Wisente in der Sielmann Naturlandschaft Döberitzer Heide (Bild: dpa/Nestor Bachmann)
Audio: Antenne Brandenburg | 05.06.2019 | Torsten Sydow | Bild: dpa/Nestor Bachmann

25 Jahre Konversionssommer in Brandenburg - 90 Prozent sowjetischer Militärflächen umgewandelt

Rund 90 Prozent der einst von der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte in Brandenburg genutzten Flächen werden mittlerweile nicht mehr militärisch genutzt. Das Land hatte nach dem Abzug vor 25 Jahren rund 100.000 Hektar übernommen, darunter Truppenübungsplätze, Flugplätze, Kasernen und Bunker.

Auch Wohnungen sind entstanden

Auf den Arealen hätten sich Unternehmen mit rund 1.800 Arbeitsplätzen angesiedelt, sagte Finanzminister Christian Görke (Linke) laut Nachrichtenagentur dpa. In den vergangenen 25 Jahren seien zudem rund 1.100 Wohnungen entstanden. Mehr als 220.000 Tonnen Boden wurden nach den Angaben saniert - 2,5 Millionen Liter Kerosin wurden abgesaugt.

"Die restlichen 10.000 Hektar konnten bislang keiner zivilen Nutzung zugeführt werden", sagte Minister Görke. Gründe seien oft der bauliche Zustand, die Anforderungen aus dem Denkmal- und Naturschutz oder die starken früheren militärischen Belastungen.

Przewalski-Pferde statt Truppenübungen

Im Vorjahr seien 280 Hektar an Immobilienentwickler, Kommunen und Privatpersonen gegangen. Für die 29 Flächen konnte das Land rund 7,1 Millionen Euro einnehmen. Allein 5,2 Millionen Euro entfielen auf eine Liegenschaft in Schönwalde-Glien (Barnim). Wichtiger als der Erlös sei für das Land aber, dass Flächen saniert würden, sagte Görke.

Beispiel für eine erfolgreiche zivile Nutzung ist der ehemalige Truppenübungsplatz "Döberitzer Heide". 3.500 Hektar gingen 2004 an die Sielmann Naturlandschaft. Neben der Bergung von Munition seien rund 55 Kilometer Wanderwege angelegt worden. Außerdem seien Przewalski-Pferde und Wisente angesiedelt worden. 

Die Jubiläumsausgabe des sogenannten Konversationssommers hat am Mittwoch mit Veranstaltungen, Vorträgen und Ausstellungen beginnen. Bis Oktober werden dabei verschiedene Projekte vorgestellt. Organisator ist Fokus, das Forum für Konversion und Stadtentwicklung. Das kommunale Netzwerk entstand 1997.

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ich stimme Ihnen teilweise zu. Doch ich finde, z.B. die Sielmann-Stiftung hat doch großartiges geleistet (z.B. Sumpfschildkröten). Meinen Sie nicht?

  2. 2.

    Ich finde es bedenklich, so große Flächen an private Stiftungen zu vergeben. Das ist eine Art Privatisierung des Naturschutzes. Wer entscheidet, was dort passiert? Zweifellos gibt es weltweit beachtliche Beispiele dafür, aber sind z.B. die Grossschutzgebiete - als ökologische Modellregionen - nicht in der Lage diese Aufgaben zu realisieren? Ich halte diese Entwicklung für unakzeptabel. Gibt es nicht genug negativer Beispiele dieserart.

  3. 1.

    War der heutige Zustand ohne den Nazi-Wahn erreichbar gewesen?

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