Symbolbild: Ornithologen zaehlen Voegel (Quelle: dpa/Schols)
Bild: dpa/Schols

Mitmach-Aktion des Naturschutzbunds - Eine Stunde Vögel zählen in Gärten und Parks

Welche Vogelarten leben in Gärten und Parks in Berlin und Brandenburg? Das wollen jährlich die Naturschützer wissen und rufen auch in diesem Frühling zur Vogelzählung "Stunde der Gartenvögel" auf. Vom 10. Mai bis 12. Mai solle jeder eine Stunde lang Vögel beobachten, sie zählen und melden, teilten die Landesverbände des Naturschutzbunds (Nabu) Berlin und Brandenburg mit. Hintergrund der Aufforderung, eine Stunde lang zu beobachten, sei die bessere Vergleichbarkeit der Daten, wenn jeder die gleiche Zeitspanne lang beobachte, erklärte Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Der Nabu hat auf seiner Webseite ein Formular eingerichtet. Darin trägt der Beobachter die entdeckten Vögel mit Namen ein und schickt sie dann an die Naturschützer. Man kann auch einen Flyer mit dem Formular herunterladen oder es über die Geschäftsstellen erhalten. Lachmann rät auch, ein Vogelbuch in der Nähe zu haben, um zu vergleichen.

Mauersegler und Mehlschwalben bedroht

Der am häufigsten vorkommende Vogel ist nach Angaben des Naturschutzbundes der Sperling, volkstümlich auch Spatz genannt. Auch Amsel und Meise gebe es in großer Zahl. Das war auch das Ergebnis in Berlin und Brandenburg der Zählung im vergangenen Jahr. 

Allerdings gibt es nach Angaben von Lachmann auch Sorgenkinder wie Gebäudebrüter und Insekten fressende Vögel. Dazu gehörten Mauersegler und Mehlschwalben. "Diese finden durch das Insektensterben immer weniger Nahrung und durch Gebäudesanierungen auch immer weniger Wohnraum", sagte der Vogelexperte. Dabei gelte, dass es den Vögeln in den Siedlungsräumen von Menschen besser gehe, als denen in der offenen Landschaft. Die Gärten und Parks böten vielfältigere Lebensräume.

Nabu: Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion

Im vergangenen Jahr hatten in Berlin 1.700 Vogelfreunde 36.600 Vögel in 1.130 Gärten, auf Exkursionen, bei Spaziergängen und im Park beobachtet, so der Nabu. In Brandenburg zählten 2.450 Personen bei der "Stunde der Gartenvögel" mit.

Bundesweit waren fast 57.000 Aktive dabei und haben Ergebnisse aus mehr als 37.000 Gärten gemeldet. Gemeinsam mit der "Stunde der Wintervögel" handelt es sich damit nach Nabu-Angaben um Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.05.2019, 5:00 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Schon am 1. Tag der Vogelzählung gibt NABU bekannt, dass Mauersegler 'herbe Verluste' erleiden. Die Wetterlage am Freitag hat aber dafür gesorgt, dass Mauersegler ihre Nahrung in größeren Höhen oder in insektenträchtigen Feuchtgebieten suchen, wo sie sich den Blicken an den Zählorten entziehen. Für eine belastbare Aussage zu Bestandstrends braucht man Standards, anhand derer Daten erhoben und ausgewertet werden und die die Erfassungen verschiedener Kartierer an verschiedenen Orten, bei verschiedenem Wetter, mit unt. bzw. keiner Artenkenntnis überhaupt miteinander vergleichbar machen. Haussperlinge werden nur so oft gezählt, weil sie immer in Gruppen und der Nähe des Menschen auftreten im Unterschied zu Vögeln wie zB Buchfinken, die still in der Baumkrone sitzen. Sie gehören auch zu den Gebäudebrütern und stehen in Deutschland auf der Vorwarnliste und in HH auf der Roten Liste. Als Spass an der Sache ist die NABU Zählung ok, aber als Bestandsaussage kontraproduktiv.

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