Ein Absperrband der Polizei sperrt während der Bombenentschärfung im Bahnhof Oranienburg den Zugang zu den Gleisen. (Bild: dpa/Soeder)
Audio: Antenne Brandenburg | 13.06.2019 | Lisa Steger | Bild: dpa

Kampfmittelräumdienst - Zwei Weltkriegsbomben in Oranienburg entschärft

Zwei Weltkriegsbomben sind in Oranienburg unschädlich gemacht worden. Mehr als 9.500 Menschen mussten am Donnerstagfrüh ihre Häuser verlassen. Erst am Abend konnten sie zurückkehren - später als ursprünglich geplant.

Zwei Weltkriegsbomben in Oranienburg (Oberhavel) sind am Donnerstag unschädlich gemacht worden. Um 19:09 Uhr wurde der Stadt zufolge der zweite Blindgänger entschärft. Gegen 19:30 Uhr wurde der Sperrkreis aufgehoben und die rund 9.500 betroffenen Menschen konnten in ihre Wohnungen zurückkehren. Ursprünglich sollte dies schon eineinhalb Stunden früher geschehen. 

Die erste Bombe war bereits um 15:16 Uhr entschärft worden. Der Kampfmittelräumdienst hatte am späten Vormittag in Oranienburg mit den Arbeiten zur Entschärfung zweier Weltkriegsbomben begonnen. Die beiden Blindgänger waren auf dem Gewerbegebiet in der Lehnitzstraße entdeckt worden.

Da die Metallkörper gut sechs Meter tief in Grundwasser - und in der Nähe der Havel - lagen, war die Freilegung kompliziert. Weil Bomben nur im Trockenen entschärft werden können, wurde der Grundwasserspiegel im Vorfeld auf acht Meter abgesenkt, wie eine Sprecherin der Stadt erklärte. Seit Mitte April war wegen der Bomben auch der Oranienburger Schlosshafen vom  Wasserstraßennetz abgeschnitten. 

Der Sperrkreis konnte erst kurz vor 11 Uhr vollständig geräumt werden, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Eigentlich hätte das bereits eine Stunde früher der Fall sein sollen. Eine Person benötigte demnach den Rettungsdienst zum Verlassen der Wohnung.

Eingerichtet worden war der Sperrkreis um 8 Uhr. Er hatte einen Radius von rund 1.000 Meter. Innerhalb des Sperrkreises lagen auch der Bahnhof Oranienburg, ein Krankenhaus, mehrere Kitas und Schulen sowie ein Seniorenheim. Rund 300 Einsatzkräfte etwa von Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt arbeiteten an der Evakuierung des Gebiets.

Möglicher Sperrkreis am Donnerstag in Oranienburg (Quelle: Stadt Oranienburg)

Ausfall im S- und Regionalverkehr

Für Anwohner und Betroffene hatte die Stadt Anlaufstellen eingerichtet. Da der Bahnhof von der Entschärfung betroffen ist, musste auch der Regional- und S-Bahn-Verkehr unterbrochen werden. Für die S-Bahn sowie für einige Regionalbahnlinien war Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. 

Bomben vor zwei Jahren entdeckt

Die Blindgänger, zwei 250-Kilogramm schwere Bomben amerikanischer Bauart mit intakten, chemischen Langzeitzündern, waren vor zwei Jahren bei einer systematischen Kampfmittelsuche entdeckt worden. Es waren laut Stadt die Bomben Nummer 204 und 205, die seit der Wende in Oranienburg beseitigt werden mussten. Oranienburg gehört bundesweit zu den Städten, die besonders mit Weltkriegsmunition belastet sind.

Auch in Brandenburg/Havel wurde am Donnerstag Munition kontrolliert gesprengt. Ab 8.00 Uhr war ein Sperrkreis von 800 Metern errichtet, der sich auch über den Quenzsee zog. Rund 70 Bewohner mussten nach Angaben der Stadt ihre Häuser verlassen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 13.06.2019, 7 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Sitzt da wirklich noch jemand und macht das mit der Hand, oder machen das Roboter? Ich verstehe auch immer nicht wieso das so schwer ist. Warum kann man nicht einfach mit einem Wasserstrahl die ganze Bombe durchsägen. Ohne Druckkörper sollte doch nichts mehr passieren. Aber gut so denke ich als Unwissender. Ich möchte jedenfalls nicht tauschen. So viel kann man mir gar nicht bezahlen damit ich den Job machen würde, also Hut ab.

  2. 2.

    Für den Einsatz Dank nach Kräften.

  3. 1.

    Dank den Einsatzkräften!

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