Reisende sitzen vor dem Bahnhof in Wittenberge in der Prignitz und warten auf den Ersatzverkehr für die Weiterfahrt nach Hamburg. (Quelle: dpa/Julian Stähle)
Video: rbb|24 | 02.06.2019 | Material: NonstopNews | Bild: dpa/Julian Stähle

ICE wegen Bombendrohung gestoppt - Hunderte Bahnreisende stranden stundenlang in Wittenberge

Zunächst muss ein ICE von Berlin nach Hamburg in Brandenburg halten - wegen eines verdächtigen Gepäckstücks. Danach kommt es für die Fahrgäste noch schlimmer: Ein Ersatzbus ist defekt - und der Busfahrer des anderen ist betrunken und bewaffnet.

Wegen eines verdächtigen Gepäckstücks und einer Bombendrohung in einem ICE von Berlin nach Hamburg haben mehr als 300 Fahrgäste in Wittenberge in der Prignitz ihre Reise unterbrechen müssen. Der Zug fuhr am Samstag gegen 21.25 Uhr im Bahnhof Wittenberge ein und wurde dort laut Polizei wegen eines herrenlosen Gepäckstücks außerplanmäßig gestoppt.

Dabei wurde nach Angaben der Bundespolizei auch ein Zettel gefunden: "Der Zettel beinhaltete eine Information über eine Bombe im Zug", sagte eine Sprecherin. "Aus Sicherheitsgründen wurde der Zug gestoppt." Die Einsatzkräfte untersuchten den ICE, konnten jedoch demnach nichts Gefährliches entdecken. Auch ein Regionalzug wurde laut Bundespolizei angehalten und evakuiert. Aus dem ICE stiegen demnach 362 Fahrgäste, im Regionalzug waren 20 Fahrgäste betroffen.  

Fahrer des Ersatzbusses ist betrunken und mit Totschläger bewaffnet

Die Reisenden mussten sich in Geduld üben. Die Deutsche Bahn bestellte nach Angaben eines Sprechers zwei Busse - doch die konnten die Reisenden nicht weiterbringen. Bei einem Bus habe es einen technischen Defekt gegeben, bei einem anderen Bus sei der Fahrer nicht fahrtauglich gewesen.

Der Busfahrer entpuppte sich laut Polizei als betrunken. Die Fahrgäste hätten festgestellt, dass der 47-jährige Mann Alkohol getrunken habe. "Die Reisenden haben sich geweigert, mit dem Busfahrer zu fahren", sagte ein Polizeisprecher. Ein Atemalkoholtest ergab 1,14 Promille - der Fahrer durfte nicht weiterfahren. Für Berufskraftfahrer gilt gesetzlich eine Grenze von 0,0 Promille. Außerdem gab es laut Polizei gegen den Mann eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Er habe einen Totschläger an seiner Kleidung gehabt, einen ausziehbaren Schlagstock mit Kugel.

Um 1.47 Uhr wurde die Sperrung nach Angaben des Bahn-Sprechers aufgehoben. Der Zug habe seine Reise dann fortgesetzt. Zwei weitere ICE-Züge - einer aus Berlin, einer aus Hamburg - seien über Uelzen und Stendal umgeleitet worden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 02.06.2019, 6:00 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    "Es ist bezeichnend für die heutigen Zustände, daß viele Menschen es vorziehen, sich zu bewaffnen." - Ja, sicher. Der Busfahrer wollte sich nur gegen Fahrgäste schützen mit seiner illegal mitgeführten Waffe. Wahrscheinlich sollte auch die Alkoholfahne dazu beitragen, die Fahrgäste abzuwehren. Sicher ist sicher!

  2. 3.

    Ihr hättet heute noch üblere Szenen in Bernau drehen können.
    Ostseereisende da gestrandet. Hunderte in der Hitze, ohne dass es irgendeinen SEV gegeben hätte. Das waren Zustände da. Ohne Worte.

  3. 2.

    Welches Busunternehmen kann sich denn sowas leisten.
    Da ist ja wohl eine umfangreiche Kontrolle nötig.

  4. 1.

    Ein "ausziehbarer Schlagstock mit Kugel" ist noch lange kein Totschläger sondern schlicht und ergreifend ein Teleskopschlagstock. Von einem Totschläger spricht man erst, wenn der Schlagstock außerdem auch flexibel ist (sh. Stahlrute). Der Totschläger gilt als verbotene Waffe - bereits sein Besitz ist verboten. Beim Teleskopschlagstock ist nur das Führen verboten.

    Es ist bezeichnend für die heutigen Zustände, daß viele Menschen es vorziehen, sich zu bewaffnen.

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