Warnung vor eventuell hinterbliebener militärischer Munition in einem Waldstück bei Stahnsdorf. Quelle: imago
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Explosionsgefahr in Waldbrandgebieten - Brandenburg birgt pro Jahr hunderte Tonnen Munition

In Brandenburg lagern noch immer riesige Mengen Bomben, Minen, Granaten und Kleinmunition aus dem Zweiten Weltkrieg. Kein anderes Bundesland muss nach Angaben von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) für die Beseitigung alter Kampfmittel so viel Geld ausgeben wie Brandenburg. Und das, obwohl viele Blindgänger bereits entfernt sind.

In diesem Jahr seien bis Juni rund 165 Tonnen Kampfmittel und Teile davon geborgen worden, teilte der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Deutschen Presse-Agentur mit. Im gesamten vergangenen Jahr wurden demnach rund 326 Tonnen geborgen, im Jahr 2017 waren es etwa 280 Tonnen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst sucht in Brandenburg systematisch nach Blindgängern im Boden, auch bei Bauarbeiten werden immer wieder Fliegerbomben entdeckt.

Brandenburg ist nach Angaben der Polizei das Land mit dem höchsten Anteil kampfmittelbelasteter Gebiete in Deutschland. Rund 392.000 Hektar von 2,9 Millionen Hektar Gesamtfläche gelten als noch belastet - das sind mehr als 13 Prozent. Die Schwerpunkte sind in den Kreisen Märkisch Oderland, Dahme-Spreewald, Teltow-Fläming und Oder-Spree. Als besonders belastet wegen starker Bombardierung im Zweiten Weltkrieg gelten aber auch die Städte Oranienburg, Brandenburg, Cottbus, Potsdam, Neuruppin und Schwarzheide sowie Ruhland.

Kampfmittel können Löscharbeiten bei Waldbränden erschweren

Die Kampfmittel können auch das Löschen von Waldbränden drastisch erschweren wie jüngst bei den Bränden bei Jüterbog oder in der Lieberoser Heide. Große Hitze kann dazu führen, dass sich Kampfmittel von selbst entzünden. "Bei den momentan vorherrschenden Witterungsbedingungen können sich Temperaturen von bis zu 50 Grad und mehr auf dem Erdreich entwickeln", erklärte eine Sprecherin des Kampfmittelbeseitigungsdienstes. Bei Phosphor, der in manchen Kampfmitteln vorhanden sei und in oder auf der Erde liege, sei bei Temperaturen von mehr als 50 Grad eine Selbstentzündung nicht ausgeschlossen. "Diese Munitionsteile können eine von vielen anderen zu betrachtenden Brandursachen sein", sagte die Sprecherin.

Offenliegende Sprengstoffe neigten aber eher nicht dazu, sich selbst zu entzünden oder selbst zu detonieren als Folge witterungsbedingt steigender Temperaturen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat nach eigenen Angaben 65 Mitarbeiter.

Sendung: Inforadio, 26.07.2019, 13 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Ich fürchte die von KK beabsichtigten Mehrausgaben von Steuergeldern für die Bundeswehr dienen nicht vorrangig der Kampfmittelbeseitigung früherer Kriege im In- und Ausland. Wäre aber sinnvoll.

  2. 3.

    "Wann hatte die AFD nochmal geäußert kriegerisch gen Russland aufzubrechen?" - DUMME FRAGE!!!
    In der europäischen Geschichte wurde mehrmals versucht " kriegerisch gegen Russland aufzubrechen" und die Folgen sind bekannt.
    Manche lernen es leider nie...
    Friedliche Koexistenz, handeln/business ist die richtige Lösung!

  3. 2.

    Wann hatte die AFD nochmal geäußert kriegerisch gen Russland aufzubrechen?
    Im Gegenteil pflegen die Mitglieder der AFD gute Kontakte zu Vertretern des russischen Staates, wie man in diversen deutschen Medien hören und lesen kann.

  4. 1.

    "hunderte Tonnen Munition" auch das ist ein Erbe der Kriegsgeilheit Deutschlands. Jetzt wählen einige schon wieder so eine Rechte Partei. Manche lernen nie.

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