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Welt-Bienentag - 10 Dinge, die Sie für Bienen tun können

Wussten Sie, dass Sie Honiggläser immer gut auswaschen sollten, bevor sie ins Altglas kommen? Und dass Bienen auf einem Balkon voller Geranien keinen Tropfen Nektar finden? Zum Welt-Bienentag haben wir 10 Tipps gesammelt, wie Sie Bienen Gutes tun können.

1. Essen Sie Honig aus der Region

Importierter Honig kann Bienenkrankheiten einschleppen. Deshalb sollten Sie Honig mit dem Aufdruck "Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern" vermeiden. Indem sie regionalen Honig kaufen, unterstützen Sie Bienenvölker vor Ort.

Gehoernte Mauerbiene sammelt am 13.07.2017 in Berlin Nektar aus einer Lavendelbluete.
Bienen lieben Lavendelblüten.Bild: imago stock&people

2. Pflanzen Sie, was Bienen schmeckt

Besonders bienenfreundlich sind zum Beispiel Lavendel, Glockenblumen, Löwenmäulchen oder Sonnenblumen. Noch mehr Pflanzen, die Insekten nutzen, hat der Naturschutzbund aufgelistet [externer Link]. Durch eine bunte Mischung von früh-, mittel- und spätblühenden Arten bieten Sie Bienen das ganze Jahr über Nahrung. Verzichten sollten Sie dagegen auf gefüllt blühende Pflanzen wie Geranien, Dahlien oder Zierrosen. Sie sind aus ästhetischen Gründen so gezüchtet, dass die Staubblätter auch Blütenblätter sind. In solchen Blüten finden Bienen aber keine Pollen und Nektar mehr.  

3. Lassen Sie Ihre Kräuter blühen

Basilikum, Thymian, Minze oder Schnittlauch werden wegen ihrer schmackhaften Blätter angepflanzt. Auch Bienen profitieren von Kräutern – allerdings nur, wenn Sie die Blüten nicht abschneiden.

Viele Bienen fliegen am 12.05.2019 zu einem Bienenstock am Rande einer Wiese.

4. Verzichten Sie auf Pestizide

Chemische Mittel gegen Unkraut oder Schädlinge können auch Bienen schaden. Wenn Ameisen oder Blattläuse Ihre Pflanzen plagen, versuchen Sie es mit natürlicher Schädlingsbekämpfung - zum Beispiel mit Jauche aus Holunder oder Lavendel.

Eine Liste mit Pflanzen, die gegen Schädlinge nützen, hat der Naturschutzbund zusammengestellt [externer Link].

5. Stillen Sie den Durst der Insekten

Stellen Sie auf dem Balkon oder im Garten eine flache Schale mit Wasser auf. Darin sollten Sie Steine, Moos oder kleine Zweige platzieren - als Landehilfe für Insekten und Schutz vor dem Ertrinken.

Honigbiene beim Wasserholen auf bemoosten Felsenflächen. (Quelle: dpa/Klaus Nowottnick)

6. Spülen Sie Honiggläser sorgfältig aus

Über Honigreste im Glasmüll können sich heimische Bienen mit Krankheiten aus anderen Ländern anstecken. So wurde etwa die amerikanische Bienenkrankheit Faulbrut in Deutschland eingeschleppt. Deshalb sollten Sie leere Honiggläser immer ausspülen - am besten im Geschirrspüler - bevor Sie diese ins Altglas geben.

Biene Honig Glas

7. Geben Sie Wildbienen ein Zuhause

Aus Laubholz können Sie ein Insektenhotel bauen, um den über 550 Wildbienenarten, die es in Deutschland gibt, einen Unterschlupf zu bieten. Es hilft aber auch schon Stängel von Pflanzen nach dem Blühen nicht zurückzuschneiden, sondern stehenzulassen. Einige Bienenarten nutzen sie als Nist- oder Schlafplatz. In den hohlen Stängeln überwintern Larven und schlüpfen im Frühjahr. Wer Platz dafür hat, kann im Garten Steine aufstellen. In deren Ritzen brüten solitäre Bienen gern. Stapel mit Totholz werden von Hummeln bewohnt.

Rostrote Mauerbiene (Osmia rufa, Osmia bicornis), eine solitaer lebende Mauerbienenart an einem kuenstlichen Nistblock, Insekt des Jahres 2019. (Quelle: dpa/G. Fischer)

8. Kaufen Sie ungespritztes Obst und Gemüse

Wenn Sie Bio-Lebensmittel kaufen, helfen Sie Bienen indirekt, indem Sie eine Landwirtschaft ohne chemische Pestizide und Dünger fördern. Häufiger als bei konventionellen Bauern finden sich bei Bio-Bauern Brachflächen und sie setzen auf wechselnden Anbau. Bienen haben dadurch vielfältigere Nahrungsquellen.

Pflanzenschutzmittel, die Nervengifte aus der Gruppe der sogenannten Neonikotinoide enthalten, sind besonders gefährlich für Bienen. Sie stören laut Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das Orientierungsvermögen und Gedächtnis der Bienen und schwächen ihr Immunsystem. In der Folge finden die Tiere nicht mehr zu ihrem Stock zurück und werden anfälliger für Krankheiten.

9. Lassen Sie in Ihrem Garten eine "wilde Ecke" stehen

Überlassen Sie einen kleinen Teil Ihres Gartens einfach sich selbst. Die Pflanzen, die dort wachsen, werden vielleicht nicht so schön aussehen wie gezüchtete Sorten, aber ihre Blüten schmecken lokalen Insekten am besten. Wenn Sie Platz dafür haben, legen Sie außerdem eine Wildblumenwiese an. Die sollten Sie nur zweimal im Jahr mähen – erst nachdem die Pflanzen ausgesamt haben.

Eine Biene sitzt am 18.07.2015 in den Gaerten der Welt in Berlin auf einer Kleebluete (Trifolium). (Quelle: dpa/Andrea Warnecke)

10. Achten Sie beim Saatgut auf Bio-Qualität

Herkömmliches Saatgut wird meist mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Das sorgt zwar dafür, dass die Saat schnell aufgeht und gegen Schädlinge geschützt ist. Die chemischen Mittel können Bienen aber schaden – besonders wenn Wirkstoffe aus der Gruppe der sogenannten Neonikotinoide enthalten sind. Über das Regenwasser können die Gifte in den Boden gelangen und von anderen Pflanzen aufgenommen werden. Bio-Saatgut dagegen wird nicht chemisch behandelt.

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8 Kommentare

  1. 8.

    Wenn man durch das Spülen eines Honigglases dazu beitragen kann, dass sich Bienenkrankheiten ausbreiten, sollte man lernen, anders zu denken. Es nutzt uns selbst.

    Gruß Andre

    P.S. Gras ist nicht alles. Wenn ich sehe, wieviele Bienen und sonstige Insekten auf unserem Rasen herumrasen, dann verzichte ich auf das Rasenmähen. Dort wächst jetzt Klee!

  2. 7.

    5mm sind wohl arg übertrieben. 40mm bleiben normal stehen. Und derzeit muss eig 1x die Woche gemäht werden, damit eine dichte grüne Fläche entsteht. Rasen wächst derzeit die Woche um ca. 30mm. Also machen die bei Ihnen alles richtig. Die 5mm halte ich wirklich nicht für glaubwürdig. Solche Schnitttiefe macht niemand.

  3. 6.

    Jeder wie er mag. Ich mag es schlicht und ein Rasen hat etwas schönes. Wenig Rabatte, einige Ziersträucher und -bäume. Das ist Ruhe pur. Wenn alles zugewachsen ist fühle ich mich eingeengt. Soll jeder machen wie er mag :-) Die Tipps sind zum Teil ganz gut. Auf Chemie kann man wirklich verzichten. Aber ein Glas spüle ich bestimmt nicht aus bevor ich es wegwerfe.

  4. 5.

    Ich habe mich vor Jahren dazu entschlossen, meinen Garten "gezielt und vll. auch geplant" verwildern zu lassen, ihn zu verwildern. "Golfrasen" und "Blumenrabatte" haben ja irgendwie was - sind aber i.d.R. biologisch eigentlich tot.
    Die Reaktionen einiger Nachbarn ... von "shocking" über "wie sieht DAS denn aus" und "mähen sie mal wieder" waren an der "Wochenordnung". Einen Kommentar über die Schönheit von Gartenzwergen habe ich mir verkniffen - die Lebenserwartung eines Nachbarn liegt oftmals über der von Gartenzwergen.
    Nach knapp einem Jahr fanden die Kids der Nachbarn es cool an Blüten zu schnuppern, mit Schmetterlingen zu spielen, die Natur zu "begreifen" - und eine kleine "Buddelkiste" ist auch hinzugekommen ... ein Radieschen- Erdbeeren- Möhren oder was auch immer - Beet - die Tür steht den Kids offen und mittlerweile sind es schon 3 von 5 "Wildgärten".
    Was duftet nach einem Sommerregen schöner?
    Eine Blumenwiese oder ein "Golfrasen"? Nur mal so.

  5. 2.

    Solange die Kommunen glauben (so wie beisielsweise Cottbus, wo Rasenmähen das Wichtigste ist) Golfrasen-Verhältnisse zu schaffen, wird es schwierig für unsere Insektenwelt. In Cottbus rückt man dem Rasen schon bei 5cm zu Leibe und häckselt alles (ob blühende Blumen, Klee, Löwenzahn) bis auf 5mm herunter. Soll ja schließlich schön aussehen in der ehemaligen BUGA-Stadt. Lebensraum für Grashüpfer und Co? Braucht diese Stadt nicht, Hauptsache den Gartenbetrieben geht es gut, dank sinnloser aber dafür reichlich vorhandener kommunaler Aufträge die ohne wenn und aber abgearbeitet werden. Völlig ausblendend, ob der Rasen bereits verbrannt ist oder nicht. Auftrag ist Auftrag, komme was da wolle. Und damit es ökologisch passt: Benzintrimmer und Laubbläser in Höchstform. Harke und Besen oder Sense? Kennen Gartenfachbetriebe nicht (mehr)!

  6. 1.

    Ich hatte ja auch überlegt, ein Bienenvolk in meinem Garten anzusiedeln. Nach einiger Recherche hab ich dann festgestellt, dass man das nicht so "nebenbei" machen kann. Den geforderten Imker-Schein kann ich nachvollziehen. Ich beschränke mich jetzt darauf, den Insekten allgemein weiterhin Nisthilfen zu bieten, entsprechende Blumen anzupflanzen und auf Gifte im Garten generell zu verzichten.

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