Ein Schild mit der Aufschrift «Arzt» steht am 19.03.2019 in Sonnenwalde, Brandenburg. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Übersichtskarten für Brandenburg - Zum Arzt in 15 Minuten - allerdings nur mit dem Auto

Trotz des vielfach beklagten Ärztemangels in ländlichen Regionen ist der jeweils nächste Hausarzt in Brandenburg gut zu erreichen. Das geht aus Angaben von Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) sowie aus neuen Übersichtskarten hervor, die jetzt online gestellt wurden.

"Keine Region ist abgehängt"

Ein Auto vorausgesetzt, können demnach 99,2 Prozent aller Brandenburger innerhalb von 15 Minuten den nächstgelegenen Hausarzt erreichen, 98,8 Prozent einen Zahnarzt. Genauso lange dauere es für knapp 87 Prozent aller Kinder und Jugendlichen bis 16 Jahre, die Kinderärzte oder die Kinderheilkunde in Krankenhäusern suchen.

"Keine Region ist in diesem wichtigen Lebensbereich abgehängt", teilte Karawanskij am Sonntag mit. Ambulante und stationäre Angebote sowohl in berlinnahen als auch berlinfernen Regionen seien mit dem Auto grundsätzlich gut zu erreichen.

Klar sei auch, dass nicht nur die reine Fahrzeit mit dem Pkw dazu gehöre, sondern auch Faktoren wie Öffnungszeiten und Termin-Vergaben für die Patienten entscheidend seien.

Die Übersichtskarten zeigten, dass es im Flächenland Brandenburg wohnortnah ambulante Versorgungsangebote gebe [externer Link], sagte Peter Noack, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung. Dazu würden auch die elf ärztlichen Bereitschaftspraxen beitragen, die an den Notaufnahmen von Krankenhäusern arbeiten. Bis 2020 soll ihre Zahl auf 20 steigen.

Ärztedichte ist deutlich geringer als in anderen Ländern

Unabhängig von der Einschätzung des Ministeriums und der Kassenärzte, ist die Versorgung mit Ärzten in Brandenburg schlechter als in allen anderen Bundesländern. Auf 100.000 Einwohner kommen demnach rund 186 niedergelassene Mediziner. Vor allem Kinderärzte fehlen. Acht Prozent der Brandenburger Ärzte sind älter als 65 Jahre. Bei den Hausärzten ist der Anteil sogar noch etwas höher. Ähnlich Ergebnisse hatte auch eine rbb-Datenrecherche im September 2018 erbracht.

Sendung: Brandenburg aktuell, 23.06.2019, 19.30 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen? Dort steht doch ganz klar Hausarzt, also in der Regel Allgemeinmediziner. Dass es bei Fachärzten Versorgungsprobleme gibt bestreitet hingehen niemand.

  2. 2.

    Menschen, die einen Arzt aufsuchen, tun dies in der Regel, weil sie krank sind.
    Wenn ich mich aus Krankheits/Altersgründen mich nicht in der Lage sehe, einen Arzt aufzusuchen oder schlciht kein Auto habe, sieht es schon schlechter aus. Dann muss ich Nachbarn, Freunde oder Bekannte bitten, mich zu chauffieren oder ein (teures) Taxi nehmen.
    Im Notfall ist natürlich auch jede Arztpraxis zu einer Behandlung verpflichtet, aber wenn es nun kein ausgesprochener Notfall ist? Nicht alle Arztpraxen nehmen neue Patienten auf. Nicht, weil sie keine Lust haben, sondern weil sie ohnehin überlastet sind und am Limit laufen.
    Von Fachärzten wollen wir hier mal gar nicht reden.
    Dann sind es schon deutlich mehr als fünfzehn Minuten, nicht wahr?

  3. 1.

    Es wäre doch schön wenn sich unsere Politiker endlich mal von dem statistischen Irrsinn trennen würden. Ruf doch mal bei einem Augenarzt, Hautarzt oder Orthopäden an und hört Euch die Antwort an. Auch ein Herr Noack verwendet einen großen Teil seiner Zeit nicht für Patienten, sondern für die KVB. Das ist toll, aber er ist in der verlogenen Statistik. Frau Karawnskij hören sie auf die Leute zu verarschen, die Realität sieht ganz anders aus.

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