Am 26.06.2019 liegen Findlinge auf der Bergmanstraße (Bild: rbb/Gringmuth)
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Gegen Falschparker - Bezirksamt Kreuzberg blockiert Bergmannstraße mit Felsbrocken

Neues Experiment in der Kreuzberger Bergmannstraße: Nach Parklets und Punkten sind diesmal riesige Felsbrocken die wichtigste Zutat. Die Steine sollen Falschparker aufhalten und Bauarbeiten am Laufen halten.

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat ein neues verkehrspolitisches Experiment in der Bergmannstraße begonnen. Dort liegen seit Mittwoch große Findlinge am Straßenrand. Die Felsbrocken sollen die Begegnungszone vor der Marheineke-Markthalle sichern und zugleich das Falschparken in der Baustelle auf der Friesenstraße verhindern. Dort wird gerade die Fahrbahn erneuert, allerdings hätten Autofahrer zuletzt immer wieder das absolute Halteverbot missachtet. "Dadurch wird die termingerechte Fertigstellung gefährdet", so der Bezirk in einer Mitteilung.

Wie Bezirksbaustadtrat Florian Schmidt (Grüne) am Samstag auf Twitter mitteilte, haben die Findlinge insgesamt 2.175 Euro gekostet.

Am 26.06.2019 liegen Findlinge auf der Bergmanstraße (Bild: rbb/Gringmuth)
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Bergmannstraße als "Labor" für Experimente

Die Bergmannstraße war zuletzt immer wieder in den Schlagzeilen, nachdem die Verwaltung dort diverse Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung ausprobiert hatte. So wurden unter anderem mehrere Parklets als "Begegnungszonen" auf die Fahrbahn gestellt. Die "melonengelben Aufenthaltsmodule" sollten das "verträgliche Miteinander Aller im Straßenverkehr fördern". Allerdings gab es umgehend massiven Protest von Awohnern, Auto- und Radfahrern, die die Sitzgruppen als Behinderung empfanden.

Das Experiment wird nach einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung vorzeitig im Sommer beendet. Der Grüne Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmid, hat inzwischen Fehler bei der Umsetzung eingeräumt. "Es ist nicht gut gelaufen, wirklich."

Ebenfalls für Irritationen sorgten neongrüne Punkte, die Schmid auf die Fahrbahn kleben ließ, um Autofahrer zum Abbremsen zu bringen. Dieses Maßnahme verteidigt der Baustadtrat zuletzt allerdings als sinnvoll für die Verkehrsberuhigung. Die Gesamtkosten für die testweise Umgestaltung der Bergmannstraße werden auf 1,1 Millionen Euro beziffert.

Die Findlinge sind allerdings nicht Teil dieser Testphase, wie Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) am Samstag über Twitter mitteilte. Sie seien "lediglich eine Reaktion auf das illegale Parken auf Grund der Baustelle in der Friesenstraße".

Sendung: Abendschau, 28.06.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

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48 Kommentare

  1. 48.

    Schildbürger, ein Förster im Bezirksamt und Baustadtrat Schmidt: oder: Das „Prinzip Blaumilchkanal“ in Kreuzberg
    Ein im Bezirksamt für Tiefbau u.a zuständiger ehemaliger Förster, der Felsbrocken in der Bergmannstraße abkippen ließ, um einen vorgeblichen „Begegnungsplatz“ zu schaffen; ein Baustadtrat, der eine sog. „Begegnungszone“ realisieren wollte, jedoch die Bergmannstraße erst mit Parklets a 50.000 Euro (vom Baustadtrat später selbst als „Rohrkrepierer bezeichnet), dann mit hässlichen, instabilen orangefarbenen „recycelbaren“ Parkletts, vielen fetten rot-weißen sog. Begegnungs-Pollern, einer Vielzahl aufgemalter „grüner Punkte“ (Kosten: 132.000 Euro) u.a. „Elementen“ unsäglich verunstaltet hat. Der jedoch diesen Irrsinn nicht umgehend abbauen lassen will, sondern noch eine „Evaluierungsphase“ zwecks Evaluierung des Irrsinns begehrt. Der den vonseiten des Bezirksparlaments gefassten Beschluß bzgl. umgehender Beendigung dieses „Experiments“ starrsinnig ignoriert.

  2. 47.

    Berliner, ich empfehle Ihnen, sich mit den tatsächlichen Verursachern der Erderwärmung vertraut zu machen.
    Das Auto hat dabei nur einen Nebenschauplatz.

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klimawandel-was-bringt-der-verzicht-aufs-auto-a-1158653.html

  3. 46.

    Als erstes würde ich mir ein neues Thermometer kaufen und bei den Realitäten bleiben ! Wo verbringen Sie Ihren Urlaub, hoffentlich aufdem Balkon oder im Schrebergarten, da sollten Sie sich aber auch Co 2 abgasfrei verhalten. Hurra diese Gesellschaft verblödet zunehmend !

  4. 45.

    Weniger Fliegen geht gar nicht:
    https://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste-vom-21-03-2019/gruene-vielflieger.html

    Das CO2 stammt aus vielen Quellen und spielt in seiner Argumentation nur eine kleine Rolle. Vor allem versäumen er es wie der Rest seiner Partei, sich massiv für lebensnahe Alternativen einzusetzen. Im Gegenteil, Frau Günther musste massive Kritik insbesondere von den Grünen für ein paar Kilometer U-Bahn einstecken. Paris will bis 2030 das Netz verdoppeln. Die Grünen denken steinzeitlich.

    Ach ja, nur die Server für's Internet brauchen so viel Strom, dass die für sich der der fünftgrößte Energieverbraucher der Welt sind, Tendenz steigend. Dazu kommt noch der Rest der Infrastruktur bis hin zu den Endgeräten.

  5. 44.

    Gut so! Der Autoverkehr beschert uns 40 Grad C in Deutschland und an die 45 Grad in Frankreich. Der Autoverkehr hat aufzuhören! Der Flugverkehr muss auch weg!

  6. 43.

    Gegenüber der Welt hat Schmidt in einem Interview sein eigentliches Ziel genannt. Er möchte den Autoverkehr so weit wie es in seiner Macht steht, behindern und verlangsamen. Er war mit einem Mietauto 1x (!) doppelt so schnell im Büro wie mit dem ÖPNV, was er nicht mehr tolerieren will. Dabei ist ihm jedes rechtlich noch so dubiose Mittel unter Mißachtung der BVV recht, um den Autoverkehr zu verlangsamen. Frau Günther für ihre verfehlte Verkehrspolitik mit der schleppenden Ausweisung neuer Busspuren traut er sich ebensowenig zu kritisieren wie auch deren schwachen Nahverkehrsplan, der gemäß grüner Parteidoktrin so gut wie keinen U-Bahnbau vorsieht. Die Verkehrsbefragungen des Senates interessieren auch ihn nicht.

    Er ist einfach nur ein weiteres Beispiel für die fundamentalistische linksalternative Wundertüte unter grünem Deckmantel.

  7. 42.

    Im Text habt Ihr es ja richtig, aber die Überschrift ist falsch, es gibt kein Bezirksamt Kreuzberg. Die Bezirksfusion ist 20(?) Jahre her.

  8. 41.

    Au ja. Ich brauche diesen Bezirk eh nicht. Können wir ruhig eine Glocke drüber packen und für touris als Freizeitpark einrichten.

  9. 40.

    Da Sie ja laut Ihres Nicks Berliner Retter sind, sollte Ihnen eigentlich alles was die Autofahrer am Falschparken behindert willkommen sein.

  10. 39.

    Ja! Warum nicht rund um den Bezirk alle Straßen mit Steinen oder Mauern absperren?

  11. 38.

    Wenigstens einer, der etwas gegen den Autowahnsinn zu tun versucht. Weiter so!

  12. 37.

    Es gibt in der kleinsten Form den § 32 StVO. Es ist verboten.... Gegenstände auf die Straße zu bringen und dort liegen zu lassen .... Wer für solche verkehrswidrigen Zustände verantwortlich ist, hat diese unverzüglich zu beseitigen und bis dahin ausreichend kenntlich zu machen. Verkehrshindernisse sind,.... mit eigener Lichtquelle zu beleuchten oder andere zugelassene lichttechnische Einrichtungen kenntlich zu machen.
    Man versucht hier ein verkehrswidriges Verhalten durch ein anderes zu verhindern. Ein kleiner Tipp, es gibt Firmen, die stellen zugelassene und TüV-geprüfte Warnbarken mit Beleuchtung auf. Ein Falschparken in einer Baustelle sollte auch auf legalem Weg möglich sein. Ich möchte den Aufschrei hören, wenn, warum auch immer, und wie ungeschickt das gewesen sein mag, sich an einem dieser Steine verletzt. (Stromausfall bei Nacht, Straße dunkel, soll hin und wieder vorkommen)

  13. 36.

    Steine stehen in Kreuzberg also immer noch im Kurs.
    Ich erinnere mich noch gut daran das Kreuzberg den rebellischen Kinderwagenschiebern am Zugang zum Kreuzberg in der Dudenstraße auch einen Stein in den Weg setzte, weil man so dreist war nicht die etwas höhere Treppe zu nutzen sondern einen daneben gelegenen Trampelpfad. Seitdem sehen die Grünen dieses Problem offensichtlich als gelöst.
    Liebe Frau Hermann, liebe Grünen... Man könnte diesen Zugang vielleicht auch mal mit einer Rampe versehen. Seit kurzem ist ja dort auch der große Baum gefällt worden. Den Stein können sie dann beispielsweise gerne in die Katzbachstraße auf die Fahrbahn legen.

  14. 35.

    Ob diese Maßnahme gegen die Straßenverkehrsordnung verstößt, da keine Markierungen vorhanden sind oder sogar einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr darstellt, muss juristisch wohl erst ermittelt werden, nachdem die Findlinge dort abgesetzt wurden. "Ungünstig" und nachbedacht, u.U. ungesetzlich. Klar ist, dass es ein Versuch einer Lösung eines konkreten lokalen Problems sein soll und nicht das Gesamtziel der Reduktion des Individualverkehrs oder des Ausbaus von ÖPNV oder die Erhöhung der Fahrradfreundlichkeit anstrebt. Fragezeichen und Skepsis über den, frei nach extra3, "realen Irrsinn" in der xten Ausgabe kann ich gut verstehen, aber in die altbekannte Empörungsschnappatmung zu verfallen, in rechtspopulistischerweise Politiker*innen Totalversagen und Inkompetenz zuschreibend, ist da - und überall - unnötig.

  15. 34.

    Dass man sich an den Steinen verletzen könnte, kann kein Argument gegen die selbigen sein. Man läuft ja auch nicht permanent gegen Häuser oder fällt Treppen runter, weil sie da sind. Feuerwehr hat auch Platz. Also keine Probleme mit der Sicherheit. Die Frage ist eher: "Wat soll dit?" Steine auf der Straße gegen parkenden Autos? Ja, na und? Dann parken da mal drei bis vier Autos, um mal schnell was einzukaufen. Auweia!! Es sollte lieber etwas gegen den mobilen Mietschrott getan werden, der gerade um die Marheineckehalle den wenigen Platz für Fußgänger verknappt. Es würde auch helfen diese Fahradautobahn zu sperren, um Fußgänger vor Kampfradlern und Fahrradnaz.s zu schützen

  16. 32.

    Beim Absetzen der Findlinge wird der Sysmograph im Büro der Grünen Bezirksbürgermeisterin Herrmann so richtig ausgeschlagen haben.

  17. 31.

    Auch wenn es die Situationen sind, die die Maßnahmen verlangen^^...gebe ich Ihnen recht. Einfach mal tief durchatmen und der Sache eine Chance geben, das fällt dem empörten Berliner derzeit scheinbar noch schwerer als sonst. Wenn doch bloß die ganzen Spezialisten hier den Senat bestücken würden, was hätten wir alle für ein Leben... ;-)

  18. 30.

    Kill Your City! Alter, ist das krass

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