Schüler der Grundschule Jens Nydahl zeigen einen Tanz während des Kinderumzuges beim Karneval der Kulturen (Quelle: dpa/Zinken
Video: rbb|24 | 09.06.2019 | Bild: dpa/Zinken

Hunderttausende in Berlin-Kreuzberg - Karneval der Kulturen geht friedlich zu Ende

Hunderttausende Menschen haben den diesjährigen Karneval der Kulturen in Berlin besucht. Highlight war der traditionelle Straßenumzug am Pfingstsonntag. Nach Polizeiangaben blieb die Veranstaltung "weitestgehend störungsfrei".

Trommelrhythmen, bunte Kostüme und Tänze aller Art: Rund eine Million Besucher haben am Pfingstwochenende nach Angaben der Organisatoren in Berlin-Kreuzberg den Karneval der Kulturen gefeiert: 570.000 Menschen kamen demnach zum Straßenfest an den vier Veranstaltungstagen. Rund 600.000 Besucher säumten an den Straßen den Umzug am Pfingstsonntag.

Nach Polizeiangaben blieben sowohl der Umzug als auch das Straßenfest, das am Pfingstmontag um 19 Uhr geendet ist, "weitestgehend störungsfrei".

Tanz, Musik und Nachhaltigkeit

Bei sommerlichen Temperaturen bis zu 27 Grad präsentierten sich bei der traditionellen Parade durch Berlin-Kreuzberg am Sonntag verschiedene Kulturen in 74 Gruppen mit rund 4.400 Teilnehmenden.

Der Umzug führte von der Yorckstraße/Ecke Großbeerenstraße zum Hermannplatz und wurde von Sambatänzerinnen angeführt, die gewohnt viel Haut zeigten. In traditionellen Trachten wurden auch albanische, indische und koreanische Volkstänze aufgeführt. Auch eine alemannische Narrenzunft war beim Karnevalsumzug vertreten.

Neben Tanz- und Musikensembles waren Gruppen dabei, die sich Themen wie Umweltschutz, Frauenrechten oder der Flüchtlingspolitik widmen. Zwölf Gruppen beteiligten sich zum ersten Mal am Straßenumzug, darunter das Grips-Theater, das dieser Tage seinen 50. Geburtstag feiert, das Tamilische Kunstforum und Yasalaam Berlin.

Mit Hanbok und Pickelhaube

Videoüberwachung und mehr Polizei

Aus Sicherheitsgründen wurde der Straßenumzug erstmals vom Veranstalter mit zwölf Videokameras überwacht. So sollten die Besucherströme besser überblickt und gelenkt werden. Außerdem wurden Straßensperren erweitert.

Rund 1.500 Polizisten sicherten das Fest. Die Beamten aus Berlin bekamen dabei Unterstützung von Polizisten aus Brandenburg, Niedersachsen und von der Bundespolizei.

Veranstalter wollen weniger Müll produzieren

Die Veranstaltung wollte sich in diesem Jahr besonders umweltbewusst präsentieren und weniger Lärm und Müll produzieren. Neben den 51 motorisierten Wagen kamen beim Umzug deshalb verstärkt Lastenräder zum Einsatz, auch mit Rikschas, Bollerwägen und Schubkarren waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Straßenumzugs unterwegs. Außerdem seien dreimal so viele Abfalleimer wie 2018 aufgestellt worden, hieß es.

Auch wer einen Stand beim Straßenfest hatte, musste auf Nachhaltigkeit achten: Laut Veranstalter durfte ausschließlich Mehrweggeschirr verwendet werden. Außerdem gab es kompostierbare Teller aus Palmblättern.

Kinderkarneval stand im Zeichen des Eisbären

Am Samstag war der Kinderkarneval durch Kreuzberg gezogen. Das diesjährige Motto-Tier war der vom Aussterben bedrohte Eisbär - mit dem passenden Spruch "Den Eisbären wird's zu heiß - retten wir das Eis!". Beim anschließenden Kinderfest im Görlitzer Park zählten die Veranstalter rund 30.000 Menschen. Ebenfalls am Samstag liefen Teilnehmer des "Karnevals der Subkulturen" durch Friedrichshain und Kreuzberg. Dabei ging es unter anderem gegen Gentrifizierung.

Am Rande des Karnevals wurde am Sonntagabend nach Polizeiangaben ein junger Mann in der Nähe der Hasenheide angegriffen. Ein Unbekannter soll ihn geschubst und dabei mit Schnittwunden verletzt haben.

Seit 1996 findet der Karneval der Kulturen bereits statt. Er soll ein Statement der Stadt Berlin für Toleranz und eine gelebte Kultur des Miteinanders sein.

 

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3 Kommentare

  1. 3.

    Kann man sicherlich so sehen. Doch wollen Sie die Zahl der Besucher begrenzen? Ich war am Montag am Blücherplatz und fand es einfach großartig.

  2. 2.

    Nichts mehr wie es mal gewesen ist. Nur noch Kommerz.

  3. 1.

    Der Titel suggeriert ja einiges. Ganz schlecht gewählt für ein friedliches Fest!

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