Radfahrer sind auf der Autobahn A115 AVUS in Richtung Funkturm. Die Autobahn war zur alljährlichen Fahrrad-Sternfahrt für den Verkehr komplett gesperrt. (Quelle: dpa/Michael Kappeler)
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Video: rbb|24 | 02.06.2019 | Material: rbb|24, Abendschau | Bild: dpa/Michael Kappeler

ADFC-Sternfahrt in Berlin - Zehntausende Radfahrer fordern mehr Platz für Fahrräder

Für eine Verkehrswende haben sich am Sonntag trotz großer Hitze zehntausende Menschen in Berlin aufs Rad geschwungen. Bei der ADFC-Sternfahrt forderten sie unter dem Motto #MehrPlatzFürsRad eine Infrastruktur, die nicht mehr vorrangig auf Autos ausgerichtet ist.

In Berlin und Brandenburg haben Zehntausende Radfahrer seit dem Morgen für eine Verkehrswende demonstriert. Unter dem Motto #MehrPlatzFürsRad forderten sie von Politik und Verwaltung, die Verkehrswende anzupacken - mit mehr Platz fürs Rad statt einer Infrastruktur, die vor allem für Autos geplant werde.

Nach Angaben des Veranstalters, des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), beteiligten sich etwa 90.000 Menschen. Die Polizei geht von wesentlich weniger Teilnehmern aus, ein Sprecher sagte gegenüber rbb|24, es hätten "deutlich unter 30.000" Menschen teilgenommen. Angemeldet waren 250.000 Teilnehmer. "Es ist sehr heiß, da sind einige vielleicht lieber am See als auf der Straße", erklärte ein ADFC-Sprecher. In Berlin wurden am Mittag rund 30 Grad gemessen.

Die Teilnehmer fuhren auf 19 Routen zum Großen Stern im Berliner Tiergarten, auch über die Stadtautobahn und die Avus. Zudem wurden zahlreiche weitere Straßen bis zum Nachmittag für den normalen Verkehr gesperrt. Auch Fußgänger konnten die Strecken in der Zeit nicht kreuzen. Da viele Routen ihren Startpunkt in Brandenburg hatten, waren auch dort am Vormittag zahlreiche Bundes- und Landstraßen gesperrt.

Auch viele Kinder fuhren mit

Die Sternfahrt gibt es bereits seit 1977, sie hat seit Jahren immer mehr Zulauf. Der ADFC fordert mit der Aktion eine Umverteilung von Flächen im Straßenland zu Gunsten des Radverkehrs. Allein im vergangenen Jahr sei der Radverkehr in Berlin um rund neun Prozent gewachsen, heißt es in dem Aufruf zur diesjährigen Demo.

Erwartet wurden auf der 1.000 km langen Gesamtstrecke Radfahrer aus ganz Europa. Schon in der Nacht starteten die ersten Radler in Leipzig und dem polnischen Stettin, wie der Sprecher sagte. 19 Routen führten aus Berlin und Brandenburg zur Siegessäule in der Hauptstadt. Darunter war auch eine kürzere Kinderroute ab dem S-Bahnhof Jannowitzbrücke. Am Großen Stern fuhren Tausende Radfahrer ab dem frühen Nachmittag im Kreis um die Siegessäule.

Über die Zahl der Teilnehmer gibt es jedes Jahr unterschiedliche Angaben. Die Polizei schätzt meist zwischen 20.000 und 30 000 Fahrradfahrer. Der ADFC spricht in der Regel von 100.000 Teilnehmern und erklärt die Veranstaltung zur "größten Fahrraddemo der Welt".

Sendung: Abendschau, 02.06.2019, 19:30 Uhr

Kommentarfunktion am 03.06.2019, 17:30 Uhr geschlossen

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196 Kommentare

  1. 196.

    Das gibt es bis jetzt. Wer Kinder hat, weiß das. Die Verkehrsschule bei uns liegt in einer verkehrsberuhigten Zone. Mindestens die Hälfte der Autos fliegt aber durch die kleine Strasse. Ist ja keiner da, der's sieht;-) Schrecklich miese Vorbilder. Aber will ja nie einer gewesen sein. Macht aber mit Fahrtraing und Schilder lernen usw. keinen Sinn, wenn Autofahrer abgelenkt oder zu schnell unterwegs sind. Da hilft dem Kind kein Training der Welt. Das Klischee des "Mama-Taxis" ist inzwischen arg überstrapaziert. Mag es alles geben, ist aber nicht überall Standard. Bitte nicht alle über einen Kamm scheren. Danke.

  2. 195.

    In den 60 und 70er Jahren hat die Deutsche Verkehrwacht das in Grundschulen gemacht.
    Das war ein Fahrsicherheitstraining für 9 -10 jährigen. Man musste um zu bestehen wichtiges aus der Straßenverkehrsordnung können, wurde über Gefahren aufgeklärt und mußte seine Geschicklichkeit beweisen. Wir waren auch richt stolz wie Bolle mit som Zettel in der Hand.
    Mama-Taxi gab es nicht und wir sind zur Schule geradelt. Ohne Helm aber mit dem Wissen das LKW-Fahre hinten nix sehen, seitlich ausscheren und es nicht erlaubt ist links zu überholen.
    Damals waren mehr Kids täglich auf der Straße.

    Ich wäre als wieder für solche Schulungen.
    Noch ein Punkt nicht jeder Autofahrer wohnt in eine Großstadt. Und bedenkt bis du einmal arbeitslos bist du verpflichtet einen Job mit bis zu 3 Std. Fahrzeit anzunehmen.

  3. 194.

    Was mich viel mehr stört ist der Fakt, dass es zwar auf hasserfüllte Empörung stösst, dass "die Radfahrer" angeblich so gepampert werden, aber keiner der Autofahrer auch nur einen einzigen brauchbaren Vorschlag hat, was sonst zu tun wäre. Weil so weitergehen kann es nicht, Berlin kollabiert bald. Ergo muss dem Bürger der Umstieg auf's Rad oder in die Öffentlichen schmackhaft gemacht werden. Wie soll es sonst gehen? Hat jemand eine bessere Idee? Eine einzige? Nur auf das Lieblingskind Auto zu beharren und in aggressive Panik auszubrechen, weil vlt. City-Maut und mehr 30-Zonen drohen, ändert nichts daran, dass Berlin im Verkehr erstickt. Und diejenigen, die dem schon entgegenwirken, kriegen hier den puren Hass zu spüren. Ist schon echt ulkig, wie wir Menschen so sind. Aber egal wie, die goldene Autofahrer-Epoche ist bald vorbei. So oder so. Lasst die Leute pöbeln, bald brauchen sie ihre Kraft für's Radeln oder Laufen :-D

  4. 192.

    Man braucht nicht Platz für "Fahrräder", sondern für Radfahrer.
    Merkwürdig entmenschlichende Überschrift.

  5. 191.

    Warum ernninern mich alle "Argumente" der Pro Autofahren Fraktion hier an kleine Kinder, die sich an der Kasse zu Boden werfen und herumheulen warum sie nicht noch mehr Süßigkeiten bekommen.

    Da wird gedroht, gequengelt, beleidigt und mit solchen schwachsinnigen "Argumenten" ein Besitzstand verteidigt dass man nicht weiß ob man lachen oder weinen soll.

  6. 190.

    Zum einen, die Sternfahrt findet IMMER am ersten Juni Sonntag statt, sie hatten alsi ein Jahr Zeit sich darauf vorzubereiten.

    "Es ist eine Supersauerei, alle aufs Fahrrad oder in den ÖPNV zwingen zu wollen. " Wer zwingt sie?

    "Es kann nicht sein, dass eine Minderheit der Mehrheit ihren Willen aufdrückt."

    Stimmt und deswegen fordert die Mehrheit der Berliner, die kein Auto besitzen, die Minderheit auf sich an den Kosten, die sie verursachen, zu beteiligen. Sei es mit einer Maut oder mit Parkgebühren.

    Aber wenn man in der Schule nur klatschen und singen hatte... *augenroll*



  7. 189.

    Mir zu unterstellen ich hätte etwas geklaut ist eine Unverschämtheit. Sie können ja ihre Meinung zu dem Thema haben aber ihre Unterstellungen sollten sie unterlassen. Hier wäre auch mal rbb 24 gefragt warum solche Texte wie von Immanuel veröffentlicht werden. Noch einmal zum Verstehen: ich habe nix abgeschrieben, verändert oder ähnliches!

  8. 187.

    Ja, deswegen zahlen auch Radfahrer und Fußgänger Steuern. Es ist ein nicht totzukriegendes Ammenmärchen, dass Straßen ausschließlich von der Kfz-Steuer finanziert würden. Da die in Deutschland viel zu niedrig ist, würde das auch nicht reichen. Und Radfahrer zahlen natürlich keine extra Steuer, weil sie weder etwas verschleißen, noch die Umwelt belasten etc. Möchte mal das Geheule von den autofahrenden Hexenjägern hören, wenn die auch noch im Auto hocken würden. Dann wär der Kollaps schon längst da. Hört auf Euch zu beschweren, ist doch nur das schlechte Gewissen, dass Ihr auf Kosten der Allgemeinheit Eure Bequemlichkeit auslebt. Have a nice day everybody :-)

  9. 186.

    Wir „müssen“ was bitte? Und das bestimmen Sie? Das ist schon ziemlich frech, was Sie da absondern. Ihr Feindbild steht aber, soviel steht fest. Anstatt dass Sie erkennen, dass dieser ewige Krampf der Autofahrer gegen die Radfahrer und umgekehrt die Verkehrssituation noch zusätzlich belastet, hauen Sie solche völlig unangemessenen Forderungen raus. Was sind Sie eigentlich bereit zu tun, um die Verkehrssituation zu entlasten? Es ist ja kein Wunder, dass die gesellschaftliche Stimmung immer schlechter und niveauloser wird. Als wenn man nur drauf lauert, dem Anderen einen reinzukloppen. Im Übrigen bin ich Mitte 60, noch berufstätig, habe Rheuma und Asthma. Und fahre mit dem Rad zur Arbeit, ins Schwimmbad und meist auch zum Einkaufen. Was Sie nicht ganz verstehen ist: statt dankbar zu sein, dass wir doofen Radfahrer nicht auch noch die Staus vergrößern, weil wir auch für jede Kleinigkeit egoistisch Auto fahren könnten, werden wir hier angegangen, als wenn Menschen wie Sie nur auf den Startschuss gewartet haben, einen Shitstorm nach dem Anderen ablassen zu können. Das gehört sich nicht. Aber die Anonymität macht‘s möglich. Statt Hass bitte runter vom Gas. Danke!

  10. 185.

    Nur Kraftfahrzeuge *müssen* eine Halftpflicht haben, Radfahrer und Fußgänger aber nicht.

  11. 184.

    Der ÖPNV ist für die grosse Mehrheit der Radfahrer die Alternative bei kühlem oder feuchtem Wetter. Nur wenige wie Herr Kirchner nutzen dann für die kurzen Wege im Kiez stattdessen den eigenen PKW.

    Insgesamt werden hier in Berlin prozentual weniger Wege mit dem PKW zurückgelegt als in Kopenhagen, innerhalb des Ringes sogar weniger als in Amsterdam. Ein Kopenhagener Radfahrer fährt dabei nichtmals halb so weit wie ein Berliner PKW- oder ÖPNV-Nutzer und dabei ein zwei Bushaltestellen weiter wie ein Berliner Radfahrer. Dort wird gerade die U-Bahn massiv ausgebaut. Die Zahl derjenigen, die mit dem Rad zur Arbeit fahren, nahm innerhalb von drei Jahren deutlich ab. Die Zahlen kennt auch der ADFC. Er geht aber lieber nur den %-Anteil des Radverkehrs laut hausieren. Sonst bräche das Verkehrswendekartenhaus der Radlobby zusammen.

  12. 183.

    Grüne Welle für welche Radfahrer? Für die ältere Person auf dem Rad mit Tiefeinstieg, den jungen Lastenradfahrer oder dem Nutzer eines mit laut BR 60%-iger Wahrscheinlichkeit frisierten Pedelecs?

  13. 182.

    Ein Radfahrer, 02.06.2019 | 21:46 Uhr:
    "Dann sagen sie bitte aber auch den Millionen Menschen die in der Autoindustrie, Zulieferer, Werkstätten, TÜV, Transport, Lieferservice, Handwerker usw. beschäftigt sind womit sie ihre Familien ernähren sollen. Oder wollen sie ein paar Millionen Arbeitslose noch dazu haben? Nicht zu vergessen die Milliarden an Steuereinnahmen ..."

    Dieses Argument habe ich schon mal irgendwo gehört. Richtig, Sie haben es bei der Waffen- und Tabak-Lobby geklaut, denn dort heißt es auch sehr überzeugend:

    "Dann sagen sie bitte aber auch den Millionen Menschen die in der Waffen-/Tabakindustrie, Zulieferer, Werkstätten, TÜV, Transport, Lieferservice, Handwerker usw. beschäftigt sind womit sie ihre Familien ernähren sollen. Oder wollen sie ein paar Millionen Arbeitslose noch dazu haben? Nicht zu vergessen die Milliarden an Umsatzsteuer-/Tabaksteuereinnahmen."

    Sehr überzeugend! Es lebe die Waffen-, Tabak- und Autoindustrie!

  14. 181.

    Berlinerin..., Berlin, Sonntag, 02.06.2019 | 20:57 Uhr
    "wie wäre es...dass alle Radfahrer eine Hapfpflichtversicherung haben müssen....oder/ und auch eine Kennzeichnung...damit die Radfahrer auch in die Pflicht genommen werden können!! Es sind nicht nur die " guten Radfahrer" unterwegs!!"

    Dann aber bitte konsequent: Haftpflichtversicherungs- und Kennezeichenpflicht auch für Fußgänger, denn: Es sind nicht nur die "guten Fußgänger" unterwegs!!

    Berlinerin..., Berlin, Sonntag, 02.06.2019 | 20:57 Uhr:
    "Radfahrwege...gut und schön....aber wer finanziert das alles??? Von unseren Autosteuern und von der Parkraumbewirtschaftung...!! Prima...."

    Von welchen Autosteuern???

    Die Allgemeinheit zahlt die infrastruktur. Die Kfz-Steuer deckt nur einen kleinen Bruchteil der Autokosten, Alle - Autofahrer und Nichtautofahrer - zahlen also für die Straßen und nicht umgekehrt! Hier wird nicht der Autofahrer abgezockt, sondern die Allgemeinheit für die Minderheit der Autofahrer!

  15. 180.

    Thilo, Sonntag, 02.06.2019 | 18:37 Uhr:
    "Antwort auf [Dinz] vom 02.06.2019 um 18:24
    "Niemand verteufelt Autofahrer"
    nein? was suchen dann die Demo-Radler auf der AVUS?"

    Radfahren - einmal im Jahr ohne Kopfsteinpflaster und störende Autos.

    Jeden Tag Autodemo auf der AVUS ist doch auf Dauer langweilig.
    einmal im Jahr auf der AVUS Fahrradfahren ist doch eine schöne Abwechslung.

  16. 179.

    Ein Radfahrer, Schönefeld, Sonntag, 02.06.2019 | 17:34 Uhr:
    "Also für die Radfahrer setzt sich der ADFC ein und fordert und fordert usw.! Wo ist eigentlich der ADAC und fordert mal etwas für die Autofahrer wie z.B. eine grüne Welle wo dies möglich ist."

    Lesen Sie keine Medien??? Der ADAC fordert doch ständig etwas für Autofahrer.

    Ein Radfahrer, Schönefeld, Sonntag, 02.06.2019 | 17:34 Uhr:
    "Dadurch könnten vielleicht Staus und Luftverschmutzung im Sinne aller Bewohner vermieden werden."

    Zuviele Autos enden immer im Stau. Da gibt es kein Allheilmittel, es sei denn, wir bauen alle Straßen in Autobahnen und alle Grundstücke zu Parkplätzen um.

    Ein Radfahrer, Schönefeld, Sonntag, 02.06.2019 | 17:34 Uhr:
    "Da in und um die Stadt herum eine beträchtliche Anzahl der Bürger ihren PKW täglich brauchen wäre vielleicht mal eine Auto Demo von nutzen!"

    Aber diese Auto-Demo gibt es doch TÄGLICH in Berlin im Berufsverkehr.

  17. 178.

    M. Stolpe, Luckenwalde, Sonntag, 02.06.2019 | 17:18 Uhr:
    "Radfahrer sind für den Verkehrsfluss einfach nur behindernd, wird Zeit dass sie wieder auf den Gehweg fahren dürfen, mang den Kleinkindern."

    Das größte Hindernis für den Autoverkehr ist der Autoveerkehr. Auch ohne Radfahrer würde der Autoverkehr im Stau steckenbleiben. Aber ohne Autos gäbe es keine Staus im Radverkehr.

  18. 177.

    Kerstin, Berlin, Sonntag, 02.06.2019 | 17:14 Uhr:
    "Ich habe grundsätzlich nichts gegen Radfahrer - wenn sie sich denn genau so an die Verkehrsregeln halten würden wie andere Verkehrsteilnehmer denn auch!"

    Aber das machen sie doch!

    Radfahrer halten sich genauso wenig an alle Regeln wie Fußgänger und Autofahrer.

    Dass sich alle Fußgänger und Autofahrer an alle Regeln halten und nur die bösen Radfahrer alle regeln brechen ist Unsinn!

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