Zwei Zecken (Ixodida) sitzen auf einem Grashalm (Quelle: DPA/Andreas Franke)
Bild: dpa-Zentralbild

Bakterien durch Zeckenstiche - Zahl der Borreliose-Fälle in Brandenburg geht weiter zurück

Borreliose-Bakterien können beim Menschen eine Vielzahl schwerer Erkrankungen auslösen. Die größte Übertragungsgefahr stellen Zecken dar. Zwar gibt es auch in diesem Jahr bereits wieder Hunderte Fälle von Borreliose in Brandenburg - aber deutlich weniger als zuletzt.

In Brandenburg wurden bis Mitte Juni 266 Fälle von Borreliose gemeldet. Das teilte das Brandenburger Gesundheitsministerium auf Anfrage mit. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres war die Zahl mit 414 gemeldeten Fällen wesentlich höher.

Insgesamt zählten das Ministerium und das Robert Koch- Institut(RKI) im Jahr 2018 1.556 Fälle von Borreliose in Brandenburg. Zum Vergleich: 2017 waren es 1.741 Fälle. Besonders aktiv waren die Zecken im vergangenen Jahr in den Landkreisen Barnim (183) und Potsdam-Mittelmark (176). Die wenigsten Fälle wurden aus dem Landkreis Elbe-Elster (17), aus Cottbus (19) und Frankfurt (Oder) (37) gemeldet.

Ganzjährige Gefahr

Bei der Krankheit gelangen durch Zeckenstiche Bakterien - Borrelien genannt - in den menschlichen Körper. Das kann zu Infektionen führen. Das Infektionsrisiko ist stark von den Witterungsbedingungen abhängig. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden die Tiere ab Temperaturen um die acht Grad aktiv. Man sollte daher ganzjährig aufpassen und sich vor allem nach einem Spaziergang im Wald gründlich nach Zecken absuchen.

Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist nach Angaben des Friedrich Löffler-Instituts die am weitesten verbreitete Zecke in Deutschland. In den letzten Jahren tauche auch immer häufiger die Zeckenart Dermacentor auf, die mit bis zu vier Millimeter Länge etwas größer sei als der Holzbock, sagte Wissenschaftler Helge Kampen.

Sendung: Radioeins, 19.06.2019, 5.40 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Sinkende Infektionszahlen? Wirklich? Hilfesuchende in den Betroffenen-Organisationen werden immer mehr!

    Bei oft wenig Wissen über diese schwer zu erkennende, da vielgestaltige Erkrankung und ohne wirklich gut geeignete Tests steht die Ärzteschaft oft ratlos und quasi "mit leeren Händen" da. Mediziner/-innen, die ggf. den Erkrankten helfen wollen, gibt es durchaus. Doch ohne entsprechend gute Testverfahren und geeignete Diagnoseschlüssel zur Codierung ist die Krankheit "in den Köpfen" kaum präsent, wird so leicht übersehen oder falsch interpretiert als psychisches Problem. Folgen u. a.: wohl falsche, da zu niedrige Meldezahlen; ür die Betroffenen oft das private und berufliche Aus; für die Solidagemeinschaft hohe Kosten.

    Überfällig sind: bessere Fortbildungen für die Ärzteschaft zu bereits vorhandenen Forschungsergebnissen einzelner "Vordenker", bessere Tests als Kassenleistung, mehr Aufklärung für die Bevölkerung und Gesundheitspolitik.

  2. 2.

    Da es sich um eine Bakterien Infektion handelt gibt es hierfür keinen Impfstoff. Vielleicht wurden die Menschen in den letzten Jahren auf das Thema Sensibilisiert. -> Wenn man die Zecke Rechtzeitig erkennt und entfernt sinkt das Risko einer Infektion deutlich.

  3. 1.

    Zunächst: Toll! Aber: Weshalb? Mehr Impfungen? Hintergründe fehlen...

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