zugeschrieben. Was niemals war, niemals ist und niemals sein wird. Einfach aus dem Grunde, weil es genau wie alle anderen Menschen mit Stärken und Schwächen sind. Letztgenanntes muss gerade in diesem Bereich benannt werden.

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