Dunkle Gewitterwolken ziehen über den Landkreis Oder-Spree in Sieversdorf (Brandenburg). (Quelle: dpa/Pleul)
Video: rbb|24 | 11.06.2019 | Material: NonStop News, Christoph Strack, TV News Kontor | Bild: dpa/Pleul

Gewitter in Berlin und Brandenburg - 50.000 Blitze erhellen den Nachthimmel

Das Donnergrollen weckte in der Nacht viele Berliner und Brandenburger. Wer aus dem Fenster schaute, wurde Zeuge eines Naturspektakels: Rund 50.000 Blitze erhellten in der Region den Himmel. In der Nacht zu Mittwoch soll schon das nächste Gewitter folgen.

Über Berlin und Brandenburg sind in der Nacht zu Dienstag heftige Gewitter gezogen. Dabei erhellten rund 50.000 Blitze den Nachthimmel. Diese Zahl teilte der Blitz Informationsdienst (BLIDS) rbb|24 auf Anfrage mit.  

Rund ein Zehntel der Blitze schlug auch tatsächlich ein. In Berlin kamen laut BLIDS 151 Blitze runter, in Brandenburg - vor allem im Osten und in Teilen der Lausitz - krachte es ganze 4.677 Mal. "In der Atmosphäre fanden rund zehnmal so viele Blitzereignisse statt, also rund 50.000", erklärt Stephan Thern, Leiter des BLIDS.

So oft geblitzt wie in zwei Monaten zusammen

Wie ungewöhnlich das Naturspektakel in der Nacht war, verdeutlicht zudem folgende Zahl: Im gesamten Jahr 2019 erhellten in Berlin und Brandenburg bislang rund 130.000 Blitze den Himmel. Anders gesagt: Gestern Nacht blitzte es so viel wie sonst in gut zwei Monaten zusammen.

Die Zahlen errechnet BLIDS nach eigenen Angaben anhand von Wetterdaten von 155 miteinander verbundenen Messstationen. Gewitterblitze ließen sich so auf 100 Meter genau orten.

Kleinere Schäden in der Lausitz

Größere Unwetterschäden in Berlin blieben allerdings aus, wie ein Sprecher der Berliner Feuerwehr rbb|24 mitteilte. Es habe in der Nacht keine Einsätze gegeben, die in direktem Zusammenhang mit dem Unwetter stehen.

In Finsterwalde (Elbe-Elster) hat ein Blitz einen Dachstuhlbrand ausgelöst, der aber schnell gelöscht wurde, sagte eine Sprecherin der Leitstelle Lausitz gegenüber rbb|24. Ansonsten sei es durch den Starkregen nur zu kleineren Einsätzen gekommen, weil Wasser in Kellerräume eingedrungen war.

Bundesweit lag der Schwerpunkt der Unwetterfront in Süddeutschland und in Sachsen.

10.06.2019, Tschechien, Josefov: Hagelkörner ungewöhnlicher Größe werden nach einem kurzen Hagelschauer gezeigt. Die Eisklumpen beschädigten Fensterscheiben und Autos (Quelle: dpa/CTK/ Slavomír Kube)Im Großraum München gingen Hagelkörner dieser Größe nieder.

Hagelkörner größer als Tischtennisbälle

In Bayern vermeldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) Orkanböen von bis zu 120 Stundenkilometern und große Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern - größer als Tischtennisbälle. Hier seien auch die Blitze besonders stark gewesen. In mehreren Orten im Großraum München seien durch den Hagel Autoscheiben und Dachfenster zu Bruch gegangen, sagten Sprecher von Polizei und Feuerwehr. Häuser stünden unter Wasser. Im Stadtgebiet von München wurden rund 550 Einsätze gezählt.

Im Süden Sachsens fielen 30 bis 50 Liter Regen pro Stunde, der DWD registrierte über Radargeräte Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu vier Zentimetern. Im Erzgebirgskreis meldete die Polizei mehrere überflutete Straße, die zwischenzeitlich nicht passierbar waren.

Dienstagabend erneut schwere Gewitter möglich

Der Deutsche Wetterdienst erwartet in Berlin und Brandenburg am Dienstagabend erneut starke, ab dem Abend bis in die zweite Nachthälfte zum Mittwoch lokal teils schwere Gewitter. Dabei könnten Sturmböen mit bis zu 80 km/h auftreten und starker Regen. Auch großkörnigen Hagel und schwere Sturmböen um 95 km/h hält der DWD für möglich.

Der Wetterdienst Meteogroup klingt etwas verhaltener. Er hält für die Region am Dienstabend einzelne, teils kräftige Gewitter für möglich. Tagsüber sollen die Temperaturen in Brandenburg schwül-warme 27 bis 33 erreichen, in Berlin um 31°C.   

Ab Donnerstag soll es laut Meteogroup auf rund 28 Grad abkühlen - dann gehe auch die Gewittergefahr zurück.

Erst am vergangenen Donnerstag zogen Starkregen, Sturm und Hagel über Berlin und Brandenburg hinweg. Straßen waren überflutet, auf dem Flughafen Tegel fielen mehrere Flüge aus. Probleme gab es auch bei der S-Bahn. Auch im Straßenverkehr kam es zu Behinderungen. Zahlreiche Ampeln waren ausgefallen.

Sendung: Inforadio, 11.06.2019, 7:00 Uhr

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41 Kommentare

  1. 40.

    Wer bei dem Wetter nicht rausgeht ist ein Angsthase.

  2. 39.

    Ich bin jetzt 63 und noch immer erinnere ich mich, wie mein Vater uns, als wir klein waren
    , bei Gewitter ans Fenster holte. Er war übrigens Gärtner und er erklärte uns wie solche Naturereignisse entstehen und wie sie den Jahresablauf in der Natur beeinflussen.
    Genauso hab ich es mit meinen Kindern gemacht und mache es nun mit meinen Enkeln. Dabei vermittele ich ihnen die Gefahren und das richtige Verhalten.

  3. 38.

    Genauso isses. Habe zwar vom Balkon nicht allzu viel sehen können und dürfen. Aber es ist jedesmal ein Ereignis. In solchen Momenten wünsche ich mir auf dem Land zu wohnen. LG

  4. 37.

    Ja, die gibt es!! Und zwar die ganze Familie. Ein herrliches Naturspektakel. Ganz nebenbei kann man Kindern und Enkeln noch eine Menge beibringen. Tolle Sache :-)

  5. 36.

    Gibt es wirklich solche verrückten Typen, die sich ans Fenster stellen und Blitze gucken? Haben die keine anderen Hobbys? Ich wäre ja schon froh, wenn ich bei so einem scheiß Gewitter etwas schlafen könnte. Aber ich würde nie auf die Idee kommen, diese mistigen Blitze anzugucken.

  6. 35.

    Ja und Nein. Es wird ständig Panik gemacht, Gewitter sind auf einmal Vorboten zur Hölle und im Winter ist Schneefall immer entweder überraschend (^^), oder kommt einer Katastrophe gleich. Ausgenommen sind natürlich krasse Wetterphänomene wie Tornados, Überschwemmungen durch extremen Regen oder meterhoher Schnee, der z.b. Ortschaften völlig lahm legt. Ansonsten finde ich diese Wetterpanik wirklich albern. Es gibt schon Wetterdienste, die relativ genaue Angaben machen, aber es wird jetzt schon wieder ein unglaubliches Theater drum gemacht, wenn's trotz Blitz und Donner kaum regnet, oder das Gewitter knapp am Wohnort vorbei zieht. Wetter ist Wetter und wir alle sitzen im Trockenen. Alles gut.

  7. 34.

    Heute kann man nichts vorher sagen,heute wird nur Panik gemacht.So ungenau wie heute der Wetterbericht ist ,
    war er vor Jahren nicht.Obwohl heute moderne Technik zum Einsatz kommt.

  8. 31.

    In Spandau hat es nicht so viel geregnet wie eigentlich vorhergesagt. Für die Natur trotzdem gut. Und Donner und Blitz habe ich nur zwei oder dreimal gehört.

  9. 30.

    Mal ein Linktipp für Trockenwiesen in der Streusanbüchse: http://www.naturgarten-spreewald.de/biotope/trockenwiesen
    Bei so einer extremen Trockenheit wie im vergangenen Frühjahr/Sommer/Herbst haben aber fast keine einheimischen Pflanzen eine Chance.
    Dank der Internetsuchmaschinen kann man sich heute auch einfach weitere Anregungen für den Garten und die Balkone holen.

    Die Minzen auf meinem Balkon stehen zwar nicht so preußisch-korrekt wie die Wegwerfgeranien der vergangenen Jahre, erfreuen aber schon seit Wochen die Hummel und Bienen und sollen auch selbst im Kasten einen nicht zu extrem kalten Winter überleben. Dazu noch als farblicher Akzent Sterntaler u.ä.

  10. 29.

    Derzeit gibt es erneut ein *Vor*warnung des DWD, es ab dem Abend Gewitter mit den früher allbekannten Begleiterscheinungen geben könnte, die Warnung vor hohen Temperaturen wurde gerade eben bis Mittwoch verlängert.

    Meteogroup sieht ein mittleres bis hohes Gewitterrisiko für die Nacht.

    Es handelt sich also für betrachtet um relativ normales Wetter.

  11. 28.

    Guten Morgen,
    also mit den Wetterbericht und Warnungen ist ja immer so eine Sache. Ich muss aber mal sagen das der Wetterbericht vom RBB plus Biowetter der beste ist jedenfalls kommt er den Tatsachen am nächsten. Hier in Charottenburg hat es ganz schon geknallt und der Regen stört mich nicht , bei Regen schlafe ich immer sehr gut wirkt sehr beruhigent wenn man im Bettchen liegt und auf den Regen hören kann. Das Wetter ist momentan optimal. Schöne Woche für alle

  12. 27.

    Im Süden war es ein traumhaftes Gewitter. Ein wunderschönes Spektakel der Blitze und Donner, die einen aus dem Bett hauten. Herrlich! Leider zu wenig Regen, aber immerhin ein wenig. Ich hoffe auf eine Zugabe heute Abend^^

  13. 26.

    Unwetter waren seit Tagen erst ab abends angesagt. Da muss man nicht gleich panisch Ausflüge ausfallen lassen. Zumal es Wetterdienste gibt, die den Wolken/Gewitterverlauf punktuell aktualisieren. Schon ab ca. 22h war ersichtlich, dass der südl. Bereich Berlins nur gestreift werden wird. Warum das ganze Geplänkel? Im Übrigen wird das Thema „Rasen“ in Berlin ohnehin bald der Vergangenheit angehören, der hält den Klimaveränderungen ohnehin nicht mehr Stand, es sei denn man verschwendet täglich Unmengen an Wasser. Anspruchslose Wildkräuterwiesen wären zudem auch bienenfreundlicher...^^

  14. 25.

    Wohne in Neukölln und muss sagen, der Donner war ganz ausserordentlich heute Nacht.

  15. 24.

    Danke RBB, für den heute recht differenzierten Bericht mit Meldungen verschiedener Wetterdienste. Zu gestern sage ich nur: (Zitat) "Der Schwerpunkt der Unwetterfront lag in Süddeutschland und in Sachsen." Jo. Hier war jedenfalls nichts sommer-untypisches los.

  16. 23.

    Um ca. 1.05 Uhr gab es sogar einen Blitzeinschlag in den Fernsehturm. "Vor Schreck" blinkten dann die unteren Lichter asynchron zu den oberen für ca. 1 Minute.

  17. 22.

    ähm, 0:48 Uhr,
    Blitze und dazugehörige Donner vernehmbar,
    es hat ganz kurz genieselt, von Regen und sowas keine Spur...

    Für mich ist der Ausnahmezustand beendet - danke dem DWD und der total aktuellen Vorhersage und der nunmehr sinnfreien Wetterwarnung die immernoch knallrot auf deren Seiten zu sehen sind......

    SommergewitterCHEN - Punkt!

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