Feuerwehr bekämpft Waldbrand in Brandenburg (Bild: imago/R.Price)
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Hitze-Rekord in Nordwest-Brandenburg - Trockene Hitze treibt Waldbrandgefahr in die Höhe

Während sich angesichts des Sommerwetters Badeseen und Sommerbäder in Brandenburg großer Beliebtheit erfreuen, mehren sich bei den Feuerwehren die Sorgen. Die trockene Hitze lässt die Waldbrandgefahr deutlich steigen. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht.

Das trockene Wetter lässt die Waldbrandgefahr in Brandenburg weiter steigen. "Wir werden fast flächendeckend wohl die höchste Gefahrenstufe ausrufen", sagte der Waldbrandschutzbeauftragte von Brandenburg, Raimund Engel, am Sonntag. "Es beginnt mal wieder eine heiße Woche."

Am Sonntag stiegen die Temperaturen in Berlin und Brandenburg auf über 30 Grad, in Lenzen (Elbe) im äußersten Nordwesten Brandenburgs wurde sogar ein bundesweiter Spitzenwert von 32,9 Grad gemessen. Nur in Geldern-Walbeck in Nordrhein-Westfalen war es heute genauso heiß. Am Montag sollen die Werte ähnlich hoch steigen.

Bislang hat es laut Engel in diesem Jahr etwa 125 Waldbrände im Land gegeben. Am Sonntag wurden nach seinen Angaben Brände in Cottbus-Kahren, Märkisch-Buchholz, Calau-Mlode (Kreis Oberspreewald-Lausitz) sowie zwei in Halbe (Kreis Dahme-Spreewald) registriert. Nach einem Brand in Halbe-Massow am Samstag prüft die Polizei Brandstiftung.

Böschungsbrand legte Bahnstrecke lahm

Wegen Böschungsbränden war die Bahnstrecke zwischen Falkenberg (Elster) in Brandenburg und Annaburg in Sachsen-Anhalt am Sonntag vorübergehend unterbrochen. Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte,  auf dem Abschnitt der Regionalbahn (RB) 51 sei vorübergehend ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet worden. Seit dem Mittag habe es mehrere Böschungsbrände an der Strecke gegeben. Am Nachmittag war die Strecke wieder befahrbar. Ein Güterzug habe die Böschungsbrände wegen einer festsitzenden Bremse durch Funkenflug verursacht.

Regen ist erst einmal nicht in Sicht

Am Sonntag galt für die Kreise Elbe-Elster im Süden und Prignitz im Nordwesten die höchste Gefahrenstufe 5, wie das Umweltministerium im Internet mitteilte. Eine hohe Gefahr - die zweithöchste Stufe - bestand für fast alle anderen Kreise und Städte, nur für die Kreise Oberhavel und Oder-Spree sowie für die Stadt Frankfurt (Oder) galt eine mittlere Gefahr - die Stufe 3.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet für diesen Montag mit einer weiteren Zunahme der Waldbrandgefahr. Denn es bleibt in Brandenburg trocken und heiß. In der Prignitz könnten laut DWD am Nachmittag und Abend starke Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen aufziehen und dort für ein wenig Entspannung sorgen. Doch die Wahrscheinlichkeit dafür ist nicht hoch. Für die Nacht zum Dienstag werden dann im Nordwesten Brandenburgs einzelne teils kräftige Schauer und Gewitter erwartet.

Auch in Berlin steigt die Waldbrandgefahr

In Berlins Wäldern liegt die Waldbrandgefahrstufe derzeit bei 3 (mittlere Gefahr) bis 4 (hohe Gefahr). Damit wird die höchste Gefahrenstufe 5 noch nicht erreicht, was sich aber schnell ändern kann, sollte es die ganze Woche über trocken bleiben. Erst am Donnerstag können auch über Berlin schwere Gewitter mit Starkregen und Hagel hinwegziehen.

Zuletzt hat es am vergangenen Donnerstag in einem Berliner Wald gebrannt. Betroffen war wie schon wenige Tage zuvor ein Waldgebiet südlich von Müggelheim in Köpenick. Etwa 50 Feuerwehrleute brauchen mehrere Stunden, um den Brand auf einer Gesamtfläche von 10.000 qm vollständig unter Kontrolle zu bringen. Verletzt wurde niemand.

Sendung: Brandenburg aktuell, 2.6.19, 19:30 Uhr

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