ächtliche Gewitter haben die Berliner und Brandenburger Einsatzkräfte auf Trab gehalten. (Quelle: imago/Andreas Friedrichs)
Video: rbb|24 | 12.06.2019 | Bild: imago/Andreas Friedrichs

Unwetter Berlin und Brandenburg - Nach dem Gewitter ist vor dem Gewitter

Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume: Nächtliche Gewitter haben die Berliner und Brandenburger Einsatzkräfte auf Trab gehalten. Während noch die Schäden beseitigt werden, kündigt sich schon das nächste Unwetter an.

Zum Thema "Unwetter und kein Ende" sendet das rbb-Fernsehen heute ein rbb spezial um 20.15 Uhr. Unsere aktuelle Berichterstattung zum Wetter am Mittwoch finden Sie hier.

Heftige Gewitter mit starken Regenfällen in der Nacht auf Mittwoch haben für Probleme in Berlin und Brandenburg gesorgt. Straßen wurden überflutet, Blitze schlugen ein, Bäume stürzten um und Keller liefen voll. Am Morgen standen zahlreiche Pendler im Berufsverkehr dadurch im Stau oder warteten länger auf die S-Bahn.

Und: Am Mittwoch soll es weitergehen. Laut Vorhersage wird der Tag zunächst sonnig und bis zu 35 Grad heiß. Ab dem Nachmittag sind laut dem Wetterdienst Meteogroup jedoch wieder kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen zu erwarten.

Der Deutsche Wetterdienst warnt ebenfalls, schwere Sturmböen zwischen 80 und 100 km/h, Starkregen bis 25 l/qm in kurzer Zeit und Hagel seien möglich. Vereinzelt könnten auch Orkanböen bis 120 km/h dabei sein, heftiger Starkregen und Hagel mit großen Körnern.

Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume

In Berlin war in der vergangenen Nacht gegen Mitternacht der "Ausnahmezustand Wetter" ausgerufen worden. Dabei werden Einsätze nach Wichtigkeit bearbeitet, nicht nach dem Zeitpunkt des eingehenden Notrufes. Die Berliner Feuerwehr wurde innerhalb von drei Stunden zu rund 160 Einsätzen wegen des Gewitters gerufen, wie ein Sprecher sagte.

Die Niederschläge fielen allerdings regional unterschiedlich heftig aus: In Staaken wurden bis zu achtzig Liter Regen pro Quadratmeter gemessen, in Köpenick waren es nur vier Liter.

Geflutete Straßen mussten gereinigt werden

Für Verkehrsprobleme sorgten vor allem heftige Niederschläge. Die A115 (Avus) musste zwischen Spanischer Allee und Kreuz Zehlendorf in beiden Richtungen voll gesperrt werden, weil die Fahrbahnen gereinigt werden mussten. Hier wurde der Verkehr abgeleitet, und es gab lange Staus. Ebenfalls voll gesperrt war die Schlichtallee in Rummelsburg zwischen Haupt- und Lückstraße. Im gesamten Stadtgebiet fielen Ampeln aus, wie die Verkehrsinformationszentrale mitteilte.

Wegen Überflutungen war auch der Stadtring (A100) Höhe Kaiserdamm in Richtung Neukölln gesperrt, weil die Fahrbahn nach der Überflutung gereinigt werden musste. Hier platzte während der Arbeiten ein Schlauch einer Reinigungsmaschine, Öl trat auf die Fahrbahn. Der Verkehr wurde über die Ausfahrt Kaiserdamm umgeleitet - dadurch bildete sich ein langer Stau.

Auf dem Kaiserdamm sowie dem Sachsendamm mussten die Einsatzkräfte in der Nacht zudem mehrere Fahrzeuge aus den Wassermassen ziehen.  

Ein Pkw fährt nach einem Gewitter mit heftigem Regen durch die überflutete Breite Straße in Berlin-Schmargendorf. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Überflutete Straße in Berlin-Schmargendorf | Bild: dpa/Paul Zinken

Einschränkungen auf Flughäfen

Auch auf den Flughäfen Schönefeld und Tegel kam es zu Einschränkungen. Zwischen Dienstagabend und Mittwochmorgen konnten Passagiere an den beiden Airports für mehrere Stunden weder ein- noch aussteigen, wie ein Flughafensprecher sagte. Die sogenannte Vorfeldabfertigung war eingestellt gewesen. Starts und Landungen seien aber möglich gewesen. Wie viele Passagiere betroffen waren, konnte er zunächst nicht sagen.

Störungen bei der S-Bahn

Bei der Berliner S-Bahn kam es ebenfalls zu witterungsbedingten Störungen. Betroffen war unter anderem die Linie S25. Die Bahn teilte mit, aufgrund eines Blitzeinschlages in Alt-Reinickendorf könne es zu Verspätungen und eventuellen Zugausfällen kommen.

Brandenburg, Potsdam: Feuerwehrleute räumen Äste in einer Straße weg.
Aufräumarbeiten in Potsdam | Bild: dpa

Potsdam besonders betroffen

Besonders betroffen von dem Gewitter mit Starkregen war auch die Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam - dort musste die Feuerwehr fast 200 Mal ausrücken. Viele Keller und Tiefgaragen liefen mit Wasser voll, Straßen wurden überflutet, Bäume stürzten um und beschädigten Autos. Unter anderem die Zeppelinstraße musste streckenweise gesperrt werden.

Durch Blitzeinschläge wurden zwei Brände verursacht: an einer Solarthermieanlage auf einem Dach in Bornim und durch einen Kabelbrand in einem Wohnhaus. Ein Pkw mit Insassen blieb an einer Bahnunterführung in Babelsberg im Wasser stecken; alle Personen wurden durch die Feuerwehr gerettet.

Wie Feuerwehrchef Ralf Krawinkel am Morgen dem rbb in Potsdam sagte, waren die Kolleginnen und Kollegen seit 21 Uhr durchgehend und pausenlos im Einsatz. Das habe sämtliche Kräfte der freiwilligen und der Berufsfeuerwehr gefordert.

Gärten und Parks bleiben geschlossen

Die schweren Gewitter haben auch zu Schäden in Gärten und Parks des Unesco-Welterbes in Potsdam geführt. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg schloss nach eigenen Angaben am Mittwoch den Neuen Garten, den Pfingstberg und den Park Babelsberg. Ein Besuch des Marmorpalais, des Schlosses Cecilienhof im Neuen Garten sowie des Belvederes auf dem Pfingstberg sei daher nicht möglich.

Auch aus den Landkreisen Havelland und Teltow-Fläming sowie aus dem Nord-Osten des Landes meldete die Feuerwehr zahlreiche wetterbedingte Einsätze, hier lag der Schwerpunkt im Barnim. Einsatzkräfte mussten auch hier umgestürzte Bäume von den Straßen holen und vollgelaufene Keller auspumpen.

In Oranienburg und Schildow (beides Oberhavel) sowie in Schöneiche bei Berlin (Landkreis Oder-Spree) brannten nach Blitzeinschlägen mehrere Dachstühle, hieß es von der Polizei weiter.

Die Gewitter entluden sich vor allem über Ostdeutschland. In Sachsen und Brandenburg fielen örtlich Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern zu Boden. Nach Angaben des Blitz-Informationsdienstes von Siemens blitze es in der Nacht über ganz Deutschland bis zu 800 Mal pro Minute. Etwa jeder zehnte Blitz traf auf den Erdboden, wie Sprecher Stephan Thern sagte.

Die aktuellen Warnungen für alle Städte und Landkreise in der Region finden Sie beim Deutschen Wetterdienst [externer Link].
 

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59 Kommentare

  1. 58.

    @ J.K.
    Nun ist aber mal langsam gut, Sie und die anderen hier können sich Ihre Beißreflexkommentare sparen. Nörgler gibst überall aber auf dieser Seite sind ein paar Prachtexemplare dabei.
    Ich wünsche mal schon ein schönes WE soll schön warm werden und vergessen Sie nicht zur Klimademo zu gehen. Tschüs....

  2. 57.

    Dann kommen SIE endlich einmal zum Thema. Eigentlich sind Sie bisher nur am Stänkern und bringen kein einziges Argument. Gewitter sind normal, aber nicht in den Ausmaßen. Diese tropische Hitze und das meist wochenlang, ist auch nicht mehr angemessen. Ebenso die furchtbare Dürre des letzten Sommers, die auch dieses Jahr bald wieder zuschlagen wird. Die Zusammenhänge kann man sich erlesen, aber einfach zu behaupten, das wäre Quatsch und die jungen Menschen, die sich stark.für die Umwelt machen seien hormongesteuert...Du meine Güte, geht' s ne Nummer kleiner? Zu respektlos ist auch kein Weg. Guten Abend.

  3. 56.

    Gegen Ihre Kommentare habe ich nichts. Wäre ja auch Unfug. Ich habe etwas gegen den Inhalt Ihrer Kommentare, denn der ist total daneben.

  4. 55.

    @ Matthias nun mal schön beim Thema bleiben es geht um Gewitter und nicht um Ihre persönliche Abneigung meiner Kommentare.

  5. 54.

    Schlimm genug, dass junge Leute sich solche Sorgen um ihre und meine Zukunft machen müssen.

    Dies aber nach Ihrer Meinung nur wegen Pubertätsproblemen tun sowie Ihre Wortwahl zu "schleichenden" alten Leuten zeigt nur eines: Sie haben die Umweltprobleme nicht verstanden und wollen offenbar nur stänkern. Auch Ihr letzter Kommentar ist in seiner Wortwahl voll daneben, pöbelnd und respektlos.

  6. 53.

    Krea, Sie schreiben den Unsinn. Niemand sonst. Allein das Geschwafel von pub(!)ertären Jugendlichen ist sowas von übel. Gut, dass die jungen Menschen um ihre eigene Zukunft besorgt sind. Sie sind es nachlesbar nicht.

    Es stimmt schon, Sie schreiben respektlos. Gegen Jugendliche und alte Menschen.

  7. 52.

    Es gibt viel sehr spannende und aufklärende Lektüre zum Thema Klimawandel und wie er die Menschen beeinflusst bei der bpb. Sehr empfehlenswert. Nichts für ungut ;-)

  8. 51.

    So ein Unsinn was Sie da schreiben. Hören Sie bitte mit Ihren Unterstellungen auf. Wenn Sie nicht in der Lage sind ein Kommentar richtig zu verstehen sollten besser nicht darauf reagieren. Wünsche schöne sonnige Festwoche Gruß Krea

  9. 50.

    Wie bösartig...Da die Hitze und Schwüle bereits morgens beginnt und auch meist nachts nicht weicht, ist Ihr Kommentar sehr respektlos alten Menschen gegenüber. Es gibt auch Menschen mit Herzproblemen, Sonnenallergien, Schwangere usw., die extrem unter der Hitze leiden. Kleine Kinder sind bei solchen Wetterbedingungen nachmittags oft völlig durch. Wenn es Ihnen gut geht ist das ja schick, aber bestimmen Sie nicht so arrogant wie andere Menschen sich fühlen dürfen. Anstatt zu stänkern schlage ich vor, dass Sie sich informieren. Der Klimawandel ist da. Auch wenn Sie ihn negieren.

  10. 49.

    @HeleneZ
    na da sollte man aber schon wissen was man da machen kann. Ich sehe 90 jährige mittags in der prallsten Sonne zum einkaufen schleichen dann brauch man sich nicht zu wundern wenn der Kreislaug schlapp macht. Wie schaffen es die Leute die alle arbeiten müssen?! Nicht jammern einfach das beste draus machen.

  11. 48.

    Na Tunnelblick würde ich es nicht nennen. Eher absolute Ignoranz unseren hausgemachten Umweltproblemen gegenüber.

    Dass junge Menschen sich um ihre Zukunft (und auch Ihre, so Sie überhaupt noch eine haben) sorgen und dann deren Versuch des Aufrüttelns als pubertär (nicht pupertär) zu negieren, ist einfach nur böse. Was ist eine Apokralypse? Meinten Sie Apokalypse? Ich kann dem RBB-Bericht keine diesbezügliche Tendenz erkennen.

    Aber es gibt offenbar noch immer viele Menschen, die nicht begriffen haben, dass es nicht mehr fünf vor, sondern bereits nach 12 ist.

  12. 47.

    Und auch hier...es lebe der Tunnelblick. Natürlich ist Regen wichtig für die Natur, den Klimawandel gibt es aber trotzdem. Sie möchten unbeschwert genießen? Bitte sehr. Wir haben Kinder, die berechtigte Fragen stellen. Da weiter den Kopf in den Sand zu stecken ist unmöglich. Die Informationslage spricht eine zu deutliche Sprache.

  13. 46.

    @Krea.... schon mal an die gedacht, denen die - aktuell auch noch schwülwarme - Hitze nicht so gut bekommt? (Manch einem gibt das den Rest.)
    Senioren, Kranke, Kleinkinder?
    Ständig Ü30°C ist definitiv NICHT durchschnittlich, also WAR nicht durchschnittlich.
    Der neue Durchschnitt sieht evt. anders aus.

  14. 43.

    Ich kann diese Beiträge betreffs Klimawandel nicht mehr lesen. Der Regen ist doch wunderbar für die Natur. Die letzten Jahre waren viel zu trocken und jetzt wird das aufgeholt. Regnet es wird gemeckert scheint die Sonne wird gemeckert.
    Ist doch im Moment wunderbar tagsüber Sonne pur und nachts Regen . Das die Menschheit gleich immer in Hype verfällt wenn da irgendwelche pupertären Jugendliche nun meinen sie müssen die Welt verbessern oder wenn die Medien und dazu gehört auch der rbb die Apokralypse einläuten. Bleibt doch alle mal auf den Teppich und geniesst eure Zeit es ist SOMMER

  15. 42.

    Ich habe mal den Artikel nach "Klimawandel" durchsuchen lassen. Mein Feuerfuchs meldete mir 0 Treffer. Von daher verstehe ich die Aufreger hier nicht? Es werden wieder Gespenster gesehen, die es nicht gibt. Der Beitrag steht unter "Panorama" nicht unter Klimawandel! :-)

  16. 41.

    Das ist doch genau das was die Klimawissenschaft schon vor über 10 Jahren voraus gesagt hat. Der Westen säuft ab und der Osten vertrocknet verbunden mit Extremereignissen.
    Aber keine Sorge, es wird noch heftiger und es wird noch dauern bis der Letzte kapiert wie hoch die von der Natur gestellte Rechnung ist.

  17. 40.

    Da wird Leuten das Mikro unter die Nase gehalten, die dann erzählen, was sie erlebt haben bzw. wie das für sie war. Kost' nix, braucht keine Recherche und Sendezeit ist gefüllt.

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