Ein Polizist steht neben der 100 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe in Hermsdorf
Audio: Inforadio | 09.05.2019 | Thomas Weber | Bild: Polizei Berlin/dpa

Sperrkreis aufgehoben - Weltkriegsbombe in Hermsdorf ist entschärft

Experten der Berliner Polizei haben die in Berlin-Hermsdorf entdeckte Weltkriegsbombe erfolgreich entschärfen können. Allerdings kam die Erfolgsmeldung erst am späten Donnerstagabend. Die Evakuierung des Gebiets hatte länger gedauert als geplant.

Die Bombenentschärfung im Berliner Ortsteil Hermsdorf ist am Donnerstagabend erfolgreich beendet worden. Um kurz nach halb zehn teilte die Berliner Polizei über Twitter mit, die Bombe sei entschärft, der Sperrkreis sei aufgehoben. Alle Anwohner dürften wieder in ihre Häuser zurück. 

Die Weltkriegsbombe US-amerikanischer Bauart war am Donnerstagmittag im Bezirk Reinickendorf entdeckt worden. Der 100 Kilo schwere Sprengkörper wurde nach Informationen der Berliner Polizei bei Bauarbeiten an der Ulmenstraße im Ortsteil Hermsdorf gefunden. Nach vollständiger Evakuierung der umliegenden Gebäude konnte um kurz vor 20 Uhr mit der Entschärfung des Sprengkörpers begonnen werden.

Ursprünglich sollten Experten des Landeskriminalamtes den Blindgänger ab 18 Uhr unschädlich machen, doch die Evakuierung dauerte länger als geplant, sagte Polizeisprecher Michael Gassen rbb|24. Der von der Polizei gezogene Sperrkreis (mit einem Radius von 500 Metern) musste komplett geräumt werden - "und wenn Sie in den Häusern nicht alle Mieter antreffen, kann es schon mal länger dauern", erklärte Gassen.

Bei Bauarbeiten an der Ulmenstr. in Hermsdorf wurde eine Weltkriegsbombe entdeckt. Das LKA wird sie vor Ort entschärfen – voraussichtlich nicht vor 18 Uhr. Im Bereich des inneren Sperrkreises kommt es zu Verkehrsbeeinträchtigungen und Evakuierungen. (Quelle: twitter/Polizei Berlin)
Sperrkreis rund um die Ulmenstraße | Bild: twitter/Polizei Berlin

Amtliche Mitteilung fordert zur Räumung des Sperrkreises auf

Um die Evakuierung voranzutreiben, hatte die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr um 18.21 Uhr eine offizielle Gefahrenmitteilung herausgegeben. Darin hieß es: "Alle Personen, die sich innerhalb des Sperrkreises aufhalten, werden aufgefordert, den Bereich zu verlassen! Nicht transportfähige Personen werden mit Krankentransporten in Notunterkünfte gebracht. Bitte folgen Sie den Anweisungen der Behörden und informieren Sie sich über die Medien."

Die Polizei Berlin informierte bereits seit dem frühen Nachmittag über den Bombenfund und die geplanten Maßnahmen. Der Bezirk Reinickendorf hatte eine Hotline (030 - 90294 2005) eingerichtet.

Herwegh-Gymnasium stellt Räume zur Verfügung

Polizeisprecher Gassen sagte rbb|24 am Nachmittag, dass unter den Gebäuden, die evakuiert werden müssen, zwei Kitas, Schulen und eine Jugendhilfe-Einrichtung seien. Wer keine andere Unterkunft finde, könne während der Bombenentschärfung das Georg-Herwegh-Gymnasium in der Fellbacher Straße 18, 13467 Berlin aufsuchen; dort stünden entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung, sagte der Sprecher. Rund 200 Polizisten seien im Einsatz.

Wie lange die Entschärfung dauert und wann die Menschen zurückkehren können, wusste Gassen zu diesem Zeitpunkt nicht zu sagen. Erfahrungsgemäß sei ein Blindgänger aber relativ schnell unschädlich gemacht. "Am längsten dauert immer die Evakuierung", ergänzte Gassen.

S-Bahn unterbrochen, keine Durchfahrt mehr für Autos

Wie die S-Bahn mitteilte, führte der Bombenfund bereits am Nachmittag zu "massiven Verkehrsbeeinträchtigungen". Rund um den Sperrkreis staute sich der Verkehr. Wie Polizeisprecher Gassen rbb|24 bestätigte, war die Einfahrt in den Sperrkreis nicht mehr möglich. Wer mit dem Auto unterwegs war, musste den Sperrkreis weiträumig umfahren. Das galt auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Betroffen waren auch die B96 und die S-Bahnlinie S1, die mitten durch den Sperrkreis führen.

Seit 15 Uhr konnte auch der S-Bahnhof Hermsdorf nicht mehr angefahren werden - das teilte die S-Bahn am frühen Nachmittag mit. Die Züge fuhren ohne Halt durch. Seit 18 Uhr war die Linie gänzlich unterbrochen: Aus südöstlicher Richtung kommend, fuhren Züge nur noch bis Waidmannslust, aus nordwestlicher Richtung nur bis Frohnau. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen war eingerichtet. Auch die S-Bahnlinie S8 konnte zur Umfahrung genutzt werden.

Sendung: Inforadio, 09.05.2019, 14:00 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 2.

    Auch ihr Update ist leider nicht richtig! Die S-Bahn ist noch nicht unterbrochen, das wird erst ab 18 Uhr der Fall sein. Infos stehen auf der Bahnseite udn bei Twitter...

  2. 1.

    Komische Karte.... Das heißt Tegeler Fließ und nicht See. Da is Google wohl gebildeter als Microsoft :-)

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