Schlachtbetrieb König in Beelitz (Bild: privat/rbb)
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Video: zibb | 10.05.2019 | Katrin Hampel | Bild: privat/rbb

Einsatz in Beelitz - Käufer stürmen Fleischerei - Verkäufer ruft die Polizei

Günstiges Rindfleisch aus Notschlachtungen hat am Donnerstagmorgen so viele Käufer in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) angelockt, dass die Polizei kommen musste. Das teilte die Polizeidirektion West am Donnerstag mit.

Wie der Ladenbesitzer, Robert König, dem rbb sagte, drängelten sich schon vor Ladenöffnung etwa 100 Menschen vor dem Schaufenster. Eine Scheibe ging zu Bruch. Er  habe daher die Polizei verständigt, weil er die Lage nicht mehr selbst unter Kontrolle bringen konnte. Einzelne Kunden hätten sich nicht von ihm abhalten lassen, den Laden zu betreten. Erst die danach eingetroffenen Polizeibeamten konnten die Lage beruhigen.

"Gemeinsam mit dem Fleischer und der Polizei wurde der Verkauf der beliebten Waren dann koordiniert, indem immer nur eine begrenze Anzahl an Kunden den Laden betreten durften", hieß es von der Polizei. Zwei Stunden dauerte der Einsatz demnach.

Ein Kilo Fleisch für 2,50 Euro

Im Beelitzer Schlachtbetrieb König werden Fleischwaren aus Notschlachtungen verkauft - ohne Zwischenhändler, weswegen sehr günstige Preise möglich sind. Das Ladengeschäft hat nur einmal pro Woche, Donnerstagvormittags, geöffnet. Verkauft werden laut König binnen weniger Stunden zwischen 500 Kilogramm und fünf Tonnen Fleisch. Ein Kilogramm Rindfleisch kostet ihm zufolge zwischen 2,50 Euro und 13 Euro.

Donnerstags herrsche immer großer Betrieb, so König. Warum diesmal die Lage eskaliert sei, könne er sich nicht erklären. Zu den Kunden zählen vor allem Restaurantbesitzer und Großfamilien.

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14 Kommentare

  1. 14.

    Dort sind Menschen mit geringem Einkommen, sie kommen den weiten Weg oft mit Bahn gefahren. Oder zu Fünft gequetscht im Auto. Wenige von Ihnen wollen Wurst kaufen. Fleisch, Knochen, Innereien... all die Zutaten die unsere Omas auch noch verwertet haben. Der Weg lohnt sich wenn man für viele kocht. Machen die meisten Ottonormalleute ja nicht mehr - kochen an sich und für viele schon gar nicht. Ich fahre dort jeden Öffnungstag die letzten 3 Jahre vorbei und die Leute stehen dort friedlich und frierend zu jeder Jahreszeit!! Flashback: Früher als man vorm Konsum angestanden hat, gabs da keine Rangeleien?

  2. 13.

    Das gab und gibt es im Westen noch in jeder Großstadt. Die Freibank war eine Einrichtung zum Verkauf minderwertigen, aber nicht gesundheitsschädlichen Fleisches, das in der Fleischbeschau als „bedingt tauglich“ eingestuft wurde. Freibankfleisch stammte aus Schlachtung von Tieren, die eigentlich nicht für die Schlachtung bestimmt waren, das heißt die z. B. durch Unfälle, Notschlachtungen etc. zu Tode gekommen waren. Die Preise waren hier durchgehend niedriger als in den übrigen Verkaufseinrichtungen.

  3. 12.

    Der Grund ist recht simpel. Fleischer König schließt bald. Aber der RBB sitzt größtenteils im fernen Berlin. Fern von den Menschen in der Provinz. Bei den letzten Verkaufstag oder Tagen, besser gleich die Polizei vorab bestellen. In Beelitz gibt es auch noch die Fleischerei Meissner. Klar andere Preise wie bei König, aber auch teilweise recht günstig. Auch Empfehlenswert.

  4. 11.

    Der kluge Fleischer hätte ja den Preis erhöht bis die Meute auf eine angemessene Größe zurückgegangen wäre.

  5. 10.

    Restaurantbesitzer und Großfamilien (evtl. mit Migrationshintergrund, ich weiß es nicht, dann sind die beschriebenen Szenen vorprorammiert. Gehen sie mal an Angebotstagen in einen Discounter in Kreuzberg oder Neukölln.

  6. 8.

    Der Irrsinn der menschlichen Gier (billig, billig, billig). Mehr ist das nicht.

  7. 7.

    Das Fleisch aus Notschlachtungen ist in keinster Weise schlechter als das sonst erhältliche. Sie erfolgen aus einer Notsituation heraus. Die Qualität wird geprüft und man sollte sich nicht nur an dem Begriff reiben. In Berlin hatten wir auch mal so Läden. Freibank hießen die.

  8. 6.

    Ich finde den Verkauf dieses Fleisches sehr sinnvoll. Andere entsorgen Fleisch aus Notschlachtungen, was ich persönlich ablehne.
    Was mich aber ärgert ist, dass vor allem Restaurantbesitzer das günstige Fleisch kaufen und die Preise im Restaurant dann genauso hoch sind, als wenn Sie das teurere Fleisch im Großmarkt gekauft hätten.

  9. 5.

    Was denn daran eklig ? Ich denke ehr das es sinnvoll ist auch diese Fleisch zu verarbeiten!

  10. 3.

    Soviel zum so gern von den Medien behandelten Thema "eine fleischlose Ernährung liegt voll im Trend"?

  11. 2.

    ..zu den Kunden zählen vor allem Restaurantbesitzer.!!??. ist das nich ekelig?

  12. 1.

    Gibt's da sonst keine Wurstwaren in der Gegend? Ansonsten völlig sinnfreie Aktion der sogenannten Kunden.

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