Luftbild "Verrichtungsboxen" in Essen. (Quelle: imago/Hans Blossey)
Audio: rbb 88,8 | 25.06.2019 | Holger Hansen | Bild: imago/Hans Blossey

Straßenprostitution in Berlin - Bezirk will "Verrichtungsboxen" an Kurfürstenstraße testen

Sex in der Öffentlichkeit, Fäkalien und Müll auf den Straßen: Anwohner rund um den Straßenstrich in der Kurfürstenstraße drängen auf Lösungen für diese Probleme. Schönebergs Bezirksbürgermeisterin will jetzt Boxen für Sex aufstellen lassen.

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg will im kommenden Jahr sogenannte Verrichtungsboxen testen, in denen Straßen-Prostituierte arbeiten sollen. Das sagte die Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) dem rbb.

Erfunden wurden die Sex-Boxen in Holland - sie sind sozusagen ein geschützter Straßenstrich. Inzwischen gibt es sie auch in deutschen Städten. In Köln beispielsweise sehen sie aus wie eine Art Carport: Unter einem Dach befinden sich, getrennt durch Seitenwände, mehrere Auto-Stellplätze.

Genauer Aufstellplatz noch ungeklärt

Wo in Berlin solche Boxen aufgestellt werden können, müsse noch genau geprüft werden, sagte Schöttler. Sie könnten beispielsweise unter der U2 am Bülowbogen stehen.

Das Problem im Kiez sei, dass derzeit "offen vollzogen" werde, sagte Schöttler. Sie verstehe jeden, der sich darüber beschwere. Als eine Lösung komme die Verrichtungsbox infrage, in die man nicht hineinschauen könne. Von einem Sperrbezirk, wie ihn Mittes Bürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) fordert, hält Schöttler dagegen nichts: Damit werde die Prostitution nur verlagert, so ihre Meinung.

Vor allem rund um die Kurfürstenstraße klagen Anwohner in Mitte und Schöneberg über Probleme durch den Straßenstrich: öffentlichen Sex, Fäkalien, Müll, Kriminalität oder Lärm. Von Dassel hat sich auch positiv gegenüber Verrichtungsboxen ausgesprochen, fordert darüber hinaus aber auch Prostitutions-Sperrgebiete in Berlin.

 

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12 Kommentare

  1. 12.

    Seitdem es Menschen gibt, gibt es in irgendeiner Form Prostitution. Das hat weder etwas mit Berlin, noch mit der "heutigen Zeit" zu tun. Es wird sich zurecht über die sexuellen Vorgänge uvm. in Hauseingängen und Parks beschwert, nun ist das mit den Boxen auch verkehrt. Bedankt Euch bei den Männern, die Nachfrage regelt das Angebot. Gäbe es keine Herren der Schöpfung, die auch beim Sex sparen wollten und stattdessen in ein Bordell gehen würden, gäbe es die Prostituierten und den Straßenstrich dort nicht. Ich finde es sinnvoll und jetzt können wieder alle weitermeckern (abgesehen davon unterstützen die preisbewussten Herren damit auch den Menschenhandel. Das sind größtenteils sehr bemitleidenswerte und geschundene Frauen). Den Strich in der Kurfürstenstrasse gibt es seit Ewigkeiten. Seit den 60er Jahren. Den bekommt man da nicht mehr los. Dann lieber die Boxen, oder?

  2. 11.

    Da bekommt der Begriff "Boxen-Stopp" doch mal eine ganz neue Bedeutung...

  3. 10.

    Also, aufgeklärt und weltoffen ist der Berliner ja, aber das geht einfach zu weit. Berlin sieht langsam aus wie eine Rumpelkammer, hier Luxusloft, daneben vergammelter Altbau, dazwischen ein paar Junkies neben dem Kindergarten, und jetzt noch "Boxen" . Im Prinzip ist es keine Alltagssorge von mir was in der Kurfürstenstr, läuft, aber das kann doch nicht sein. Und immer wieder liest man was von "Grünen-Politiker" und Ihren abstrusen Ideen und vorschlägen, da kann man nur noch von ausgehen, das diese unter "Bewusstseinserweiterten Mitteln" stehen. Ein Politiker sollte dem ganzen Elend ein Ende setzen, statt das noch attraktiver zu machen, für unsere Gauner (Zuhälter). Krank, einfach nur Krank !

  4. 9.

    Für Kfz. mit amtlichen Kennzeichen? - Ein Schelm, wer...

  5. 8.

    Der Bezirk will die Boxen testen? Oha, na hoffentlich „laufen“ diese Tests nicht in der Dienstzeit :-D Deutsche Sprache ist doch was Feines. Ich habe jetzt Kopfkino....

  6. 7.

    Straßenstrich sollte es überhaupt nicht geben und Boxen finde ich menschenverachtent.
    Es gibt doch genug Häuser in denen sowas stattfinden kann.

  7. 6.

    Am Berliner Ring ist genug Platz, warum errichtet man dort nicht F*Parkplätze?

  8. 5.

    Sind die Boxen im Winter denn auch beheizt bzw. bei Hitze klimatisiert?
    Und wie ist die Bewirtung geregelt? Kann man auch mit Kreditkarte bezahlen? Gibt es Rabatt für Stamm-Freier?

    Fragen über Fragen, die dieser Vorschlag offen läßt.

    Ironie aus.. !

  9. 4.

    Autogerechte Stadt weiterbauen mit Sex-Boxen unter den Bülowbogen? Klar, in der Kurfürstenstraße wurden ja Luxuslofts gebaut! Soll so die Radbahn unter der U-Bahn verhindert werden? Denn die Radbahn verläuft nach aktuellen Plänen direkt dort. Oder kommen die Freier künftig mit dem Fahrrad? Dann vielleicht neue passende Boxen entwickeln. http://radbahn.berlin/home/unterm-dach
    "Kurz vor dem U-Bahnhof Bülowstraße überqueren wir mit der Potsdamer Straße die Bundesstraße 1. Nun folgt ein aufregender Moment, denn wir fahren mitten durch den Bahnhof hindurch, eine Situation, die sich als ideal für das Konzept der Radbahn darstellt. Doch zunächst einmal wird diese Kreuzung auf den folgenden Seiten als Fallbeispiel hinsichtlich Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, insbesondere derer, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind, analysiert. Anschließend stellen wir systematisch alle Kreuzungen und Bahnhofstypen zusammen, welche uns im Verlauf der Radbahn begegnen werden."

  10. 3.

    Zitat: "Straßen-Prostituierte arbeiten sollen" - Bitte mit gutem Beispiel voran!

  11. 2.

    :-) Da sage noch einer, Berlin tue nichts für den Autoverkehr. :-)

  12. 1.

    Öffentlich sanktionierte Absamstationen.Da wird das Elend weiterverwaltet.Das Problem wird einfach nicht konsequent angegangen.Durchsetzungen von gesetzlichen Massnahmen.Sperrgebiet für Strassenstrich,Hilfsangebote für zwangsverprostituierte Frauen, und Drogenabhängige,und drastische Strafen für Freier.Wer den Gesetzen nicht Folge leistet wird bestraft.Wenn sein muss staatliches Bordell mit Gesundheitsüberwachung, Krankenversicherung,Steuerpflicht,Altersversorgung und Schutz vor den ganzen Verbrechern die Frauen ausbeuten und unter Gewaltandrohung und Abhängigkeit verprostituieren.Aber das was hier sich welche ausgedacht haben, ist ja das Letzte.Einfach einen Verrichtungssverschlag hinstellen und dann meinen man sei seiner Verantwortung gerecht geworden und das sei die Lösung des Problems, zeugt von ohnmächtiger Pflicht- und Realitätsverweigerung.Der Würde des Menschen,der Öffentlichkeit,besonders den Anwohnern und dem Gesetz wird damit nicht genüge getan .

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