ARCHIV - Ein Waldbrand in der Nähe von Jüterbog in Brandenburg am 04.06.2019 (Quelle: dpa/Julian Stähle)
Audio: Antenne Brandenburg | 24.06.2019 | Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel | Bild: ZB

Waldbrandgefahr in Brandenburg - "Die Situation ist angespannt"

Bis zu 39 Grad soll es in dieser Woche heiß werden, entsprechend hoch ist die Waldbrandgefahr in Brandenburg. Vier Landkreise sind bereits bei der höchsten Stufe 5, weitere werden wohl folgen. Es werden ungute Erinnerungen an das Brand-Jahr 2018 wach.

In Brandenburg steigt die Waldbrandgefahr durch Hitze, Trockenheit und aufkommende
Winde weiter an. "Die ersten Brände wurden schon gemeldet", sagte der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel am Montag. In der Lieberoser Heide gibt es einen Waldbrand. Bei Märkisch Buchholz (Dahme-Spreewald) brannte es am Montag auf etwa 3.000 Quadratmetern. Die Feuerwehr habe den Brand aber inzwischen unter Kontrolle, sagte Engel.

Temperaturen bis 39 Grad

"Sorgen bereitet uns die aus Osten heranziehende heiße Luft und die aus dem Süden erwartete heiße Luft", so Engel. Auch der Wind verschärfe die Situation: Schon ein Funke reiche wegen der Trockenheit aus, um einen Brand zu entfachen, sagte Engel.

Am Mittwoch werden in Brandenburg Temperaturen um 34 bis 39 Grad erwartet. Engel rechnet dann damit, dass landesweit die höchste Gefahrenstufe 5 gelten werde. Derzeit gilt nach Angaben des Landesumweltministeriums in den Landkreisen Potsdam Mittelmark, Barnim, Havelland und Spree-Neiße sowie Cottbus schon die höchste Waldbrandwarnstufe fünf.  "Die Situation ist angespannt", sagte Engel.  Die Forstleute seien aber gewappnet für den Fall, dass Brände ausbrechen sollten, betonte er. "Man muss sich nicht verrückt machen."

Seit Jahresanfang wurden den Angaben zufolge 220 Waldbrände in dem Bundesland registriert. 885 Hektar waren betroffen - allein 744 Hektar wurden Anfang Juni bei dem bislang größten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte in Brandenburg auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog in Mitleidenschaft gezogen.

Anschaffung von Hochleistungspumpen geplant

Die Brandenburger Landesregierung hat angekündigt, den Berufsfeuerwehrleuten Hochleistungspumpen zu beschaffen. Bis zu fünf dieser Pumpen seien geplant. "Wir gehen auf die Berufsfeuerwehren zu", sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) Mitte Juni. Im vergangenen Jahr bei den Bränden in Treuenbrietzen habe man zwei solcher leistungsfähigen Pumpen nachordern müssen, "weil wir die eigenen Fähigkeiten dazu
nicht hatten", so Schröter. "Das werden wir jetzt ändern."

Im vergangenen Jahr wurden bei dem Waldbrand in Treuenbrietzen rund 400 Hektar Wald zerstört. Mehrere Tage lang wüteten Flammen in dem Waldstück südwestlich von Berlin. Drei Dörfer mussten evakuiert werden. Als Konsequenz legte die rot-rote Landesregierung einen Zehn-Punkte-Plan auf, von dem allerdings noch nicht alle Punkte komplett umgesetzt sind.

Politiker fordert Waldbetretungsverbot

Ein FDP-Forstexperte forderte inzwischen, angesichts der hohen Waldbrandgefahr ein vorübergehendes Wald-Verbot für Bürger zu verhängen. "Die Wälder in Deutschland sind extrem trocken, vor allem in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen", sagte der Bundestagsabgeordnete Karlheinz Busen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). Abseits größerer befahrbarer Wege sollten sich derzeit nur noch geschulte Personen wie Förster oder Jäger aufhalten dürfen. "Für alle anderen Personen muss ein Waldbetretungsverbot verhängt werden - mit empfindlichen Ordnungsgeldern bei Verstößen."

Busen verwies weiter darauf, dass es bei der Forderung auch um den Schutz von Menschenleben gehe: "Ein einmal ausgebrochener Brand wird bei der aktuellen Trockenheit der Wälder schnell auch zur Falle für Waldspaziergänger."

Sendung:  rbb24, 24.06.2019, 13.00

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1 Kommentar

  1. 1.

    So wie derzeit es wieder in der Lieberose Heide brennt den Qualm und Brandgeruch ist hier in Calau im LK OSL zu sehen und zu riechen. Diese Hochleistungspumpen sollten nicht nur den Berufsfeuerwehren sondern auch den größeren Feuerwehren wie z.b. Calau oder Lübbenau zu Verfügung gestellt werden.

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