Das Berliner Landgericht und Sitz der Staatsanwaltschaft in der Turmstraße (Quelle: DPA/Paul Zinken)
Bild: dpa

Kokainhandel im "Schichtsystem" - Sechs Männer wegen Drogenhandel in Kreuzberg vor Gericht

Eine mutmaßliche Bande von Drogenhändlern soll ihre illegalen Geschäfte wochenlang in einer Art "Schichtsystem" betrieben und in Berlin-Kreuzberg rund 12.000 Konsumeinheiten verkauft haben. Rund ein Jahr später hat am Dienstag vor dem Landgericht der Prozess gegen sechs Männer begonnen.

Laut Staatsanwaltschaft soll die Gruppierung mehr als sechs Kilogramm Kokain verkauft und dadurch etwa 430.000 Euro erlangt haben. Vier der 24- bis 29-Jährigen hätten als Bandenmitglieder agiert. Ob sich die Angeklagten zu den Vorwürfen äußern werden, blieb zu Prozessbeginn am Dienstag offen.

Kokainhandel mit System

Die mutmaßliche Bande soll Ermittlungen zufolge zwischen Ende April und Mitte Juli 2018 fast täglich mit Kokain gehandelt haben. Abnehmer hätten sich telefonisch gemeldet. Mit den potenziellen Erwerbern sei ein Ort zur Übergabe vereinbart worden.

Ein 29-jähriger Angeklagter sei von den mutmaßlichen Komplizen oft als "Chef" oder "Onkel" bezeichnet worden. Er sei Organisator der Gruppierung gewesen und habe die sogenannten "Läufer" mit Nachschub versorgt, die die einzelnen Verkäufe abgewickelt hätten. "Die Läufer waren in einer Art Schichtsystem eingeteilt", heißt es in der Anklage.

Drei der Angeklagten sollen als "Läufer" in der Gruppierung tätig gewesen sein. Zwei weiteren Angeklagten wird Beihilfe zur Last gelegt. Sie hätten die "Läufer" vor Polizeikontrollen gewarnt. Im Dezember 2018 wurden mehrere der Angeklagten festgenommen. Der Prozess wird am 13. Juni fortgesetzt.

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Sind die einen weggesperrt, stehen bereits andere Dealer wieder bei Fuß. Oder glauben Sie allen ernstes, damit wird das Problem gelöst? Das ich nicht lache. Im übrigen sollten gerade Sie doch wissen, das Kokain besonders in der gehobeneren Gesellschaftschicht vollen Zuspruch erhält. Ob Politiker,Ärzte ,Rechtsanwälte und und und. Soviel zur „Schwäche u.Dummheit“. Den kleinen Leuten wird der gestreckter Dreck auf der Straße angeboten. Mehr Amphetamin und Backpulver als 99% Kokain. Habe gerade einen sehr guten, authentischen Kriminalroman aus Schweden darüber gelesen. „Spür die Angst“ von Jens Lapidus.

  2. 2.

    Auch wenn ich der Meinung bin, dass (richtiges, nicht deutsches) Lebenslänglich Mördern und versuchten Mördern vorbehalten sein sollte, kann die Strafe für Drogenhändler kaum hart genug ausfallen.
    Solche Leute nutzen Schwäche und Dummheit anderer aus, um sich an deren Elend in skrupelloser Weise zu bereichern.

  3. 1.

    Nur sechs? Gefühlt müsste es mindestens das Hundertfache sein (minimale Untergrenze).

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