01.07.2018, Berlin: Ein Teilnehmer am Schwimmwettbewerb "Berliner Flussbad-Pokal" springt am Bode-Museum ins Wasser.
Bild: dpa/Paul Zinken

Spezielle Filter und Einstiegsplätze - Neues Konzept für das Flussbad an der Museumsinsel

Gerade musste der Verein Flussbad Berlin den 5. Flussbad-Pokal verschieben: Nach den heftigen Gewittern lief zu viel Dreck in die Spree. Insgesamt sind die Pläne für ein Spreebad aber im Fluss - die Initiatoren legten jetzt ein neues Konzept vor. Von Ute Schuhmacher

Die heftigen Gewitter und Wassermassen waren einfach zu viel: Gullis liefen über - und damit auch Abwasser in die Spree. Aber auch wenn deshalb der 5. Flussbad-Pokal, der am Sonntag hätte stattfinden sollen, auf den 25. August verschoben werden musste, gibt es doch inzwischen Fortschritt beim Flussbad an sich.

Der Verein Flussbad Berlin e.V. hat inzwischen ein städtebauliches Konzept vorgelegt, das jetzt weiter ausgearbeitet werden soll, wie Berlins Staatssekretär für Wohnen, Sebastian Scheel, in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der CDU schreibt.

Freitreppe am Lustgarten fällt weg

Das Konzept sieht vor, dass in dem Spreearm zwischen Bode-Museum und Auswärtigem Amt auf 830 Metern geschwommen werden soll. Es soll eine Freitreppe am Humboldt-Forum und eine an der European School of Management and Technology geben, also gegenüber vom Auswärtigen Amt. Das Konzept der Freitreppe am Lustgarten dagegen geht baden. "Da haben sich die Denkmalschützer durchgesetzt", schreibt Sebastian Scheel.

Filter gegen Blaualgen

Damit das Wasser sauber genug zum Schwimmen ist, soll südlich des Auswärtigen Amtes eine 400 Meter lange, leistungsstarke Filteranlage installiert werden. Die soll so viel sauberes Wasser produzieren, dass das Wasser im gesamten Schwimmbereich pro Tag einmal komplett ausgetauscht wird, sagt Jan Edler von Flussbad Berlin e.V..

Das wiederum soll verhindern, dass sich an der geplanten Badestelle Blaualgen bilden. Wann diese Filteranlage installiert werden kann, ist allerdings noch offen, genauso wie der Zeitplan für das gesamte Flussbad. Staatssekretär Scheel spricht von einer stufenweisen Realisierung und meint, dass es bis zu 20 Jahre dauern könnte, bis alles fertig ist.

Derweil reinigt ein Testfilterschiff das Spreewasser ein klein wenig. Außerdem werden auf dem Boot regelmäßig Wasserproben entnommen. So werden Daten über die Wasserqualität der Spree über die Jahre gesammelt. Ein wichtiger Schritt sei das auf dem Weg zum Flussbad, findet Jan Edler. Finanziert wird das ganze über Fördermittel des Landes Berlin.

Schwimmen vielleicht erst zeitweise?

Auch wenn der große Spreewasserreinigungsfilter noch längst nicht eingebaut ist, heißt das nicht, dass nicht schon vorher in dem Spreearm geschwommen werden kann, meint Jan Edler. Dafür setze sich der Verein Flussbad Berlin e. V. ein. Wenn die Wasserqualität es zulässt, will er erreichen, dass in nicht allzu ferner Zukunft zeitlich begrenzt in der Spree gebadet werden darf. Und zwar nicht nur zur Verleihung des Flussbad-Pokals.

Dazu und auch für die richtige Einrichtung eines Flussbades in der Spree in Mitte braucht es allerdings neue rechtliche Regeln. Bislang ist es in Berlin nämlich gesetzlich verboten, unter Brücken zu schwimmen. Über das geplante Flussbadstück führen aber Brücken. Es bräuchte also mindestens Ausnahmeregelungen - oder das Gesetz an sich müsste angepasst werden. Erst wenn das geschehen ist, kann das Spreeteilstück als offizielle Badestelle ausgewiesen werden, sagt Jan Edler von Flussbad Berlin e.V.
 

Beitrag von Ute Schuhmacher

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3 Kommentare

  1. 3.

    Das ganze dann auch noch subventioniert? Für die Kinderplanschen in Wohngebieten ohne Flussanschluss oder ganz was anderes ist keine Kohle da.

  2. 2.

    Das schwimmen unter Brücken ist in Berlin verboten? Aus welchem Zeitalter stammt denn das Gesetz?
    Aber das erklärt, warum es im Freibad nie ne Brücke gibt ;-)

  3. 1.

    Das Planschen im UNESCO-Welterbe wird sicher lustig, wenn die ersten (womöglich an- bis volltrunkenen) Badepartygäste über den Kupfergraben hinaus in die Bundeswasserstraße Spree geschwommen sind, wenn sich andere auf der Höhe James-Simon-Galerie oder gar Bodemuseum so verausgabt haben, dass sie nicht mehr zu den viel weiter südlich gelegenen Freitreppen zurückkommen (aber der wilde Ein- und Ausstieg an den Museum wird - dit is Berlin - ja sowieso bald einreißen), und wenn es die ersten Unfälle an der stillgelegten Schleuse gegeben hat (auch ein hübsches Kletterobjekt, die Anlage).

    Aber egal. Hauptsache PAAAAAAARTY!

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