Zwei Frauen posieren für ein Foto auf dem Karneval der Kulturen am 20.05.2018 (Quelle: rbb/Hennig)
Bild: rbb/Hennig

Die wichtigsten Infos zum Straßenfest - Das geht ab beim Karneval der Kulturen

Bei bestem Sommerwetter findet am Wochenende der Karneval der Kulturen statt. Über 4.000 Menschen machen mit beim jährlichen Highlight, dem großen Umzug in Berlin-Kreuzberg. rbb|24 mit den wichtigsten Infos rund um Berlins buntestes Straßenfest.

Schillernde Kostüme, viel Musik, multikulturelle Performances und jede Menge Essen und Drinks: Am Pfingstwochenende startet der Karneval der Kulturen in seinen 24. Jahrgang. An vier Veranstaltungstagen, von Freitag, dem 7. Juni bis Montag, 10. Juni, werden rund eine Million Besucher erwartet.

Wie Sie hinkommen, was geboten wird und wie die Sicherheitslage aussieht: rbb|24 hat die wichtigsten Informationen zu Berlins beliebtem Straßenfest für Sie zusammengestellt.

Wann und wo geht es los?

Auftakt zum Karneval der Kulturen ist auch in diesem Jahr das große Straßenfest rund um den Blücherplatz in Berlin-Kreuzberg. Von Freitag um 16 Uhr bis Montag um 19 Uhr erwartet das Festgelände seine Besucher mit internationaler Musik auf drei großen Bühnen, mit Theater, Performances und Ständen, die Getränke und Kulinarisches anbieten.

Neu in diesem Jahr ist die Shanti Town. Mitten im Festgebiet veranstalten Künstlerinnen, Vereine und Initiativen mit Filmvorführungen, Workshops oder Mitmach-Aktionen ein "Aktionscamp gegen Rassismus und Krieg, für Vielfalt, Nachhaltigkeit und Verantwortung".

Was wird für Kinder geboten?

Am Samstag ziehen beim 23. Kinderkarneval der Kulturen [kma-ev.de] kostümierte Kindergruppen mit selbst gebastelten Wagen durch Kreuzberg. Die Parade startet um 13:30 Uhr am Mariannenplatz und wandert dann zum Görlitzer Park. Dort wird weitergefeiert, unter anderem mit Musik- und Tanz-Aufführungen von Berliner und Brandenburger Kinder- und Jugendgruppen. Der Kinderkarneval der Kulturen wurde 1996 ins Leben gerufen und findet seither einen Tag vor dem großen Umzugs des "Karnevals der Kulturen" am Pfingstsamstag in Berlin-Kreuzberg statt.

Wo und wann ist der große Karnevals-Umzug?

Der Umzug startet wie im letzten Jahr an Pfingstsonntag an der Yorckstraße / Ecke Großbeerenstraße in Kreuzberg. Hier eröffnet um 12.30 Uhr das deutsch-brasilianische Kulturprojekt "Sapucaiu no Samba" feierlich die Parade. Von dort zieht die Karawane langsam über Yorckstraße, Gneisenaustraße und die Hasenheide bis zum Hermannplatz. Endgültig Schluss soll um 21 Uhr sein. rbb|24 zeigt den großen Karnevalsumzug ab 14 Uhr im Livestream.

Umzugsroute am Pfingstsonntag ab 12.30 Uhr

Die Karte zum Karneval der Kulturen zeigt die Route des Karnevalsumzugs am 09.06.2019 (Bild: rbb|24)
Bild: rbb|24

Wer ist bei der Karawane dabei?

Insgesamt 76 Gruppen mit rund 4.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern machen beim diesjährigen Straßenumzug mit, die meisten mit Tanz, Musik und Performances. Daneben widmen sich etwa Dutzend Gruppen explizit politischen Themen wie Diversität, Umwelt-, Frauen- und Flüchtlingspolitik. Zwölf Gruppen sind erstmalig dabei, darunter das GRIPS-Theater, das Tamilische Kunstforum e.V. oder Yasalaam Berlin.

Die Veranstaltung will sich in diesem Jahr besonders umweltbewusst präsentieren und weniger Lärm und Müll produzieren. Neben den 51 motorisierten Wagen kommen deshalb verstärkt Lastenräder zum Einsatz, auch mit Rikschas, Bollerwägen und Schubkarren ist man unterwegs. Außerdem werden dreimal so viele Abfalleimer wie 2018 aufgestellt.

Eine Tanzgruppe schminkt sich vor ihrem Auftritt beim Karneval der Kulturen (Quelle: rbb/Hennig)
Bild: rbb/Hennig

Wie kommen die Besucher aufs Fest?

Am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, denn das Areal ist weiträumig für PKWs gesperrt. Zwar sorgt der Karneval der Kulturen auch in diesem Jahr wieder für Einschränkungen auf vielen Buslinien. Doch das Festgelände ist von mehreren U-Bahnhöfen aus gut zu Fuß erreichbar: Vom U-Bahnhof Hallesches Tor (U1, U3, U6), Mehringdamm (U6, U7), Südstern (U7), Hermannplatz (U7, U8) und dem S- und U-Bahnhof Yorckstraße (S1, S2, U7).  

Zwei bewachte kostenlose Fahrradparkplätze gibt es außerdem. Aufs Festgelände selbst können keine Räder mitgenommen werden.  

Wie sicher ist der Karneval der Kulturen?

Für den Karneval der Kulturen 2019 wurden die Sperrzonen erweitert und erstmals Videokameras installiert. An der Umzugsstrecke und auf dem Festgelände würden zwölf deutlich gekennzeichnete Kameratürme aufgestellt, erklärte Karneval-Leiterin Nadja Mau rbb|24. Die Kamerabilder sollen in die Koordinierungsstelle übertragen werden, wo die Veranstalter im Falle einer Gefahrensituation Polizei, Feuerwehr oder Ordnungsdienst verständigen könnten. Noch ist nicht geklärt, ob die Kameras auch in den kommenden Jahren eingesetzt werden.

Die Veranstaltungsordnung sei hingegen unverändert und nicht verschärft worden, erklärte die Karnevalsleitung auf Anfrage. Rucksäcke, Hocker oder alkoholische Getränke mitzunehmen, auf Masten zu klettern oder "Tonwiedergabegeräte zu betreiben" - das ist zwar bei vielen Besuchern eine liebe Gewohnheit geworden, wird meist auch geduldet, ist aber gleichwohl verboten.  

Weitere Sicherheitsmaßnahmen sind unter anderem Verkehrssicherung, Entfluchtungs- und Sperrmöglichkeiten, Durchgangssperren auf einigen Straßen zwischen dem Umzug und dem Fest, Unfallhilfestellen sowie der Einsatz von professionellen sogenannten "Guardian Angels" zur Kommunikation mit den Besuchern. Personen- und Taschenkontrollen gibt es jedoch nach Angaben der Veranstalter auch in diesem Jahr nicht.

Wegen der vielen Besucher ist die Berliner Polizei auch in diesem Jahr mit mehr Beamten vor Ort. Mobile Wachen sind zudem auf folgenden Standorten im Einsatz:

- Ecke Johanniterstraße / Zossener Straße
- Mehringdamm südlich der Gneisenaustraße
- Baerwaldstraße südlich der Gneisenaustraße
- Fichtestraße nördlich der Hasenheide

Absolute Sicherheit, so die Veranstalter, könne dies nicht bieten. Jeder Einzelne müsse für sich eine Entscheidung für oder gegen den Besuch einer großen öffentlichen Veranstaltung in der Innenstadt treffen.

Menschen tanzen beim Karneval der Kulturen (Quelle: rbb/Hennig)
Bild: rbb/Hennig

Was ist eigentlich die Idee hinter dem Karneval-Marathon?

Der Karneval der Kulturen versteht sich als multikulturelles Fest der Weltoffenheit. Erstmals fand er zu Himmelfahrt am 15. und 16. Mai 1996 vor 50.000 Besucherinnen und Besuchern statt. Mittlerweile werden rund 1 Million Karnevalsbesucher erwartet. Auch die Teilnehmerzahl ist stetig angestiegen, von rund 2.000 auf über 4.000.  Der Träger des KdK ist seit 2016 die Piranha Arts AG. 

Wie finanziert sich der Karneval der Kulturen?

Finanziell steht der Karneval der Kulturen auf sicheren Beinen: Die Veranstaltung wird mit 830.000 Euro aus den Mitteln der Kulturverwaltung gefördert. Darüber hinaus gibt es Sponsorenhilfe: Teils mit Geld, teils durch Sachleistungen sind die Berliner Sparkasse, die Wasserbetriebe, die GSG (Gewerbesiedlungs-Gesellschaft Berlin) sowie die Johanniter-Unfall-Hilfe dabei. Insgesamt kostet die viertägige Megaparty rund 1.7 Millionen Euro. Doch die rund eine Million Besucher spülen auch ordentlich Geld in die Kassen der Stadt zurück: 2011 errechnete die Investitionsbank Berlin (IBB), dass der Karneval der Kulturen für den Zeitraum von fünf Jahren 53,2 Millionen Euro erwirtschaftete - unter anderem durch Übernachtungen, Gastronomie, Verkauf und Verkehrsbetriebe.

Und das Wetter?

Wird sonnig bis heiß: Für das Pfingstwochenende werden nach Daten der Meteogroup Temperaturen zwischen 25 und 29 Grad erwartet.

Halteverbote und Sperrungen zum Karneval der Kulturen

Haltverbot und Sperrungen zum Karneval der Kulturen am 9. Juni 2019 in Berlin (Quelle: rbb|24)
Bild: rbb|24

Verkehrsinfos Karneval der Kulturen

  • Straßensperrungen

  • Einschränkungen bei Buslinien

  • Mehr U-Bahnen auf fünf Linien

Sendung: rbb Fernsehen, 10.06.2019, 1 Uhr

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Die aufdringlich daherkommende "Hilfe" des Schreibprogramms kann schon sehr lästig sein. Da werden, bevor das Wort getippt ist, schon mal Vorschläge verabreicht, wie es vermutlich heißen soll. Südstern fällt da gegenüber Südkreuz ab. Insofern bauen Schreibprogramme auf dem Mainstream auf und werden auch so durchexerziert, sofern der Schreibende nicht souverän genug ist, sich doch einer eigenen Schreibweise zu befleißigen.

    Der Karneval der Kulturen ist zweifellos eine Bereicherung für Berlin. Kulturell und mehr noch ästhetisch. Gerade die Trommler heizen gut ein. Allerdings ist es - leider - oft genug so, dass die Lautsprecher-Bässe Vieles wiederum auch "zerschlagen" ...

  2. 6.

    für uns anwohner eine absolute zumutung. offensichtlich macht es probleme ein abwechslungsreiches musikprogramm aufzustellen, sodas man 4 tage und nächte zugetrommelt wird. die besucher hauen nach einer stunde wiedxer ab und merken diesen programmfake nicht. die anwohner haben keine stimme in der politik und dienen nur noch als statisten und die stadt als kulisse für diesen ekelhaften touristennepp.

    aber hauptsache der bürgermeister darf den umzug der trommelpsychos anführen und die tourismusindustrie verdient sich dumm und dusslich.

    frau mau und konsorten sind im geldgeilen mainstream angekommen und kassieren steuergelder, gut muss die politisch korrekte völkerschau nicht mehr sein, man ist ja staatlich abgesichert / finanziert.....

  3. 5.

    Schon blöd wenn man nicht vorher den Artikel richtig gelesen hat und sogleich a. Den Kinderumzug niedermacht und b. Eines der schönsten Umzüge dieser Stadt schlecht redet. Um nicht zu vergessen, der Umsatz, der alleine an diesem Wochenende erzielt wird. Der Gipfel an Zynismus ( und verdeckten Rassismus) ist hierbei Ihre Anmerkung, man solle das ganze doch nach Cottbus oder Dresden verlagern. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Ich wette fast, Sie kriegen nicht mal einen ordentlichen Hüftschwung hin;-(

  4. 4.

    Und wieder kommen tausende sauf und feiertouristen und verdrecken unsere Stadt. Es ist nur noch furchtbar....können solche Umzüge nicht mal woanders stattfinden....zb.in Cottbus oder Dresden ??!!

  5. 3.

    Ich durfte gestern in einem Späti erfahren, dies sei abartig, aber zugleich ein gutes Geschäft.

  6. 2.

    Immer wieder ein tolles Ereignis. Und das Wetter spielt mit.

  7. 1.

    Südkreuz (U7)? Wohl eher Südstern. Autokorrektur?

    Gerade die Teommler machen neben den Tanzgruppen den Reiz aus. Viel weniger Lärm wäre schade.

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