Symbolfoto: Blaulicht eines Polizeifahrzeugs (Bild: imago/Pohl)
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Hitlergruß gezeigt - Jugendliche bedrängen junge Leute in Friedrichshagen

Eine Gruppe Jugendlicher hat in Berlin-Friedrichshagen eine junge Frau und ihre Begleiter bedrängt und beleidigt. Die 17-Jährige und die beiden Männer, 17 und 18 Jahre alt, wurden laut Polizei am frühen Sonntagmorgen am Marktplatz Friedrichshagen von der etwa zehnköpfigen Gruppe bepöbelt.

Sie wurden mit den Worten "Schwuchteln, Zecken und Grüne" beleidigt. Ein Mitglied der Gruppe soll den Hitlergruß gezeigt haben.

Als die Frau mit ihren Begleitern weiter in die Aßmannstraße ging, verfolgten die Jugendlichen das Trio umzingelten sie anschließend. Sie sollen die Frau geschubst und gegen eine Schaufensterscheibe gedrängt haben. Die Angegriffenen konnten fliehen und die Polizei alarmieren. Die Beamten stellten zwei Tatverdächtige im Alter von 14 und 17 Jahren. Der Rest der Gruppe blieb unerkannt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Sendung: Inforadio, 16.06.2019, 13:00 Uhr

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8 Kommentare

  1. 7.

    Liebe RBB Redaktion,
    wie ist der Ermittlungsstand?

  2. 6.

    Es ist keine Vorverurteilung. Hier haben Neonazis den verbotenen Hitlergruß gezeigt, hier wurde einer Frau körperliche Gewalt angetan und Andersdenkende und sexuell anders Orientierte wurden beleidigt. Wieso verharmlosen Sie hier diese rechten Gewalttaten? Da gibt es nicht zu beschönigen. Ich hoffe, dass die Justiz nicht nur in diesem Fall nun gegen Rechts ganz hart zurückschlägt. Der rechte Hass ist unerträglich, geschürt bei youtube, facebook, pegida und in rechten news-blogs.

  3. 5.

    Stimmt. Wie konnte ich auch nur im Entferntesten auf die Idee kommen, dass Menschen, die den Hitlergruß zeigen, Andere mit sexistischen Beleidigungen wie "Schwuchteln" oder politisch rechts motivierten Beleidigungen wie "Zecken" belegen, die betroffenen Personen nötigen und bedrohen doch tatsächlich rechtsextrem motiviert sein könnten? Verherrlichung von NS-Zeichen, Einschüchtern und Angreifen vermeintlich Andersdenkender, Homofeindlichkeit - das ist ein geschlossen rechtsextremes Weltbild. Sie sind mit dem Versuch der Legitmierung und Verharmlosung rechtsextremer Taten gescheitert. Sie machen es für sich nur schlimmer, indem Sie hier öffentlich vorgenannte Straftaten billigen und belohnen. Ihre Rechtsphilosphie ist eine, die in unserer Gesellschaft keinen Platz hat, in dem Fall sogar illegal ist.

    Darüber hinaus bezog ich mich auf mehr als den Bericht zu diesem Vorfall. Ich schrieb von einem weit verbreiteten Phänomen einer toxischen Verharmlosung von Rechtsextremismus.

  4. 4.

    Ist es also okay, sie als Schwuchteln zu bezeichnen, wenn sie schwul wären? Vorurteile spielen in dem passierten Konflikt keine Rolle, sondern viel eher die Tatsache, dass dieses Gedankengut vertreten wird, als richtig erachtet wird, und oftmals akzeptiert wird (im ausgeübten Handeln wie hier).

  5. 3.

    Ich finde es vollkommen unerheblich, ob die „Gewaltdemonstration“ aus linken, rechten, rassistischen oder was auch immer für welchen Beweggründen stattgefunden hat. Wenn auch ein wahrgenommener Hitlergruss für rechtsideologisches Gedankengut spricht.
    Aus der Erfahrung heraus ist zu befürchten, dass keine Rechenschaft abverlangt wird.
    Ich bin gespannt, wie das ausgeht. Der rbb wird berichten.

  6. 2.

    Nö, der rbb hat einfach die bisher bekannten Fakten genannt. Sie machen schon eine Schlussfolgerung ohne nähere Kenntnisse, so nach dem Motto „weiß man doch“... Das Vorverurteilen ist leider ein Problem, das nicht gelöst werden kann. Die Jugendlichen haben es auch getan mit den gewählten Beleidigungen, ohne zu wissen, ob die Männer wirklich schwul sind usw..... Wir alle werten ohne nähere Kenntnisse viel zu schnell.

  7. 1.

    Die Verharmlosung "Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen/ Jugendgruppen" findet sich in den letzten Jahrzehnten einfach zu oft. Man muss Dinge beim Namen nennen und wenn sich Jugendliche rechtsextrem verhalten, sie entsprechend als Rechtsextreme bezeichnen. "Das waren doch nur dumme Jungenstreiche", sind Ausflüchte und Bagatellisierungen, die man gerade aus Politik und Polizei z.B. im Zusammenhang mit Angriffen auf Unterkünfte für Geflüchtete des öfteren zu hören bekam. Diesem Duktus hat man sich nicht anzuschließen, wenn man auch nur irgendetwas von wehrhafter Demokratie hält. Feinde letzterer sind als solche zu benennen; die Öffentlichkeit für ihre Verhaltensmuster zu sensibilsieren. Hier geht es nicht um Wortklauberei, um eine redundante Kritik, sondern um inhaltliche und methodische Mängel journalistischer Arbeit. Die Solidarisierung mit Betroffenen von rechtsextremen Übergriffen findet über den Weg der Thematisierung statt, nicht über das Umdeuten solcher Vorfälle.

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