Ein parkender mobiler Blitzer überwacht den Berliner Straßenverkehr. (Quelle: imago/Marius Schwarz)
Video: Abendschau | 03.06.2019 | Norbert Siegmund | Bild: imago/Marius Schwarz

Mehr Tempokontrollen geplant - Berlin rüstet mit mobilen Blitzern auf

Die Berliner Polizei will die Geschwindigkeit von Autofahrern künftig stärker mit neuen, unauffälligen und mobilen Blitzgeräten kontrollieren. Wegen des "hohen Überraschungeffekts" werde man zunehmend auf mobile Überwachungen setzen, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Montag im Innenausschuss. Zwei automatisch funktionierende Blitzgeräte werden seit Februar an immer wieder wechselnden Orten getestet.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) beklagte, das Klima im Berliner Straßenverkehr sei "in den letzten Jahren insgesamt angespannter" geworden. Es gebe mehr Konflikte und mehr Aggressivität. Daher kontrolliere die Polizei intensiver und überwache den Verkehr stärker. Das hatten die Regierungsfraktionen von SPD, Linken und Grünen gefordert, weil viele Raser und Rotlicht-Sünder nicht erwischt würden.

"Erziehungseffekt" wirkt nur "drei Meter"

Slowik sagte, es existierten inzwischen 32 fest aufgebaute Blitzer an unfallrelevanten Stellen. "Bei diesen stationären Anlagen gibt es Verkehrserziehungseffekte, aber schon drei Meter nach der Anlage nicht mehr. Unsere mobilen Anlagen sind da deutlich effektiver."

Auch der Chef der Verkehrspolizei, Markus van Steegen sagte, die üblichen Blitzgeräte würden "für einige hundert Meter Wirkung" entfalten. "Wenn wir mobile Überwachung einsetzen, haben wir ein anderes Entdeckungsrisiko." Mit 94 Einsätzen der neuen Blitzgeräte, die in Anhängern untergebracht und unauffällig am Straßenrand abgestellt werden, seien bereits 89.000 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt worden. Die Geräte bräuchten wenig Platz und funktionierten Tag und Nacht, ohne dass Polizisten daneben stehen müssten.

Berlins Verkehr wird dichter

Parallel begann die Polizei am Montag mit einer fünftägigen Schwerpunktaktion gegen verbotswidriges Halten und Parken. Polizisten kontrollieren besonders intensiv Straßen, die häufig von Falschparkern auf Radwegen, Busspuren und in zweiter Reihe blockiert
werden. Weil Berlin in den vergangenen Jahren um fast 400.000 Einwohner wuchs, wurde auch der Straßenverkehr dichter. Die Zahl der Unfälle stieg im Vergleich zur Einwohnerzahl allerdings nicht entsprechend, sondern wuchs deutlich langsamer.

Sendung: Inforadio, 03.06.2019, 17 Uhr

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21 Kommentare

  1. 21.

    Ihre Wahrnehmung entspricht auch meiner. Impliziert ja nicht automatisch, dass sie falsch sein muss. Man braucht nicht immer Statistiken, um eine Situation einschätzen zu können. Außerdem werden ja auch bei Weitem nicht alle Raser erfasst. Täglich mehrmals fliegen an einem die Schnellfahrer und Drängler vorbei, z.t. mit extremen Überschreitungen. Das muss jetzt geändert werden. Und sicherlich nerven auch die Rot-Radler und unaufmerksame Fußgänger. Aber auch ich sehe das als oberste Priorität an, dass wir anderen Verkehrsteilnehmer vor diesen verantwortungslosen Autofahrern mit Bleifuß geschützt werden. Diese Woche musste ich beruflich mehrere Hundert Kilometer Autobahn fahren. Ich bin erleichtert, gesund nach Hause gekommen zu sein. Es boten sich Situationen, die einen wirklich verstören. Kamikaze-Raser, Nötigungen, Drängler uvm. Viele Situationen hätten fürchterlichste Unfälle zur Folge haben können. Ich fahre seit über 40 Jahren Auto und kann es nicht fassen, wie sich manche Autofahrer aufführen. Und die sind keine Ausnahme mehr.

  2. 20.

    Weil ich beruflich täglich stundenlang in Berlin unterwegs bin. Oft auch mit dem Rad und zu Fuß. Seit Jahrzehnten. Das sind meine Beobachtungen. Räder und Fußgänger werden es ja wohl weniger sein. Das mit den Motorrädern ist ein Reizthema für mich. Wenn ich mich hier dazu offen äußern würde, wäre das wie Selbstmord ^^ Alleine heute... Nein, ich weiß es statistisch nicht genau. Da es aber wesentlich mehr Autofahrer als Motorradfahrer gibt, das zudem saisonal bedingt ist, liegt das für mich auf der Hand und deckt sich mit meiner subjektiven Wahrnehmung.

  3. 19.

    Vorher wissen Sie das die meisten Geschwindigkeitüberschreitungen von Autos ausgehen, wenn die anderen in gar keiner Statistik auftauchen.
    Motorräder sind oft schneller unterwegs und dann noch die Rambo-Radfahrer.
    Erst wenn alle Gleich überwacht werden, kann man Aussagen treffen und wenn alle Gleich Bestraft werden, kommt es zu mehr Akzeptanz im Strassenverkehr untereinander.

  4. 18.

    Aber bitte nicht immer auf alle Verkehrsteilnehmer abschweifen. Ich gebe Ihnen im Ansatz schon recht, das mit Abstand größte Gefahrenpotential geht aber immer noch von Autos aus, deren Fahrer sich großen Teilen nicht an die Höchstgeschwindigkeit halten. Natürlich darf man den restlichen Verkehrsteilnehmern auch ihre Sünden nicht durchgehen lassen.

  5. 17.

    Kontrolle ist eigentlich gut, aber wenn nur ein Teil erfasst wird ist das ganz schlecht. Zweiräder (Motorräder, Mofas, Fahrräder...) werden gar nicht erfasst. Auch Fussgänger verhalten sich nicht immer korrekt.
    Deshalb Kontrolle aller Verkehrsteilnehmer und da wo es sinnvoll ist (z.B. auf Strassen die in die Stadt führen und Bekannte Schwerpunkte ....)

  6. 16.

    2018 starben in Deutschland 3.265 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 85 Todesopfer oder 2,7 % mehr als im Jahr 2017 (3.180 Todesopfer). Damit stieg die Zahl der Verkehrstoten nach zwei Jahren Rückgang wieder an. Die Zahl der Verletzten nahm 2018 gegenüber dem Vorjahr ebenfalls zu, und zwar um 1,1 % auf rund 394.600 Personen. Tausende Unfallopfer bleiben ihr Leben lang behindernd. Es werden nun lautstark über die Medien mehr Kontrollen angekündigt. Man will also auch präventiv für mehr Sicherheit sorgen. Zudem werden mäßige Überschreitungen weiterhin sehr human bestraft. )Auf deutschen Autobahnen kann man teilweise im gewissen Rahmen seine Geschwindigkeit selbst bestimmen.) An alledem können nur Menschen etwas zu kritisieren haben die vorsätzlich und regelmäßig die Gesetze missachten wollen.

  7. 15.

    Bitte nicht vergessen zu erwähnen: es werden nur deutsche Autofahrer zur Verantwortung gezogen bzw. deutsche Halter. Alle anderen Verkehrsteilnehmer haben in Deutschland Narrenfreiheit, schrieb jüngst die regionale Presse.
    Trotz europäischem Recht ist es den Bußgeldstellen zuviel Arbeit. Das muss der deutsche Verkehrsteilnehmer nicht verstehen.

  8. 14.

    Solange es keine Tempokontrollen im Bundestag sind.

  9. 12.

    Was heißt denn für Sie „Polizeistaat“? Dass Polizisten die Einhaltung der Gesetze unterstützen, die das Zusammenleben von über 80 Millionen Menschen möglich machen? Auch Ihr Leben wird dadurch geschützt. Und ja, auch wenn genug Platz dort war, es ist offensichtlich nicht erlaubt dort zu parken. Und wenn kein Schild da war, Einspruch einlegen und eine Erklärung fordern. Oder haben Sie es einfach übersehen?^^ Passiert. Wenn man sich derzeit in Berlin umsieht, erkennt man m.E. deutlich, dass nicht nur eindeutige Gesetze, sondern auch wesentlich mehr Kontrollinstanzen nötig sind, die die Bürger zum Einhalten derselben zu zwingen. Viele Leute, die Ordnungswidrigkeiten und Gesetzesverstösse begehen, argumentieren wie Sie. Hat keinem geschadet, war doch nicht schlimm, ist doch nicht passiert... Ich finde schon, dass z.b in der 30-Zone auch 30 gefahren werden sollte, wenn es keiner kontrolliert. Auch wenn die Straße leer ist. Tun aber nicht viele...

  10. 11.

    Auf dem Ticket wird ja gestanden haben warum sie da nicht Parken dürfen. Was für eine Dauergängelung? Sie scheinen Probleme mit Regeln und Gesetzen zu haben.

  11. 10.

    Bla, bla, bla, ...

    Aber alle freuen sich hier über den neuen Polizeistaat.

    Das die Deutschen es nicht mal ohne Regeln wagen können. Traurig.
    Es funktioniert doch alles!

    Letztlich zum See gefahren. Alles leer und genug Parkplätze.
    Nirgendwo ein Verbotsschild.
    25 EUR Ticket.

    Ich will auf keinen Fall mehr Staat und Polizei!
    Ich will gar keine Polizei und Dauergängelung!

  12. 9.

    Von zu vielen Verkehrsteilnehmern wird die ungenügende Durchsetzung der Straßenverkehrsordnung als stillschweigende Zustimmung zum permanenten Regelbruch fehlinterpretiert. Das muss beendet werden.

  13. 8.

    Berlins Verkehr wird nicht dichter, er wird mutwillig verdichtet, durch Fehlplanungen, falsche Verkehrspolitik und viel zu späte Reaktionen auf aktuelle Ereignisse. Bisher ist es doch so, das kein, oder viel zu wenig Personal für die Verkehrsüberwachung zur Verfügung steht. Überwachung des fließenden und stehenden Verkehrs ist dringend angebracht, aber bitte für alle Verkehrsteilnehmer!

  14. 7.

    Deshalb der Hinweis zur Software des Landes Hessen für die OWis. Beweisfoto mit den Dienstgerät erstellen, Kennzeichen und Tatort eingeben, Vergehen auswählen und schon wird zentral der Bescheid postfertig erstellt.

  15. 6.

    Selbst wer unbewusst 70 km/h statt 50 fährt, also vierzig Prozent über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, wird noch mit sehr bescheidenen 35 Euro verwarnt. Dazu kommt noch eine grundsätzliche Messtoleranz und die Tachoabweichung. Einen Punkt im Verkehrsregister erhält in der Praxis erst wer Tacho 80 innerhalb geschlossener Ortschaften fährt. Das ist weiterhin sehr großzügig. Wer also in Berlin und Deutschland Punkte bekommt hat vorsätzlich die Straßenverkehrsordnung missachtet. Und diese Fahrer gefährden die Verkehrssicherheit und die Gesundheit anderer Verkehrsteilnehmer und müssen aus dem Verkehr entfernt werden.

  16. 5.

    Super. Das sollte aber nur der Anfang sein. Damit endlich wieder mehr Frieden einkehren kann, müsste an allen dafür bekannten Kreuzungen Polizei stehen. Die ganzen Spinner, ob auf dem Rad, zu Fuß oder im Auto müssen jetzt zur Raison gerufen werden. Die versauen für alle Berliner das-gesellschaftliche-Klima. Ich bin entsetzt, wie gefährdend sich Autofahrer Radfahrern gegenüber verhalten und wie hemmungslos Radfahrer die Regeln brechen. Alle eine Viertelstunde früher aufstehen, dann muss man auch nicht so in Hetze sein und anderen nicht so auf den Keks gehen.

  17. 4.

    Mh,

    das absolute Halteverbot könnte auch mal kontrolliert werden.
    Dafür müssen auch nicht Hunderttausende in Blitzer investiert werden...

  18. 3.

    Mehr Kontrolle tut not!

    Als unauffällig würde ich die seit Jahren in anderen Bundesländern bewährten Anhänger nicht beschreiben. Das wären eher die in Berlin eingestaubten Lasermeßgeräte.

    Der Aufwand für die Erstellung von OWi-Anzeigen liesse sich mminimieren, wenn man die von Land Hessen eingesetzte Software nutzen würde. Andere Bundesländen machen auch das vor.

    Bei der Fahrradstaffel wird gerade getrickst. Deren Einsatzgebiet wurde gerade ausgeweitet ohne dass es mehr Personal gibt. Ob das die Linksalternativen in Friedrichshain-Kreuzber glücklich macht?

  19. 2.

    Sorry, ich kotze nahezu tagtäglich über Leute, die ums verrecken, vll. für zehn Minuten schneller am Bestimmungsort sein wollen. Bekommt euren Ar.... einfach zehn Minuten früher aus den Federn ... und fahrt gechillt zur Arbeit ... damit tut ihr euch und den vielen Anderen einen Gefallen. Ich hasse Paketboten, obwohl dieser Job wirklich nicht der Leichteste ist, die genau vor meiner Ausfahrt parken und auf "Ansage" auch noch frech werden - Hey ... 10 Meter weiter ist was frei. Ich fahre auch Fahrrad und habe mir mittlerweile meinen "Überlebensblick" angewöhnt. So'n 18 M langer Truck kann dich einfach mal "übersehen" (du bist unsichtbar) - die Zugmaschine ist schon in der neuen Strasse - dann kommen die drei (?) Hinterachsen - und der Fahrradfahrer, auf dessen Grabstein dann steht "Ich hatte Vorfahrt". Ich fahre auch Motorrad - entspannt und vorausschauend. Die Strasse "redet" mit jedem von uns. Es wäre schön wenn "wir" mal wieder miteinder reden. Brutal - ja - gewollt!

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