Taxifahrer Demonstration. (Quelle: rbb/Matthias Bartsch)
Video: Abendschau | 06.06.2019 | Bild: rbb/Matthias Bartsch

Demonstration in Berlin - Taxifahrer fordern Kontrollen der Konkurrenz

Mehrere Hundert Taxifahrer haben vor der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin demonstriert. Sie warfen Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos/für Grüne) am Donnerstag vor, nichts gegen "massive Rechtsbrüche" zu unternehmen. Kontrollen seien nötig.

In vielen Fällen hielten sich die Fahrer von Mietwagenangeboten nicht an die sogenannte Rückkehrpflicht, sagte ein Sprecher des Bundesverbands Taxi und Mietwagen. Sie warteten vielmehr gut sichtbar an Taxiständen oder am Flughafen auf Kunden. Bislang müssten sie laut Gesetz - im Gegensatz zu Taxifahrern - nach jeder Fahrt an den Hauptstandort zurückkehren, wenn sie keinen neuen Auftrag haben.

Senat überarbeitet Verordnung über Taxigebühren

Vor dem Verwaltungsgebäude am Köllnischen Park trugen die Taxifahrer Schilder mit Aufschriften wie "Recht muss durchgesetzt werden!" und "Stoppt den Wild-West von Uber und Co!". Die Konkurrenz durch die neuen Anbieter nimmt das Taxigewerbe als Existenzbedrohung wahr: Das zeigten die Demonstranten, indem sie einen Sarg mit Taxischild trugen. Auch ein Uber-Verbot wurde gefordert.

Unterdessen arbeitet der Berliner Senat an einer Verordnung über die Neuordnung der Taxigebühren. Die Forderungen des Berliner Taxigewerbes seien durchaus berechtigt, sagte Verkehrssenatorin Günther am Donnerstag in der Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses. Schon vor einem Jahr hätten Taxiunternehmen eine Erhöhung der Taxipreise beantragt. Inzwischen habe es eine Wirtschaftlichkeitsprüfung gegeben, die auch abgeschlossen sei.

Das Taxigewerbe hatte zuletzt eine Erhöhung des Kilometerpreises um circa acht Prozent gefordert. Die Taxifahrer begründen das vor allem mit dem gestiegenen Mindestlohn. Zuletzt waren die Taxipreise in der Hauptstadt 2015 erhöht worden.

"In keinem anderen Bundesland verdienen Taxifahrer weniger als in Berlin", erklärte der Linken-Bundestagsabgeordnete Pascal Meiser. Günther müsse die Tariferhöhung "umgehend auf den Weg bringen" und zugleich "dafür sorgen, dass die illegalen Praktiken von Ube rgestoppt werden".

Bereits im April hatten Taxifahrer mit Autokorsos in 30 deutschen Städten gegen die geplante Liberalisierung des Fahrdienstmarktes demonstriert. In Berlin brachte die Großdemonstration mehrere Stunden lang den Stadtverkehr nahezu zum Erliegen.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

19 Kommentare

  1. 19.

    Es geht nicht um die Konkurrenz.
    Ich bin auch Taxifahrer und habe nichts gegen Uber & Co.
    Ich bin auch der Meinung, daß Konkurrenz das Geschäft belebt.
    Es geht darum das Gesetze nicht eingehalten und auch nicht durchgesetzt werden.
    Sonst bräuchten wir sie ja nicht.
    Es kann einfach nicht sein, dass wir Taxifahrer strengen Vorgaben unterliegen und andere Unternehmen, die gern Taxi spielen wollen, machen können was sie wollen.
    Und nur daraus resultiert die Existenzangst der vielen Taxifahrer.

  2. 18.

    Irrtum, der Rot - Rot - Grüne Senat setzt auf den Online- Casino - Kapitalismus.
    Reines Subunternehmertum ohne gesellschaftlichen Mehrwert.
    Uber verlagert das Risko auf die Unternehmen:
    Fahrzeugkauf
    Personal
    Variable - Fixkosten usw.
    Hoffentlich werden die Kollegen in Sachsen- Thüringen und Brandenburg ihre Schlussfolgerung bei den Landtagswahlen ziehen.

  3. 16.

    Die Taxifahrer haben doch nur Angst um ihr Monopol !!! Ich als Handwerker kann mich auch nicht dagegen wehren , das immer mehr Möchtegern Handwerker aus den Ostblockstaaten zu uns kommen und unsere Preise kaputt machen ( Dank der EU ) !!! Ich denke ich spreche hier für viele Handwerker !!! Also ihr Taxifahrer , Konkurrenz belebt das Geschäft und habt Euch nicht so !!!

  4. 15.

    Taxitarife erhöhen und zugleich unregulierte Pseudotaxis wie Uber fahren lassen passt überhaupt nicht zusammen und führt dann tatsächlich zu einer Branche, von der niemand leben kann.

  5. 14.

    Na und? Ich habe früher am Ku-damm gewohnt. Dort fahren Abends 3/4 aller Taxen leer durch die Gegend, immer in der vagen Hoffnung auf Mitfahrer, obwohl dort der ÖPNV gut ausgebaut ist. Rasende und pöbelnde Taxifahrer kann auch keiner gebrauchen. Mit den meisten kann man sich nicht verständigen, weil die auf Kamel ihren Führerschein gemacht haben. Taxifahrer gehen ja auch immer davon aus, dass das ein Parkplatz ist, wenn sie irgendwo mitten auf der Strasse stehenbleiben. Ich denke, dass ein absolutes ÜBerangebot da ist und der Markt sich mal regulieren muss. Ganz ehrlich. Ich lebe seit 10 Jahren in Berlin und wollte nur einmal Taxi fahren. Aber das war Samstag 6 Uhr und es hatte geschneit... da fuhr keiner. Das war echt klimaneutral! :)

  6. 12.

    Taxis müssen Ihren Service verbessern. Oh ja, da ist wahrhaftig was dran. Kapitalsdroschken und mit Unsachkenntnis arbeitende Fahrer. Nicht alle Taxifahrer wohlgemerkt. Aber es sind viele, die sich häufig im Ton vergreifen. Alles schon erlebt.

  7. 11.

    Geh mit der Zeit oder geh mit der Zeit. Die Taxis müssen ihren Service verbessern. Es gibt deutsche Alternativen zu Uber z.B. Clevershuttle. Die sind 100% elektrisch, freundlich, transparent in Ihren Preisen und einfach zu per App zu buchen. Taxis sind da leider weit abgeschlagen....

  8. 10.

    Auch wenn Sie mich anschreien. Es waren Fahrzeuge für die Demo angemeldet. Und auf Fotos zu Berichten gebe ich nichts, sind zumeist nur beispielhaft. Letzte Demo waren Taxen im Korso unterwegs. Ich glaub kaum, dass die Taxifahrer ohne ihre Karre zur Demo sind...

  9. 9.

    "Weiterentwicklung" ist gut....gegen fairen Wettbewerb ist nichts einzuwenden, aber den Einen (Uber & Co)freie Hand zu lassen und die Anderen zu reglementieren, da werden wohl Äpfel mit Birnen verglichen.
    Erstaunlich ist, das in anderen Ländern Uberfahrer gegen niedrige Löhne demonstrieren. Da hat man den Wolf im Schafspelz glatt übersehen...

  10. 8.

    @LEO: Sieht man auf dem Foto Taxis ? Nein. Die sind zu Fuss dorthin gegangen.

    Bei Mitfahrzentralen nimmt man Fahrgäste mit auf einer Strecke, die man sowieso gefahren wäre und bekommt etwas Spritgeld dazu. Uber und Taxi fahren dorthin, wohin der Fahrgast will und kassieren höhere Preise, weil es gewerblich ist und man damit Gewinn machen möchte.

    @Sander: Es waren ca. 500 Taxifahrer bei der Demo, bleiben noch ca. 14500 Kutscher übrig auf 8400 Taxis. Einen Mangel an Taxis kann ich hier nicht erkennen.

  11. 7.

    erst einmal gegen die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen vorgehen und dann .....
    Wenn ich bei einer Taxifahrt 100 % mehr bezahle, obwohl ueber die groesste Zentrale gebucht und mir dann bei einer Beschwerde gesagt wird.....nicht unser Ding, wir vermitteln nur ......kann ich nur hoffen, es werden mehr ,,freie Taxen " zwischen A und B

  12. 6.

    Diese Aktion kann ich nur begrüßen! Ich wünsche den Taxi-Fahrern/innen großes Durchstehvermögen und Ausdauer. Meinetwegen kann der Ausstand auch unbefristet sein und die Taxen können gern wichtige Knotenpunkte komplett verstopfen, wie man es in Frankreich machen würde.

    Deutschland muss sich nicht jeden Ami-Mist überstülpen lassen. Wir brauchen weder Uber, noch amazon, noch Instagram oder Facebook. Deutschland ist keine Kolonie der Amerikaner mehr!

  13. 5.

    muss man die Demo unbedingt mit Taxi machen? Klimaneutral ist das nicht, als Taxi leer durch die Gegend zu fahren.

  14. 4.

    Mitfahrzentralen kenne ich nur für die Langstrecke, Uber ist eine Alternative zum klassischen Taxi. (Das seit jeher kommerziell ist.)
    Tschüss Taxi-Branche. wer es nicht schafft, selbst Vorteile gegenüber den Konkurrenten herauszuarbeiten und anzubieten, der wird eben durch die Weiterentwicklung der Wettbewerber abgelöst, das ging anderen Branchen auch so.

  15. 2.

    Na prima, dann wird das benötigte Taxi eben heute bei Uber bestellt. Wer nicht will .......

  16. 1.

    Früher gabs Mitfahrzentralen heute Uber. Alles wird durchkapitalisiert und der Verwertung zugeführt. Scheiss Welt.

Das könnte Sie auch interessieren