Frau nimmt ein Sonnenbad (Quelle: imago/Beatrice Jansen)
Bild: imago/Beatrice Jansen

Bis zu 39 Grad - Drei Tage Hitze in Berlin und Brandenburg

Selbst ein T-Shirt dürfte noch zuviel sein - denn Berlin und Brandenburg steuern auf drei heiße Tage zu: Montag 32, Dienstag 36 und Mittwoch sogar 39 Grad, lautet die Prognose. Vor allem ältere Menschen leiden, und auch die Sorge vor neuen Waldbränden wächst.  

Hinweis: Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. Neuere Informationen zur Wetterlage in Brandenburg und Berlin bekommen Sie hier.

Berlin und Brandenburg steuern auf einen heißen Frühsommer hin: Am Montag erwarten die Meteorologen Temperaturen von bis zu 32 Grad. Am Dienstag dann sollen die Werte teilweise auf 36 Grad steigen. Höhepunkt der Juni-"Rekordhitze" ist den Prognosen zufolge der Mittwoch mit 39 Grad.

Heiße Luft aus der Sahara

Grund für die Hitzewelle ist heiße Saharaluft, die nach Deutschland strömt. Ein Tiefdruckgebiet vor den Küsten von Portugal, Spanien und Frankreich und ein ausgedehntes Hochdruckgebiet zwischen Skandinavien und dem zentralen Mittelmeer haben den Weg dafür freigemacht, erläuterten die Wetterexperten. Nur in der Nacht sollen die Temperaturen spürbar sinken - am Montag auf 13 Grad und am Dienstag auf 18 Grad.

Seniorenverein rät Berlinern, Älteren zu helfen

Vorsorglich rät die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit älteren Menschen dazu, den Tagesablauf an die Hitze anzupassen und körperliche Belastungen zu vermeiden. Eine Abkühlung durch Duschen, Bäder, kalte Fußbäder und feuchte Umschläge könne sinnvoll sein. Der Senioren-Verein Silbernetz bittet die Berlinerinnen und Berliner, ältere Nachbarn im Auge zu behalten und zu fragen, wie es ihnen geht. Ältere Menschen und auch Kinder sollten besonders viel trinken, um Kreislaufprobleme zu vermeiden - am besten Wasser.

Am Ufer der Dahme in Köpenick. (Quelle: imago/Juergen Ritter)

Hohe Waldbrandstufen für Brandenburg ausgerufen

Angesichts dieser erneut fast tropischen Temperaturen stellen sich Brandenburgs Forstleute auf eine angespannte Waldbrandlage ein. Schon ein Funke reiche aus, um einen Brand zu entfachen, teilte der Landesbetrieb Forst Brandenburg mit. Für Sonntag wurden bereits die Waldbrandgefahrenstufen zwischen 3 und 4 ausgerufen.

In Brandenburg hat es in diesem Jahr bereits mehr als 200 Waldbrände gegeben. Die Feuer hätten in diesem Jahr bereits eine Fläche von insgesamt rund 882 Hektar erfasst, sagte Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter, Raimund Engel. Zum Vergleich: Im Jahr 2018, das als außergewöhnliches Waldbrandjahr galt, waren insgesamt 512 Brände auf 1.674 Hektar zusammengekommen.

Engel zufolge hat es sich bei dem Großteil der Feuer Ende Mai und Anfang Juni um kleine Brände gehandelt, doch seien praktisch alle Landkreise betroffen. Die Ausmaße halte er dabei für kritisch. Der größte Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte in Brandenburg hatte vor einigen Tagen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog gewütet.

Hitzerekorde treten laut PIK fünfmal häufiger auf

Das Potsam-Institut für Klimafolgenforschung weist angesichts der bevorstehenden Hitzewelle darauf hin, dass Hitzewellen und andere Wetterextreme in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen haben. Klimaforscher Stefan Rahmstorf sagt: "Monatliche Hitzerekorde auf der ganzen Welt treten heute fünfmal häufiger auf, als es bei einem stabilen Klima der Fall wäre. Diese Zunahme der Hitzeextreme entspricht genau dem, was von der Klimawissenschaft als eine Folge der globalen Erwärmung vorhersagt wurde."

Nur eine rasche Reduzierung der Nutzung fossiler Brennstoffe und damit der CO2-Emissionen könne eine weitere verheerende Zunahme der Wetterextreme verhindern, die mit dem menschgemachten Klimawandel zusammenhängen.

Der Klimaforscher Dim Coumou ergänzt: "Die Datenanalyse zeigt, dass sich die normalerweise nach Osten bewegende sommerlichen Windströmungen einschließlich des Jetstreams in den mittleren Breitengraden der nördlichen Halbkugel verlangsamt hat. Dies begünstigt das Entstehen von heißen und trockenen Bedingungen auf dem Kontinent – aus ein paar warmen sonnigen Tagen können so gefährliche Hitzewellen werden."

Was bedeuten die Waldbrandgefahrenstufen?

Waldbrandstufe 1: Die Waldbrandgefahr ist sehr gering. Es gibt keine Einschränkungen.

Waldbrandstufe 2: Es herrscht nur geringe Brandgefahr. Fahrzeuge dürfen jedoch nicht auf Waldparkplätzen mit trockener Bodenvegetation abgestellt werden.

Waldbrandstufe 3: Mittlere Gefahr. Die Behörden können den Wald sperren. Öffentliche Feuerstellen und Grillplätze im und am Wald dürfen nicht genutzt werden.

Waldbrandstufe 4: Die Gefahr eines Waldbrands ist hoch. Besucher sollten die Waldwege nicht verlassen. Die Forstbehörden können nun auch die Waldparkplätze sperren.

Waldbrandstufe 5: Es herrscht sehr hohe Waldbrandgefahr. Besucher sollten den Wald nicht betreten. Auch Waldeigentümer dürfen nun ihren Wald sperren.

In Berlin und Brandenburg gilt im Wald das ganze Jahr über striktes Rauchverbot. Außerdem darf außerhalb der ausgewiesenen Grill- und Feuerstellen kein Feuer entzündet werden. Diese Regeln gelten in Brandenburg auch im Abstand von 50 Metern vom Wald. In Berlin ist ein Abstand von 100 Metern einzuhalten.

Sendung: Abendschau, 23.06.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

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14 Kommentare

  1. 14.

    Deutsche sind faul. Sie arbeiten kaum.
    Könnte man denken bei den Berichten im TV.

    Ein paar Bauarbeiter werden noch kurz gezeigt, alle
    anderen sind am Strand.

    Aus Kostengründen habe viele Läden und Gastronomie
    keine Klimaanlage. Post soll auch zugestellt werden.

    Es ist wie immer, Serviceberufe werden vergessen.

  2. 13.

    Richtig. Oder sitzen am Badesee und schnippen die Kippen rum. Drauf angesprochen wurden sie ziemlich pampig. Uns ist das bei solchen Temperaturen mit der Waldbrandgefahr inzwischen zu spannend. Zumal wir keine Lust mehr haben erst Müll und Kippen aufzusammeln, ehe wir uns hinsetzen können. Es reichen auch Glasscherben und heiße Katalysatoren von geparkten Autos. Es müsste viel mehr informiert und gewarnt werden. Viele scheinen das mit der Waldbrandgefahr noch ziemlich locker zu sehen.

  3. 12.

    Die Waldbrandgefahr wurde schon oft ausgerufen.
    Doch m. W. erst in den letzten Jahren folgt gleich darauf Waldbrand auf Waldbrand.
    Ist es nicht logisch, hinter einer derartigen Häufung von "Zufällen" etwas anderes zu vermuten?

  4. 11.

    "Wenn es wirklich so war kann man die minderjährigen Täter laut Gesetz nicht bestrafen"... Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ermittlungsbehörden sind nicht für das Strafmaß verantwortlich. Oder sollen die Ermittlungen eigestellt werden, bloß weil die Tatverdächtigen (wer Täter ist wird auch nicht von den Ermittlungsbehörden festgelegt) minderjährig sind?

  5. 10.

    Das ist aber eine lustige Verschwörungstheorie.

    Da wird wohl eher mit Logik ein Schuh draus. Waldbrandgefahr wird dann erwähnt, wenn die Gefahr groß ist. Und leider wird dann oft die Gefahr zum Brand

  6. 8.

    @rbb24
    Indiz= Anzeichen von einer großen Wahrscheinlichkeit.
    also kann man wohl davon ausgehen das es Brandstiftung war. Wenn es wirklich so war kann man die minderjährigen Täter laut Gesetz nicht bestrafen.

  7. 7.

    In den letzten Jahren bricht - kaum dass jemand eine Waldbranntgefahr erwähnt hat - ein Feuer nach dem anderen aus.
    Zufall?
    Das glaube ich einfach nicht.

  8. 6.

    Im Fall des Strausberger Einkaufszentrums hat die Polizei Indizien für Brandstiftung. Alles andere ist noch unklar.
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2019/06/brand-strausberg-handelscentrum-verdacht-brandstiftung.html

  9. 5.

    Nun mal ganz ruhig es sind ja nun nicht allein Raucher an Waldbrände schuldig, ich glaube eher das Gegenteil. Bei solch einer Hitze kann sich manches selbst entzünden oder einige Gören haben nichts anderes zu tun wie im Fall Strausberg jetzt bekannt wurde mal ein Feuerchen zu machen.
    Ansonsten gilt es den Schongang einzulegen wenn machtbar zu Hause bleiben am Tage alle Fenster zu oder kühler Waschlappen. Für Tiere ist es auch schlimm . Meine zwei Katzen suchen sich den kühlsten Ort ( Badezimmer)

  10. 4.

    Ein kleines Stück Glas im Wald liegengelassen wirkt bei Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas. Und schwups kann so ein Brand entstehen. Es gibt aber auch eine Selbstentzündung durch Überhitzung. Es sind nicht immer "die Raucher". Man sollte fair bleiben.

  11. 3.

    Seit wann gehen Raucher im Wald spazieren? Die fahren Auto durch den Wald und pfeffern die Kippe ausm Fenster, damit der Ascher nicht so voll ist und riecht...

  12. 2.

    Was die Raucher betrifft, mache ich mir kaum Sorgen.
    Meiner Einschätzung nach gehen die allermeisten Waldbrände der letzten Jahren im Umland auf Brandstiftung zurück (und ich gebe zu: Dieses Vorurteil ist politisch begründet).
    Ich gehe oft genug im Grunewald spazieren - aktive Raucher begegnen mir dort kaum. Selbst Unrat ist da nicht zu finden.
    Also stellt sich mir die Frage, wer dieses schöne Land so hasst, dass er es in eine Wüste verwandeln will.

  13. 1.

    Ich hoffe sehr, dass Raucher ihre Kippen nicht sorglos fallen lassen ( was in der Stadt ständig passiert) und auch dass keine Brandstifter unterwegs sind. Achtsamkeit auf allen Ebenen wäre hervorragend.

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