Stadtteilmütter protestieren am 31.10.2014 gegen die Einstellung ihres Projekts (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
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Inforadio | 11.06.2019 | Holger Hansen | Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Beschluss des Berliner Senats - Stadtteilmütter bekommen erstmals feste Jobs und Tariflohn

Berlins Stadtteilmütter sollen ab 2020 erstmals feste Jobs mit einem Tarifgehalt bekommen - und deutlich mehr werden. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) will die Zahl der Frauen bis ins Jahr 2025 auf insgesamt 300 verdoppeln. Damit könne das Angebot auf neue Stadtteile ausgeweitet werden, zum Beispiel in Marzahn, Spandau und Reinickendorf, sagte Scheeres am Dienstag.

Die Senatorin konkretisierte damit das Landesprogramm, das der Senat in der vergangenen Woche beschlossen hatte. Bis einschließlich 2024 sollen rund 43 Millionen Euro für Stadtteilmütter zur Verfügung stehen. Die Mittel seien im Entwurf für den neuen Haushalt vorgesehen, ergänzte Scheeres.

Zurzeit arbeiten 157 Stadtteilmütter in Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte. Weitaus mehr sind bereits qualifiziert, viele stehen auf Wartelisten für die Ausbildung.

Dem Prinzip Stadteilmütter drohte oft das Aus

Stadtteilmütter sind Frauen mit ausländischen Wurzeln und arbeiten in Kiezen mit einem hohen Migrantenanteil. Nach einer sechsmonatigen Ausbildung knüpfen sie Kontakte zu Familien aus ihrem Herkunftsland und Kitas sowie Schulen. Ein Hauptziel ist es, Kindern mit ausländischen Wurzeln bessere Bildungschancen zu eröffnen. Sie helfen bei der Suche nach einer Kita, geben Freizeit-Tipps und helfen bei Behördengängen.

Vor 15 Jahren wurde das Prinzip der Stadteilmütter in Neukölln erdacht und seitdem ständig weiterentwickelt. Hunderte Frauen qualifizierten sich seitdem, auch in Kreuzberg und Mitte. Doch dem Modellprojekt drohte immer wieder das Ende. Zudem gab es Probleme aufgrund von befristeten Stellen, verschiedenen Fördertöpfen und unterschiedlicher Bezahlung.

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5 Kommentare

  1. 5.

    Da wird Geld falsch ausgegeben und dann brauchen wir uns nicht wundern über parallelgesellschaften oder ähnliche Probleme.
    RRG aufwachen

  2. 3.

    Es gab noch erheblich mehr Probleme, die aber selten oder nicht thematisiert wurden/werden. Die Stadtteilmütter mit denen ich bisher gearbeitet habe, verfügen selber lediglich über rudimentäre Deutschkenntnisse, von Hilfen bei Behördengängen, o.ä. kann also keine Rede sein. Sie selbst sind in der Tradition verhaftet und haben große Probleme über den Tellerrand hinauszusehen und Alternativen oder Lösungswege aufzuzeigen.
    Außerdem sind viele Stadtteilmütter in sog. Deutsch-Arabischen "Begegnungsvereinen" aktiv, die sich bisher meistens als verdeckte Koranschulen mit Sprachkursangebot herausgestellt haben. Gem. einer kommunalen Weisung aus Q3/2018 haben wir im Rahmen des BuT-Paketes mittlerweile auch diese Arabischkurse zu bezahlen, eine Prüfung auf religiöse oder verfassungsfeindl. Tendenzen erfolgt nicht. Hier wird also der Bock zum Gärtner gemacht.

    Ich schließe mich @Marion an, Sozialarbeiter i.V.m. Stadtteilmüttern wären sinnvoller.

  3. 2.

    Lehrer bekommen mehr Geld bei Ausländerklassen, jetzt werden "Stadtteilmütter" fest angestellt. Es gibt weitere zahlreiche kostenträchtige Sonderaktionen dieser Art, die nirgends übersichtlich quantifiziert sind. Der Ottonormalverbraucher und Steuerzahler würde gerne mal die Summe der Kosten dieser Bemühungen erfahren.

  4. 1.

    Ich wiederhole mich: Dieses Projekt fördert die Segregation der Menschen und ist deshalb kontraproduktiv. Besser wäre die Einstellung von ausgebildeten Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen , die im Tandem mit den Kiezmüttern arbeiten und so auch eine grwisse Kontrollfunktion ausüben können, damit zum Beispiel kulturspezifischen Erziehungsstilen, wie der unterschiedlichen Erziehung von Jungen und Mädchen, entgegen gewirkt wird. Eine Einmischung von Angehörigen der eigenen Kultur wird, wie bereits aus Neuköln berichtet, von den Familien nicht akzeptiert.

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