Zelt von Klimaaktivisten im Protestcamp unweit des Kanzleramtes in Berlin-Mitte (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: dpa/Jörg Carstensen

Protestcamp - Klimaschützer zelten vor dem Kanzleramt

Erst am Freitag hat das Oberverwaltungsgericht entschieden, dass Klima-Aktivisten ihre Zelte vor dem Kanzleramt aufschlagen dürfen - nun rechnet die Bewegung "We4Future" über Pfingsten mit rund 200 Teilnehmern. Ihr Ziel: mehr Klimabewusstsein schaffen.

Campen fürs Klima: Umweltschützer demonstrieren über Pfingsten im Berliner Regierungsviertel für mehr Klimabewusstsein. Am Samstagmittag waren etwa 40 Menschen in dem Camp, wie eine Sprecherin der Bewegung "We4Future" sagte. Neben den sechs Gemeinschaftszelten waren demnach etwa 25 private Zelte auf der Wiese vor dem Tipi am Kanzleramt aufgestellt. Die Bewegung versteht sich laut Internetseite als "Teil einer vielfältigen Klimabewegung".

Eigenes Handeln auf klimagerechte Welt ausrichten

In Arbeitsgruppen wollen die Teilnehmer bis Montagnachmittag Lösungsvorschläge für die Klimakrise erarbeiten, sich vernetzen und ins Handeln kommen. Am Sonntagnachmittag soll der "zivile Klimanotstand" ausgerufen werden. Das bedeute, als Privatperson die Klimakrise anzuerkennen und eigene Handlungen und Entscheidungen auf eine klimagerechte Welt auszurichten, heißt es in einer Erklärung auf der Homepage der Bewegung. Nach dem Camp soll die Idee in Universitäten, Unternehmen, Kommunen und Institutionen getragen werden.

Die Organisatoren rechneten im Laufe des Tages noch mit mehr Teilnehmern, 200 waren angemeldet. Unter anderem hatten sich Aktivisten der Umweltbewegungen "Students for Future" und "Extinction Rebellion" angekündigt.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte erst kurz vor dem Start des Camps am Freitagabend entschieden, dass private Zelte erlaubt sind. Die Polizei hatte zunächst nur größere Versammlungszelte genehmigt.

Klimanotstand - auch in deutschen Städten

In der klimapolitischen Debatte wird der Begriff "Klimanotstand" (englisch "climate emergency") schon seit über zehn Jahren verwendet. Ziel ist es, auf die Folgen des Klimawandels hinzuweisen und mehr Bewusstsein für den Klimaschutz zu schaffen.

Im Dezember 2018 präsentierte der wachstumskritische Club of Rome im Europaparlament seinen "Climate Emergency Plan", in dem zehn Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung zusammengefasst sind.

Infolge der weltweiten "Fridays for Future"-Bewegung haben inzwischen auch zahlreiche Städte, wie zum Beispiel Los Angeles, Vancouver und Bern, den Klimanotstand ausgerufen, um somit dem Klimaschutz bei allen Gesetzesvorhaben höchste Priorität einzuräumen. Auch deutsche Städte, wie zum Beispiel Konstanz und Kiel, sind diesen Schritt gegangen. In Berlin läuft seit Anfang Mai eine entsprechende Volksinitiative; sie fordert, die Pariser Klimaschutzziele von 2015 als rechtsverbindliche Ziele auch für Berlin festzusetzen.  

Sendung: Abendschau, 08.06.2019, 19.30 Uhr

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25 Kommentare

  1. 25.

    Und die Einwegplastikflasche haben Sie mal eben in den ganzen Antworten unterschlagen, auch bezeichnend. Hört sich doch alles nach mehr Spaß als ernsthafter Aktion an. Aber gut, jedem Seins

  2. 24.

    Das "Gedöns" wurde mit Lastenrädern und zu Fuß auf die Wiese gebracht.
    Solche Zeltallustangen sind nicht zu schwer, wenn man sich reinteilt und nahegelegene Leihmöglichkeiten findet.
    Soweit möglich wurden diese Optionen (Lastenrad, zu Fuß) auch genutzt um Material in Berlin von A nach B zu bringen.
    Ich weiß von 2 Transportern, die genutzt wurden um die Großzelte und Küchenutensilien zu transportieren.

    Der Rest, auf Rücken und im Rad.
    Kein Auto ist auf die Wiese gefahren.

  3. 23.

    Um Ihre Sorgen zu zerstreuen:
    Dem Rasen geht es gut, es ist weder zu einem Schmuddelplatz noch unbenutzbar, dreckig oder kaputt gemacht worden.

  4. 22.

    Ihre erste Frage hat Gustav (Post 14.) schon gut beantwortet.

    Nun, "der Dreck" wurde von allen Beteiligten (Jede Person hat Verantwortung) weggeräumt.
    Per Hand, Persönlich, Per Lastenrad.
    Ich weiß nicht was für ein Bild Sie vom We4Future Camp haben/hatten, aber der Rasen sah auch danach weiterhin gut aus.
    Es gab keine offenen Feuer oder ähnliches, was dem Rasen stark geschadet hätte.

    Nach dem Camp wurde auch vom Ordnungsamt alles überprüft.

  5. 21.

    Selbstverständlich.
    Und es wurde gemacht,....per Hand, persöhnlich, mit Lastenrädern und zu Fuß.
    Und vom Ordnungsamt überprüft...

  6. 20.

    Guten Abend.
    Na das ist ja mal ein Ding, da waren wir wohl über Pfingsten "kostenlos in Berlin zelten".
    Hut ab, dass Sie das aus einem Foto heraus erkannt haben.

    Das Camp war beileibe nicht kostenlos und es gibt Menschen die etwas bewegen wollen. Menschen, die was anderes zu tun haben als Ihre Feiertagsklisches zu erfüllen.
    Es war auf Spendenbasis finanziert, dies passierte nach dem Solidaritätsprinzip, d.h. alle zahlen nur so viel, wie es ihnen mit ihren Mitteln möglich ist (gerichtet an einem Mittelwert). Wer nur weniger zahlen kann, zahlt weniger und wer mehr zahlen kann, zahlt mehr.

    Und nein, "das campen" Stand nicht im Vordergrund. Sondern die angebotenen Workshops und die gemeinsame Ideenfindung, das vernetzen und diskutieren. Das realisieren, dass Änderungen von jeder Person selbst kommen können und müssen.

    Aber wir haben uns schon gefreut, Nachts in einem Zelt schlafen zu können, ja.

  7. 19.

    Nun ja, es gab vor Ort Eco-Toiletten (https://www.biorama.eu/eco-toilette-komposttoilette/) und die wurden rege genutzt. Am Ende vom Camp wurden diese abgeholt.
    Dazu gab es ein Waschbecken, das an das Wassernetz (und Abwassernetz)von Berlin angeschlossen wurde. Alles offiziell und regelkonform.
    Was haben sie für ein Bild von uns, denken Sie wir kacken alle in die Büsche?

    Ich bin gespannt wie sie mit dieser "Klimahysterie" umgehen, wenn es auch ihren Lebensbereich betrifft.

  8. 18.

    Ich stelle mir die Frage, wie sie das ganze Gedöns dorthin bekommen haben ? Solche Zelte und alles was so dazu gehört mit dem Fahrrad oder zu Fuß ? Hut ab !

  9. 17.

    Wieder so ein Schmuddelplatz ,wo der Rasen anschließend hin ist.

  10. 16.

    Gute Frage, das ist mir auf dem Bild auch aufgefallen. Und wer räumt den Dreck weg und wer bringt den Rasen wieder in Ordnung?

  11. 15.

    Ach Du meine Güte, was Sie sich so für Verschwörungstheorien zusammen reimen. Liebe Grüße vom Spaghetti-Monster...^^

  12. 14.

    Weil er Durst hat und etwas trinken muss?!? Kommt jetzt wieder der Nonsens, dass Menschen, die für‘s Klima demonstrieren nur laufen, Beeren und Kräuter essen und Wasser aus dem Fluss trinken dürfen? Das ist Kindergarten. Keine Argumente und dann sowas.

  13. 13.

    Wenn Sie sich mit Klimamodellen befassen würden, wüßten Sie, daß es kaum etwas Unzuverlässigeres gibt, und daß man dort flächendeckend im Dunkeln tappt aber regelmäßig die nur die pessimistitischsten Annahmen für die Pressearbeit verwendet. Hier mal ein hübsches Beispiel unseriöser Massenindoktrinierung von 2007: https://www.welt.de/wissenschaft/article1456952/Nordpol-bereits-in-fuenf-Jahren-eisfrei.html

  14. 12.

    "Durch Dinge wie fff und Rezo". Ach Du meine Güte! Sie erkennen ja nicht mal generalstabsmäßig angelegte Kampagnen, wenn sie sich vor Ihrer Nase abspielen. Wenn Ihre Informationsgewinnung auf diesem Niveau abläuft, habe ich keine Fragen mehr.

  15. 11.

    Falsch. Ihr Märchen ist unglaubwürdig. Wenn ZWEI DRITTEL des Treibhauseffektes auf WASSERDAMPF zurückzuführen sind und 4% von 0,04 % Luft - also 0,0016 % menschgemachtes CO² sind, dann hören Sie doch bitte auf, das Märchen zu verbreiten, ausgerechnet diese 0,0016 % seien für die Erderwärmung verantwortlich. Das ist doch an Unglaubwürdigkeit nicht mehr zu überbieten. Das können Sie vielleicht Schulkindern erzählen. Die glauben Ihnen das. Erklären Sie uns lieber, warum Ihre Verbotspartei nicht aufruft, Dampferzeuger zu verbieten. Das würde wenigstens noch Sinn machen. Daß Sie sich aufspielen, über Verstand zu urteilen, ist anmaßend und entbehrt nicht einer gewissen Komik.

  16. 10.

    Weshalb stehen im Zelt eines Klimaschützers (Foto) Einwegplastikwasserflaschen?

  17. 9.

    Richtig. Weitermachen wie bisher, sollen die Anderen zuerst etwas verändern, was haben wir damit zu tun. Grandiose Attitüde. Dass man mit diesen Aktionen Stück für Stück weltweit etwas in Bewegung setzt, versucht das Konsumverhalten der Bürger wieder mehr ins Bewußtsein zu rücken und den eigenen Kindern zuhört und ihre verständlichen Zukunftsängste damit ernst nimmt, das wird völlig ausgeblendet. Wir versuchten uns schon immer so unweltfreundlich wie möglich zu verhalten. Jetzt noch viel mehr. Durch Dinge wie fff und Rezo. Unsere Kinder schätzen das sehr und wir fühlen uns familiär gut damit. Und leugnen eben nicht den Klimawandel und machen einfach weiter wie bisher. Wer sich damit wohl fühlt und sich noch darüber lustig macht, muss das hoffentlich nur vor sich selber verantworten.

  18. 8.

    Sie sollten sich mit den physikalischen Phänomenen auseinandersetzen, statt von der AfD irgendwelche Geschichten erzählen.

    Der genannte Link hat nichts mit der AfD zu tun, sondern der betreffende Beitrag kommt vom Institut der Deutschen Wirtschaft, die prächtig am "Klimawandel" verdient. Kann sie von mir aus auch, wenn da ein Nutzen mit verbunden ist.

    Gut gemeint ist bei wenig fundiertem Sachverstand gerade beim Klimaschutz mit seinen vielen Abhängigkeiten oft schlecht gemacht in der konkreten Auswirkung:

    "Die Diesel-Fahrverbote in der Max-Brauer-Allee und in der Stresemannstraße haben die Luftqualität in Hamburg nicht verbessert. Das hat ein Jahresvergleich der Stickoxid-Werte im Oktober ergeben. Demnach ist der Abgas-Ausstoß in beiden Straßen sogar um 23 Prozent gestiegen".
    Für Verbots- und Umleitungsschilder hat Hamburg eine halbe Million Euro ausgegeben.

    https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Trotz-Diesel-Fahrverbot-mehr-Schadstoffe,stickoxid136.html

  19. 7.

    "Solange USA, Indien und China mit ihren insgesamt 70% CO2-Ausstoß nicht mitmachen, bewegt sich: gar nichts"

    Genau! Also 70% geht auf deren Kappe, und jetzt:
    Deutschland produziert 3% von des 0,0008 % vom Menschen erzeugten CO2. Leute werdet wach, und schickt die Öko-Kapitalisten in die Wüste.

  20. 6.

    Ja Herr Schmidt, also einfach weiter machen wie bisher und gut.
    Wasserdampf....Ihnen ist schon klar was 1/10 Grad erhöhte Temperatur für Wetter Extreme bedeutet. Physik 8.Klasse.
    CO2 0,04% ist richtig, was die minimale Erhöhung verursacht durch den Menschen auslöst haben Sie nicht verstanden. Dieses Argument passt zu Klimawandelleugnern wie der AfD.
    Man kann nur froh sein das die "Schulschwänzer" mehr Verstand haben als manch ein Erwachsener.

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