Im Waldbrandgebiet bei Jüterbog (Quelle: rbb)
Video: Brandenburg aktuell | 07.06.2019 | Annette Dornieden, Marc Langebeck | Bild: rbb

Erstmals Panzer für Schneisen im Einsatz - Lage im Waldbrandgebiet bei Jüterbog vergleichsweise entspannt

Die Feuerwehr war am Freitag immer noch mit mehr als 100 Kräften im Waldbrandgebiet bei Jüterbog im Einsatz. Doch die Lage war nach dem Regen am Vortag vergleichsweise entspannt. Nun muss ein Wiederaufflammen des Brandes verhindert werden.

Hinweis: Dieser Beitrag wird nicht mehr aktualisiert. Die neue Meldung zum Waldbrand bei Jüterbog finden Sie hier.

Die Lage im Waldbrandgebiet bei Jüterbog war am Freitag vergleichsweise entspannt, eine Entwarnung wollten die Einsatzkräfte aber noch nicht geben. Das Feuer hat sich nach Angaben der Feuerwehr zwar nicht weiter ausgebreitet, es bestehe aber weiterhin die Großschadenslage, wie die Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming, Kornelia Wehlan (Linke) am Freitag sagte. "Überall sind Glutnester, es gibt keine Entwarnung". Der Waldbrand ist einer der größten in Brandenburg seit Jahrzehnten.

Mehr als 100 Feuerwehrleute mit 32 Fahrzeugen waren im Einsatz, um auf dem rund 760 Hektar großen Waldbrandgebiet noch vorhandene Glutnester zu bekämpfen. Weil das Löschen auf dem munitionsbelasteten, ehemaligen Truppenübungsplatz am Boden nur von beräumten Wegen aus möglich ist, wurden die Einsatzkräfte weiter von einem Löschhubschrauber der Bundeswehr unterstützt. Außerdem erkundete ein Polizeihubschrauber das Areal, um wiederaufflammende Glutnester schnell zu erkennen.

Alarmiert waren die Einsatzkräfte vor allem auch deshalb, weil am Freitag ein neuer Brand ausgebrochen ist, diesmal auf dem Stadtgebiet von Potsdam:  Am Potsdamer Stadtrand nahe dem Bahnhof Rehbrücke gerieten tausend Quadratmeter in Flammen.

Bundeswehrpanzer soll Schneisen freiräumen

Erstmals ist am Freitag auch ein Bergepanzer der Bundeswehr in dem Waldbrandgebiet eingetroffen. Er sollte bereits vorhandene Brandschneisen von Bewuchs und umgestürzten Bäumen befreien, damit das Feuer im Falle eines Wiederaufflammens nicht überspringen kann.

Wegen des Brandes ist die Kreisstraße K 7218 zwischen Frankenförde und Felgentreu weiterhin gesperrt. Der Landkreis Teltow-Fläming hatte das Feuer am Donnerstag als Großschadenslage eingestuft und die vollständige Einsatzleitung übernommen.

Am Donnerstag hatten bis zu 180 Feuerwehrleute, Kräfte vom Technischen Hilfswerk und weitere Helfer gegen die Flammen gekämpft. Am Abend hatte Regen die Situation entschärft. 

Von einem Löschhubschrauber aus ist verbrannte Fläche in dem Waldbrandgebiet bei Jüterbog zu sehen. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Der Blick auf das Waldbrandgebiet vom Löschhubschrauber aus | Bild: dpa/Christoph Soeder

Einsatzleiter erwartet keine neue Ausbreitung des Brandes

Kreisbrandmeister Tino Gausche sagte am Freitagmorgen, die Randbereiche seien aktuell abgelöscht. In der Fläche müsse man abwarten, ob es wieder zu Rauchentwicklung kommt und dann reagieren. 

Tatsächlich gelöscht werden könne die Fläche nur durch einen ergiebigen Regen, sagte Gausche. Tausende kleiner Stellen, wie etwa Baumstümpfe oder umgekippte Bäume, würden weiter brennen. Eine Ausbreitung des Brandes erwartet er aber nicht: "Wenn jetzt alles wirklich optimal läuft, uns heute nichts verquer geht, dann könnten wir zum Wochenende soweit Entwarnung geben, dass wir langsam darüber nachdenken können, diese Fläche zu übergeben." Der Landkreis hatte am Donnerstag wegen der Großschadenslage die Einsatzleitung von der Stadt Jüterbog übernommen

Wie lange die Löscharbeiten dauern werden, lässt sich nicht voraussagen. "Wir sind noch nicht am Ende der Hitzeperiode. Keiner kann in die Glaskugel schauen", sagte Landräing Wehlan mit Blick auf das Pfingstwochenende. "Wir haben gemeinsam mit den Feuerwehren der verschiedenen Landkreise bis Mittwoch den Dienst durchgeplant." 

Temperaturrückgang hilft

Auf erneuten Regen können sich die Einsatzkräfte zunächst nicht einstellen. Erst in der Nacht zu Samstag erwarten die Meteorologen einige Schauer. Aber auch der deutliche Temperaturrückgang helfe, sagte Einsatzleiter Gausche. Für Freitag würden 27 bis 29 Grad erwartet - in den vergangenen Tagen waren die Temperaturen teils deutlich über 30 Grad gestiegen. "Ob Wind aufkommt, müssen wir sehen", so Gausche weiter.

Am Donnerstag hatte sich der Wind teils günstig auf die Löscharbeiten ausgewirkt, weil er die Flammen von den Rändern zurück auf den ehemaligen Truppenübungsplatz gedrückt hatte.

Ehemalige Truppenübungsplätze können kaum geräumt werden

Der Landesfeuerwehrverband Brandenburg sieht hinsichtlich der Munitionsbelastung auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz kaum Chancen, das Problem in den nächsten Jahren zu lösen. In der Praxis sei es sehr schwierig, solche Munitionsflächen zu räumen, sagte Verbandspräsident Werner-Siegwart Schippel der Deutschen Presse-Agentur. Zwar würden bereits Schneisen abgesucht, so dass beispielsweise Löschfahrzeuge bei Bränden näher heranfahren könnten. Allerdings gebe es viel zu viele solcher Gebiete.

Kein anderes Bundesland habe so viele munitionsbelastete Flächen wie Brandenburg, sagte Schippel. Dazu komme, dass es an Fachpersonal bei den Munitionsbergungsdiensten fehle. Schippel forderte mehr Hilfe vom Bund. Das Land werde da teilweise allein gelassen.

Brand in Altsorgefeld unter Kontrolle

Der Brand in Altsorgefeld im Amt Dahme/Mark ist unter Kontrolle, wie der Landkreis Teltow-Fläming mitteilte. Auch hier habe der Regen für Entlastung gesorgt. Im Brandbereich loderten keine offenen Flammen mehr, Glutnester gebe es aber noch.

Insgesamt sind dort den Angaben zufolge 25 Einsatzkräfte mit vier Fahrzeugen im Einsatz. Sie werden durch einen Hubschrauber der Bundespolizei unterstützt. Die Bundesstraße 87 ist mittlerweile wieder freigegeben. 


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2 Kommentare

  1. 2.

    Schade, niemand berichtet jeh über, wie geht es eigentlich den Tieren bei dem Brand, wohin flüchten sie, welcne schaffen es nicht! Als würden sie keinerlei Bedeutung der berichterstatter haben.... Ich verstehe diese Abspaltung überhaupt nicht....

  2. 1.

    @rbb Sind das nicht perfekte Bedingungen, um bedarfsgerecht Fachkräfte auszubilden? In Kooperation mit der Bundeswehr und/oder anderen, die regelmäßig bei Übungen & Einsätzen Munition zurücklassen? Wieviele Jahre würden wieviele Fachkräfte schätzungsweise brauchen, um die munitionsbelasteten Flächen zu räumen? Gibt es einen Zeitplan?
    "Allerdings gebe es viel zu viele solcher Gebiete. Kein anderes Bundesland habe so viele munitionsbelastete Flächen wie Brandenburg, sagte Schippel. Dazu komme, dass es an Fachpersonal bei den Munitionsbergungsdiensten fehle."

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