Kahlfraß durch Nonne in einem Wald bei Dippmannsdorf (Quelle: Landwirtschaftsministerium Brandenburg)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.06.2019 | Oliver Soos | Bild: Landwirtschaftsministerium Brandenburg

Streit um Insektizid "Karate Forst" - Brandenburger Waldbesitzer fordern Entschädigung

Wegen der gestoppten Schädlingsbekämpfung gegen Nonnenfraß in märkischen Wäldern verlangt der Waldbesitzerverband Entschädigungen. Die Auswirkungen seien deutlich zu sehen, sagte Thomas Weber, Vorsitzender des Verbandes in Brandenburg, am Donnerstag. "Es ist traurig mitanzusehen, wie ganze Flächen dem Kahlfraß preisgegeben werden." Es drohe der Verlust ganzer Waldflächen.

Förster warnt vor erhöhter Waldbrandgefahr

Die Raupe des Nonnenschmetterlings beißt Nadeln ab, ohne sie zu fressen. Durch diesen Kahlfraß sterben Bäume ab. Allerdings hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) im Mai das Versprühen des Insektizids "Karate Forst Flüssig" gegen den Schädling gestoppt. Geklagt hatte der Naturschutzbund (Nabu).

Durch den Nonnenfraß verschärfe sich die Waldbrandgefahr dramatisch, sagte zudem Förster Martin Schmitt. Die Kiefernnadeln auf den Böden enthielten ätherische Öle und seien leicht entflammbar.

Forstbetrieb rechnet mit zwei Millionen Euro Schaden

Es sei ihm ein Rätsel, warum nicht alles unternommen werde, um das Kiefern-Ökosystem doch noch zu retten, sagte Christian Graf Brockdorff als Vertreter des Forstbetriebs Schaeff/Brockdorff in Beelitz. Befürchtet werde eine Verpuppung der
Insekten. Allein in seinem Betrieb schätze er den Schaden bislang auf gut zwei Millionen Euro.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 27.06.2019, 19:30 Uhr 

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

5 Kommentare

  1. 5.

    Man sollte vielleicht einmal überlegen! Der Wald oder die Forsten, die wir jetzt haben wurden größtenteils von unseren Vorfahren angelegt und es ist keine landwirtschaftliche Fläche wo ich jedes Jahr nach belieben die Fruchtfolge wechseln kann. Zur damaligen Zeit der Aufforstung hat noch niemand an einen Mischwald gedacht. In unseren Breiten brauche ich die schützende Oberschicht, um Laubbäume zu Pflanzen. Der Schutz ist erforderlich gegen Spätfröste und Sonne bzw. Trockenheit. Somit ist es erst einmal wichtig den jetzigen Waldbestand zu erhalten, um ihn später umzubauen. Es gibt genug Beispiele, daß sich der Wald nach Kahlfraß bzw. wenn die Folgeschädlinge (Borkenkäfer, Prachtkäfer, Waldgärtner u.a) nicht erholt hat. Aber das will der NABU nicht wahr haben. Vielleicht sollte Sich der NABu mal mit den Förstern vorher zusammen setzen, wie in anderen Bundesländern. Scheint aber bei den Betonköpfen nicht möglich zu sein. Ist vielleicht möglich, wenn anderedas sagen haben im NABU!

  2. 4.

    Ist nicht die Märkische Kiefer der richtige Baum der in der Streusandbüchse Brandenburg am besten gedeiht? Das schon seit vielen Jahren.

  3. 3.

    “Kiefern Ökosystem”: Der ist gut. Die Förster wollen doch möglichst alles, was keinen Profit bringt, aus ihren Wäldern ausmerzen. Gesunde Ökosysteme haben keine Probleme mit der massenhaften Ausbreitung von Schädlingen.

  4. 2.

    "Es sei ihm ein Rätsel, warum nicht alles unternommen werde, um das Kiefern-Ökosystem doch noch zu retten, sagte Christian Graf Brockdorff als Vertreter des Forstbetriebs Schaeff/Brockdorff in Beelitz."

    Welches Ökosystem? Eine Kiefern-Monokultur ist kein Ökosystem. Das erkennt man schon daran, dass eine einzige Schmetterlingsart den ganzen Wald zerstören kann. Ökosysteme besitzen eine gewisse Balance und halten in der Regel ziemlich viel aus. Verschiedene Lebewesen halten sich gegenseitig in Schach. Doch eine Ausgewogenheit gibt es hier offensichtlich überhaupt nicht.

  5. 1.

    ... ich frage mich, wer das Ökosystem vor den Waldbesitzern schützt: Diese fördern doch erst mit Ihren Monokulturen solcherlei Ausbreitung von Schädlingen und wollen dann auch noch Gift raufkippen. Absurder gehts kaum meine ich. Und dann wiederholt sich das Ganze Jahr für Jahr und Schuld ist wieder der NABU der es sich wenigstens zumutet, den Finger auf die Wunde zu legen und den ganzen Wahnsinn aufzuzeigen.
    Weiterhin gibt es Berichte, dass sich entsprechende Waldgebiete nach Jahren von selbst erholen. Im Gegensatz dazu steht die komplette Vernichtung ganzer Insektenpopulationen und das Fördern von Giftproduktionen. Ich frage mich, ob das angesichts unserer Situation eine dauerhaft sinnvolle Lösung sein soll....

Das könnte Sie auch interessieren