Weltkriegsbombe am Berliner Alexanderplatz entschärft (Quelle: imago/Friedrichs)
Video: Abendschau | 15.06.2019 | Marcel Trocoli Castro | Bild: www.imago-images.de/Friedrichs

Sperrungen aufgehoben - Weltkriegsbombe in Mitte entschärft

Die am Freitag gefundene Weltkriegsbombe in Berlin-Mitte ist entschärft. Die Anwohner konnten am frühen Morgen in ihre Häuser zurückkehren. Die Entschärfung hatte später als geplant begonnen. Mittlerweile hat sich die Lage rund um den Alex wieder normalisiert.

Die Weltkriegsbombe, die am Freitagnachmittag in Berlin-Mitte gefunden wurde, ist entschärft. Gegen 01.45 Uhr teilte die Polizei mit, dass der Zünder der Fliegerbombe entfernt worden sei. Anschließend wurde der Zünder gesprengt.

Nach Mitternacht, deutlich später als zunächst geplant, hatte die Entschärfung begonnen. So lange hatte die Evakuierung der Anwohner und die Räumung des Sperrkreise gedauert. Kurz vorher wurde der S-, U- und Fernbahnverkehr unterbrochen. Die Bahnhöfe Alexanderplatz und Jannowitzbrücke wurden geräumt und auch der Fernsehturm evakuiert. Seit dem frühen Samstagmorgen laufe alles wieder normal, so die Polizei.

muss noch am Freitag entschärft werden. 
muss noch am Freitag entschärft werden. 
Bei Bauarbeiten in Berlin-Mitte ist am Freitag (14.06.2019) eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. (Quelle: rbb/David Krause)
Die Baustelle am Einkaufszentrum Alexa, auf der die Bombe gefunden wurde | Bild: rbb/David Krause

Etwa 3.000 Anwohner betroffen

Rund 3.000 Anwohner mussten für die Entschärfung ihre Wohnungen verlassen. Auch ein Pflegeheim lag in dem Sperrkreis von 300 Metern rund um den Fundort der Bombe an der Dircksen- Ecke Voltairestraße. "Selten war es im Herzen unserer Stadt so menschenleer", twitterte die Polizei kurz vor Mitternacht.

Für die Anwohner, die ihre Wohnungen verlassen mussten, war im Rathaus Mitte eine Anlaufstelle eingerichtet worden. Dort wurden die Menschen von Mitarbeitern des Roten Kreuzes versorgt. 

Auch Fernsehturmkugel evakuiert

Irritationen gab es am Abend um den Sperrkreis. Der hatte sich im Laufe des Tages - bis auf die Kugel des Fernsehturms, die hinzugenommen wurde - nicht verändert. Verändert hatte sich allerdings die entsprechende Grafik der Polizei, die erste Grafik, die auf Twitter verbreitet wurde, sei fehlerhaft gewesen, so Polizeisprecher Martin Halweg gegenüber rbb|24. Der gesamte Sperrkreis werde evakuiert, zunächst war nur von einem Teilbereich die Rede gewesen.  

Der Fernsehturm lag zwar außerhalb des eigentlichen Sperrkreises, der rund um den Bombenfundort eingerichtet wurde. Die Kugel in 200 Metern Höhe wurde aber für den Fall evakuiert, dass die Entschärfung nicht gelingt und die Bombe explodiert. In dem Fall könnten Splitter bis in 1.000 Meter Höhe fliegen, erklärte Halweg. Die Fernsehturm-Kugel sei nach der Einschätzung der Sprengkraft der Bombe mit in den Sperrkreis genommen worden. 

Der Evakuierungsbereich hat sich entgegen früheren Angaben nicht verändert. Die erste Grafik dazu, welche die Polizei auf Twitter verbreitete, sei fehlerhaft gewesen, so Polizeisprecher Halweg gegenüber rbb|24. Der gesamte Sperrkreis werde derzeit evakuiert, zunächst war nur von einem Teilbereich die Rede gewesen.

Zum Sperrkreis für die 100-Kilo-Bombe gehört inzwischen auch die Kugel des Fernsehturms. Das teilte die Berliner Polizei am Abend per Twitter mit. Sie sollte laut der Behörde ab 22 Uhr evakuiert werden. Das dortige Restaurant ist nach Angaben der Betreiber normalerweise bis 24 Uhr geöffnet. 

muss noch am Freitag entschärft werden. 

Der Evakuierungsbereich hat sich entgegen früheren Angaben nicht verändert. Die erste Grafik dazu, welche die Polizei auf Twitter verbreitete, sei fehlerhaft gewesen, so Polizeisprecher Halweg gegenüber rbb|24. Der gesamte Sperrkreis werde derzeit evakuiert, zunächst war nur von einem Teilbereich die Rede gewesen.

Zum Sperrkreis für die 100-Kilo-Bombe gehört inzwischen auch die Kugel des Fernsehturms. Das teilte die Berliner Polizei am Abend per Twitter mit. Sie sollte laut der Behörde ab 22 Uhr evakuiert werden. Das dortige Restaurant ist nach Angaben der Betreiber normalerweise bis 24 Uhr geöffnet. 

muss noch am Freitag entschärft werden. 

Die Bombe war am Freitagnachmittag an der Ecke Dircksenstraße und Voltairestraße bei Bauarbeiten entdeckt worden. Wie die Polizei dem rbb auf Anfrage bestätigte, handelt es sich um eine 100-Kilo-Fliegerbombe mit intaktem Zünder. Sie muss schnell entschärft worden – auch wegen des aktuellen Wetters, wie Einsatzleiter Holger Ciglasch dem rbb sagte. Im Erdreich seien die Bedingungen relativ konstant gewesen, jetzt sei sie plötzlich auf bis zu 30 Grad aufgewärmt worden, "das gibt immer Spannungen im Metall". Deswegen habe der leitende Feuerwerker entschieden, dass unverzüglich mit den Entschärfungsarbeiten begonnen werden sollte, so Ciglasch.

Noch etwa 4.600 Weltkriegsbomben im Boden

Nach Angaben der Innenverwaltung aus dem April liegen noch etwa 4.600 Bombenblindgänger im Berliner Boden. In den vergangenen beiden Jahren wurden in Berlin zwölf Bomben gefunden, die schwerer als 50 Kilo waren.

Zuletzt war im Mai eine Weltkriegsbombe in Hermsdorf entschärft worden. Da auch Teile der S-Bahn innerhalb des Sperrkreises lagen, kam es laut dem Unternehmen zu "massiven Verkehrsbeeinträchtigungen".

Sendung: Abendschau, 14.06.2019, 19:30 Uhr

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20 Kommentare

  1. 19.

    Die Bewohner sammelten sich vor dem Haus. Für Behinderte und Gebrechliche stand kein Fahrdienst zur Verfügung, obwohl die Polizei Krankenwagen angefordert hatte.
    Wir haben 2 Nachbarn mit ihren Rollstühlen bis zur Sammelstelle im Rathaus Mitte gefahren.
    Die näher gelegene Turnhalle in der Grundschule Singerstaße stand nicht als Sammelstelle zur Verfügung (warum eigentlich?).
    So hat die Evakuierung sicherlich 2 Stunden länger gedauert, als notwendig gewesen wäre. Und im Endeffekt konnten alle Bewohner erst gegen 02.00 Uhr wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Das klappte dann auch recht gut, denn inzwischen waren genügend Krankenwagen des DRK aus dem Umkreis zusammen gezogen worden.
    Es stellt sich die Frage, ob ein gut koordinierter Katastrophenschutz auch nach dem Ende des „kalten Krieges“ notwendig ist? Ich sage ja. Es würde den Helfern und den Bewohnern ein besseres Gefühl geben. Weniger Einsatzleitungskoordinationssitzungen und statt dessen mehr echte Koordination würde helfen.

  2. 18.

    Aber nun zur Chronologie:
    Die Nachricht von der Bombenentschärfung war über Twitter und rbb24 seit dem Nachmittag bekannt, aber eben nur denen, die diese Medien nutzen.
    Die an der Evakuierung beteiligten Polizisten standen seit 14.00 Uhr in Bereitschaft (Dienstende 21.00 Uhr).
    Ich kam gegen 18.00 Uhr nach Hause. Obwohl bereits bekannt war, daß evakuiert werden muss: keine Hinweiszettel in den Hauseingängen, keine Durchsagen über Lautsprecherwagen, gar nichts.
    Ich habe dann einen Hinweiszettel an der Haustür angebracht. Bis zu diesem Zeitpunkt war 90% der Hausbewohner (überwiegend ältere Menschen und Gästen der vielen Ferienwohnungen in diesem Haus !!!) nicht bekannt, was auf sie zukommt. Man stelle sich vor, es klingelt unerwartet die Polizei…
    Die Nachricht kam dann in der Abendschau um 19.30 und dann klingelte gegen 20.00 Uhr die Polizei an der Wohnungstür und in etwa zeitgleich kamen dann (auch erst) die Lautsprechdurchsagen der Polizeiwagen von der Straße.

  3. 17.

    Als von der Evakuierung Betroffener (Holzmarktstraße 73) möchte ich mich zunächst bei allen Beteiligten (Polizei, Kampfmittelräumdienst, DRK etc.) bedanken, die Ihren Job ruhig, besonnen und professionell erledigt haben. Was überhaupt nicht professionell war, war die Einsatzleitung. Hier wurde dafür gesorgt, daß die Polizisten und DRK-Mitarbeiter unnötigen Frust über sich ergehen lassen mussten.

  4. 16.

    Vielen Dank an die Frauen u. Männern die ihr Leben für uns riskieren. DANKE....

  5. 15.

    Dank und Respekt dem Einsatzteam.

  6. 14.

    Die Lage war zu Beginn nicht ganz eindeutig. Wir hatten viele unterschiedliche Informationen zu Sperrungen und der Entschärfung und haben unsere Berichterstattung ständig aktualisiert.

  7. 13.

    In Berlin sind alle ueberfordert, weil doof. Senat, Polizei, Aemter...die Buerger machen sowieso was sie wollen...Chaos pur. Berlin ist aber ja damit beschaeftigt und auch gut ausgelastet, sich arm aber sexy zu finden. Verglichen mit echten Metropolen ist Berlin ein zurueck gebliebenes deutsches Kaff.

  8. 12.

    Dieser Artikel stotzt seit dem Nachmittag vor Fehlern, welche alle (teils nach Stunden) klammheimlich korrigiert wurden. Erst hieß es mal Straßen seien gesperrt, der Sperrkreis sei eingerichtet, dann war von Bahn-Unterbrechungen ab 18.30 Uhr die Rede. Wenn man den Feeds von Feuerwehr, Polizei und S-Bahn folgt, stellt(e) man die Fehler alle deutlich fest. Fehler können passieren, sollten aber TRANSPARENT dargstellt werden.

  9. 11.

    twitter oder jounalistische webseiten sind die einzigen informationsquellen für bürger_innen. wozu gibt es denn eigentlich die webseiten der behörden??
    berlin.de -> keine information
    berlin.de/polizei -> keine information
    berlin.de/ba-mitte -> keine information
    berliner-feuerwehr.de -> keine informationen
    viz.berlin.de -> keine informationen


  10. 10.

    Die bösen Autos sind die Menschen, die in dieser Stadt arbeiten und abends, zu recht, einfach mal nach Hause wollen. ÖPNV fährt ja schließlich auch nicht in dem Bereich bei der Entschärfung. Was den Konsum betrifft geb ich ihnen Recht. Aber der Verkehr muss nunmal laufen, wenn man nicht gerade arbeitslos, Student oder Tourist ist, ist man auf sowas angewiesen um pünktlich zu sein.

  11. 9.

    @ robert
    schon mal daran gedacht was das für eine Logistik ist für Polizei und alle die daran beteiligt sind. Das muss ja gut gesteuert werden. Ich glaube nicht das die Angelegenheit unbedingt vom Komsum und freie Fahrt für Autos zu tun hat. Der Alex ist ein riesen Gebiet und Evakuierungen dauern.

  12. 7.

    Nun müssen die Anwohner die Nacht sonstwo verbringen, nur damit der Konsum weitergehen kann und die Autos freie Fahrt haben.

  13. 6.

    Toll, ganz klammheimlich den Text ändern, ohne den Fehler zu markieren.

  14. 5.

    Die Warn App Nina hat auch noch nichts verlauten lassen.
    Obwohl unter "Bevölkerungsschutz Warnungen"
    "Gefahreninformationen, bei Ereignissen, von denen eine Gefahr ausgehen kann
    (z.B. bevorstehende Kampfmittelräumung)".
    aktiviert .

    Meine Information hab ich aus dem tagesspiegel.de
    Quellenangabe https://www.tagesspiegel.de/berlin/newsblog-zum-bombenfund-in-berlin-3000-anwohner-betroffen-s-bahn-haelt-ab-22-uhr-nicht-mehr-am-alex/24457918.html

  15. 4.

    Sie schreiben Straßen seien gesperrt - das stimmt (noch) nicht. Momentan alles offen!

  16. 3.

    S5 fährt auch noch...

  17. 2.

    Irgendwie hinkt rbb24 heute ziemlich hinterher. Laut Kanal Polizei-Einsatz auf Twitter wird HEUTE evakuiert, unklar nur wann. Wird auch so ständig im Radio verbreitet (rbb888) .

  18. 1.

    Bin gerade ins Alexa rein. Keine Räumung zu erkennen.

    Polizei draussen wg. Demo

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