23.06.2019, Brandenburg, Strausberg: Feuerwehrleute löschen einen Brand in einem Einkaufszentrum (Quelle: ZB/Christopher Harms)
Video: Brandenburg aktuell | 24.06.2019 | Tim Jaeger | Bild: ZB/Christopher Harms

Feuer im "Handelscentrum" - Polizei geht in Strausberg von Brandstiftung aus

Nach dem Großbrand im Strausberger "Handelscentrum" geht die Polizei von Brandstiftung aus und bittet um Zeugenhinweise. Ein Verdächtiger, der zunächst ins Visier geraten war, hat aber mit dem Feuer offenbar nichts zu tun.

Nach dem Großbrand in einem Einkaufszentrum in Strausberg (Märkisch-Oderland) hat die Polizei offenbar Indizien dafür, dass das Feuer gelegt worden sein könnte. "Wir gehen von Brandstiftung aus", sagte ein Polizeisprecher in Frankfurt (Oder) am Montag.  

Feuerwehrleute löschen am 23.06.2019 einen Brand in einem Einkaufszentrum in Strausberg. (Quelle: Christopher Harms)
Feuerwehr während der Löscharbeiten | Bild: Christopher Harms

Einen ersten Verdächtigen entlastete die Polizei inzwischen allerdings: Der Mann war am Sonntag im Zusammenhang mit einem Brand in einem Waldstück hinter dem Einkaufszentrum vorläufig festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei vom Montag hat er aber mit dem Feuer im "Handelscentrum" nichts zu tun.

Laut Polizei gibt es Hinweise von Zeugen, die an der Brandstelle Personen gesehen haben wollen. Die "B.Z." schrieb am Montag, Zeugen hätten zum Zeitpunkt des Feuerausbruchs zwei etwa zwölfjährige Jungen wegrennen sehen. Diese Aussagen würden geprüft, hieß es von der Polizei.

170 Einsatzkräfte bekämpfen meterhohe Flammen

Die Kriminaltechniker konzentrieren sich besonders auf das Reifenlager einer Autowerkstatt. Das Feuer hatte am Samstagabend nach bisherigen Erkenntnissen von dort auf das Einkaufszentrum übergegriffen.

Mehrere Feuerwehren mit insgesamt 170 Einsatzkräften und 45 Löschfahrzeugen bekämpften die Flammen, die meterhoch loderten. Dunkle Rauchsäulen stiegen auf, sie waren noch aus vielen Kilometern Entfernung zu sehen. Sieben Stunden lang löschten die Feuerwehrleute, ein Feuerwehrmann kam mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Gegen 3:30 Uhr in der Nacht gelang es den Einsatzkräften, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Vier der 60 Geschäfte brannten vollständig aus, darunter ein Elektronikmarkt und eine Drogerie. Die genaue Höhe des Schadens ist derzeit noch unklar. Es werde aber von einem "Millionenschaden" ausgegangen, hieß es von der Polizei.

rbb|24 | 23.06.2019 | Material: TeleNewsNetwork

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15 Kommentare

  1. 15.

    Richtigstellung:
    In einem vorangegangen Posting hatte ich die Integrität der NINA- App mit infrage gestellt, was natürlich Quatsch ist, da die verfügbaren Informationen, bzw. die App selbst aus Quellen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz stammt und es zu regionalen Meldungen auch explizite Kontaktinformationen gibt, resp. geben soll.
    Da der Dienst selbst von einer Behörde bereit gestellt wird, ist die Rechtsgrundlage in dem Fall obsolet.

    Natürlich ist die App deshalb nur zu empfehlen- wobei es ggf. auch hier keine Garantie auf Vollständigkeit der Informationen geben wird!
    Sorry, war ganz klar mein Fehler.

  2. 14.

    Schmunzel, schmunzel.
    Kommt drauf an, worauf sich diese "Sicherheit" bezieht. Auf Bürger-Information generell, oder auf Apps und Handys. Letzteres in einem Satz mit Sicherheit zu nennen, ist ganz schön sportlich. ;)
    - Mir fällt dazu noch der gute alte Videotext ein, denn da hatten sich Freunde von mir informiert.
    Eine App- welche auch immer, bietet eben keinen verlässlichen Informationsschutz, weil es dafür gar keine Rechtsgrundlage gibt. Dieses Ressort ist m.E. Ländersache, respektive Angelegenheit der Exekutive.

    In Bezug auf Zivil- u. Katastrophenschutz wird es mit Sicherheit ein kommunales Protokoll geben, aber was den regionalen Einsatz der Bundeswehr angeht, da gruselt es mich. Schließlich gilt in D. immer noch das Grundgesetz, welches die Streitkräfte nur zur Verteidigung des Landes vorsieht- und das ist gut so.

    Was Gaffer angeht, so hat der Bundesrat Mitte Mai einen Antrag an den Bundestag angekündigt, um Schaulustigen härter belangen zu können. Wird auch Zeit.

  3. 13.

    ich kann allen unwissenden nur wärmstens die NINA App empfehlen die genau bei solchen katastrophenszenarien warnt und Maßnahmen vorschlägt.
    Hat auch bei diesem Brand wunderbar funktioniert, kann man auch Opa und Oma beibringen ist kein hexenwerk und ein Handy sollte heutzutage wohl jeder haben.
    Ist halt die Frage wie viel Sicherheit einem so etwas wert ist.

  4. 12.

    Dann erkläre doch mal bitte, wie schnellstmöglich bei einer Gefahr ein Wohnviertel informiert werden soll, wenn du Lautsprecherdurchagen nicht mehr für zeitgemäß hälst.

  5. 11.

    Ich glaube nicht, dass hier von einen wenigen Dummen, die dort hingelaufen sind, um sich zu "informieren", auf den anständigen Rest der Bevölkerung geschlossen wird.

    Jetzt müssen sogar ältere Leute als Entschuldigung fürs Hingehen herhalten. Hallo? Ich bin ein "älterer Leut" und das auch noch ohne Facebook. Dennoch hat mich die Nachricht vom Brand erreicht. Ohne Facebook. Ist das nicht toll?

    Früher fuhren auch noch Müllsammler durch die Straßen. Ich habe deren Rufe geliebt. Aber die sind ebenso wenig zeitgemäß wie durch die Straße fahrende Polizeiwagen mit Lautsprecherdurchsagen.

  6. 10.

    ...zumal es sicher dazu gekommen wäre, WENN es die Verantwortlichen/die Leitung oder das Amt dies für sinnvoll erachtet hätte.

    Bin zwar sicher nicht in deiner Altersklasse, aber auch ich hab (naja zumindest den Eiswagen) noch im Ohr ;-)

  7. 9.

    Absperrungen gehören wahrlich nur bedingt zur Aufgabe der Feuerwehr. Doch mal ganz ehrlich, wie viele Polizisten waren denn bitte verfügbar? Sicher war alles was laufen konnte von den Beamten dort. Nur wenn es nicht mehr Personal gibt, dann ist das eben so. Wo sollen die denn her kommen? Zumal es neben dem Feuer sicher auch andere Einsätze gab. Bundeswehr? Hmm, wäre ich tendenziell dafür. Problem ist nur, das da 1. Samstags keiner mehr ist außer der zivilen Wache 2. die Bundeswehr nur bedingt eingreifen darf und 3. Die Bundeswehr in Augen der Bürger nur wichtig ist, wenn das Wasser vor dem EIGENEN Haus steht.

    Und vielleicht sollte der RBB mal hinterfragen, wieso die Meldung selber erst einen Tag später zu lesen war. Da waren Berliner Medien schneller. Aber wozu hat man Gebührenfinanziertes Radio, wenn Info's erst sehr spät den Bürger erreichen...Fragen über Fragen.

  8. 8.

    Ich glaube nicht, dass hier von einen wenigen Dummen, die dort hingelaufen sind, um sich zu "informieren", auf den anständigen Rest der Bevölkerung geschlossen wird.

    Jetzt müssen sogar ältere Leute als Entschuldigung fürs Hingehen herhalten. Hallo? Ich bin ein "älterer Leut" und das auch noch ohne Facebook. Dennoch hat mich die Nachricht vom Brand erreicht. Ohne Facebook. Ist das nicht toll?

    Früher fuhren auch noch Müllsammler durch die Straßen. Ich habe deren Rufe geliebt. Aber die sind ebenso wenig zeitgemäß wie durch die Straße fahrende Polizeiwagen mit Lautsprecherdurchsagen.

  9. 7.

    Lieber Daniel Renner,

    vielen Dank, dass Sie als Feuerwehrmann sich zu Wort gemeldet haben.
    Es kann natürlich nicht Aufgabe der Feuerwehr sein, für die großräumige Absperrung zu sorgen. Ich habe gedacht, dafür wäre die Polizei zuständig.
    Und die Bevölkerung zu beruhigen bzw. zu informieren, kann auch nicht Ihre Aufgabe als Feuerwehr sein.
    Aber was ich so gehört habe, waren gerade ältere Menschen sehr beunruhigt über die große schwarze Rauchwolke und dann die vielen Feuerwehrfahrzeuge. Die alten Menschen haben meist kein Facebook und was es so gibt.
    Ich kann mich noch erinnern, dass früher bei irgendwelchen größeren Sachen ein Polizeifahrzeug durch die Straßen fuhr und die Bevölkerung per Lautsprecher informierte und aufforderte, zu Hause zu bleiben.

    Übrigens haben alle, mit denen ich so gesprochen habe, höchsten Respekt vor Ihrer Arbeit, die in dieser Nacht sicher auch nicht ungefährlich war. Man sollte bitte nicht von einigen Dummen auf die ganze Bevölkerung schließen.

  10. 6.

    An Marko Strehle (Mann mit der gelben Weste) und Frau Müller: Ich hoffe nur, dass wenn Ihre Wohnung oder Ihr Haus brennt, schnell und weiträumig genug abgesperrt wurde.
    Nicht, dass die Leute die Ihrem Informationsrecht glauben nachkommen zu müssen, ein Handeln der Rettungskräfte ver- oder behindern.
    Ich bewundere Leute wie Herrn Strehle, die es innerhalb von fünf Sekunden schaffen, sich selbst ins geistige Abseits zu rücken.
    Dem Kameraden Daniel Renner kann ich im Übrigen nur vollumfänglich zustimmen.

  11. 5.

    Es ist mir absolut unverständlich, dass man so "beunruhigt" ist, dass man zu einem Unglücksort hingehen muss. In den Medien wurde ausreichend berichtet. Warum also behindert man Rettungskräfte, indem man dort hingeht und rumsteht?

  12. 4.

    Ich muss da den Feuerwehrmitarbeitern völlig recht geben das viele der Gaffer die Aktionen behindern. Was ich nicht verstehen kann warum die Polizei da nicht den Sperrkreis grösser macht. Wir haben doch auch eine Kaserne da hätte man doch die Miltiärpolizei mit zur hilfe nehmen können um den Sperrkreis gösser zu gestalten. Und vorallem am Sonntag haben das ja einige aus Ausflugsziel genutzt. Ich versteh das manchmal nicht. Also ich hoffe das es den Behörden mal zu denken gibt. Frau Stadler nicht nur reden handeln!!

  13. 3.

    Da es ja kein Geheimnis ist, dass ALLE freiwilligen Feuerwehren mit Personalproblemen zu kämpfen haben, kann ich dem Herrn in gelb und allen anderen Schaulustigen, die ihr Recht auf freie Information (Artikel 5 GG) vor die Öffentliche Sicherheit und Ordnung stellen nur den Vorschlag machen in die freiwillige Feuerwehr einzutreten. Das wären dann zwei Fliegen mit einer Klappe
    - mehr Personal für einen größeren Absperrbereich und
    - mittendrin statt nur im Weg

    Grüße eines freiwilligen Feuerwehrmann
    Und nochmal DANKE an alle die uns unterstützt und nicht behindert haben!

  14. 2.

    ... ja und? Was haben dann die ganzen Leute da vor Ort zu suchen? Dass es brennt, sieht man ja. Da muss man dann nicht noch länger im Weg stehen bleiben und den Zugang für die Feuerwehr verstopfen. Außer man ist ein "Gaffer" und will sich aus Sensationslust das Feuer anglotzen. Dann stören die "nervigen" Notfallretter natürlich nur. Es fehlt nur noch, dass die "Schaulustigen" die Feuerwehr bepöbeln, weil beim Filmen von Handy-Videos die Löschkräfte im Bild stehen. Diese geringe Wertschäftzung gegenüber Menschen, die im Zweifel das Leben anderer retten, ist echt schlimm! Aber passt in unsere heutige Zeit.

  15. 1.

    Ich stimme dem Herrn im gelben Hemd mit Hut zu. Man hätte weiträumiger absperren müssen.
    Ich selbst habe mich auch gegen 21.30 Uhr auf den Weg gemacht, da ich sehr beunruhigt war. Eine Riesenrauchwolke am Horizont und immer mehr Feuerwehren aus verschiedenen Richtungen. Das ständige Tatüta habe ich jetzt noch in den Ohren. Die ganze Situation war sehr beunruhigend.
    Vor Ort war ich verwundert, dass z.B. die Goethestraße, auf der sich die Feuerwehren stauten, nicht abgesperrt war. Man konnte zwischen den Feuerwehren über die Straße gehen.
    "Die Leute", wie sie unsere liebe Bürgermeisterin nennt, sind eben sehr verbunden mit ihrem Handelscentrum, da dort auch viele Veranstaltungen stattfinden. Wie der junge Mann im Video sagte, es verbrannte gerade ein Stück Kindheit.
    Ich kann "die Leute" verstehen, die dort hingegangen sind.
    Nicht verstehen kann ich die, die die Absperrungen ignoriert haben. Das waren aber einige wenige.

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