Jüterbog: Rauch steigt in Folge eines Waldbrandes bei Jüterbog auf. (Quelle: dpa/Julian Stähle)
Video: rbb|24 | 04.06.2019 | Bild: dpa/Julian Stähle

Feuerwehr im Dauereinsatz - Waldbrand bei Jüterbog wieder außer Kontrolle

Keine Atempause für die Feuerwehr in Brandenburg: Beim Waldbrand in der Nähe von Jüterbog ist die Lage am Dienstag wieder außer Kontrolle geraten. Bis in den Berliner Westen war der Rauch zu riechen. Es war nicht der einzige Waldbrand in der Region.

Gleich an mehreren Stellen hat die Feuerwehr am Dienstag gegen Brände in Brandenburgs Wäldern gekämpft.

In einem Waldstück bei Jüterbog (Teltow-Fläming) hat sich ein Waldbrand auf einer Fläche von etwa 600 Hektar ausgebreitet. Das Feuer war bereits am Montag ausgebrochen. Mit Löschhubschraubern versuchten die Rettungskräfte, der Flammen Herr zu werden. "Die Lage ist nicht unter Kontrolle", sagte Kathrin Burghardt von der Stadt Jüterbog am Dienstagmittag. Drehende Winde erschwerten die Löscharbeiten. Am Dienstagmorgen hatte die Feuerwehr noch erklärt, sie habe die Lage nun im Griff.

Eine Gefahr für die Anwohner bestehe derzeit zwar nicht, dennoch sollten Türen und Fenster geschlossen bleiben. Wegen möglicher Rauch- und Geruchsbelästigung gab die Feuerwehr Gefahreninformationen für Potsdam, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und den Berliner Westen raus. Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen. Lüftungs- und Klimaanlagen sollten ausgeschaltet werden.

Waldbrand bei Frankenförde im Juni 2019 (Quelle: Landkreis Teltow-Fläming)
| Bild: Landkreis Teltow-Fläming

Der Brand, der am Montag ausgebrochen war, befindet sich auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz. "Wir können wie in jedem Jahr nicht alle Brandherde löschen, da erneut die munitionsbelasteten Flächen brennen", teilte Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) mit. Von dem ehemaligen Militärgelände breiteten sich die Flammen in Richtung Norden auch auf benachbarten Hochwald aus, wie der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel sagte.

Qualm behindert Sicht auf der A10

Ein weiterer bereits gelöschter Brand entzündete sich am Dienstag neu. In einem Waldstück bei Wolfslake (Oberhavel) nordwestlich von Berlin standen daraufhin 3.500 Quadratmeter in Flammen, wie die Regionalleitstelle Nordwest bestätigte. Der Rauch behinderte die Sicht auf der A10 und dem westlichen Berliner Ring. Die Feuerwehr war mit 16 Fahrzeugen und rund 50 Einsatzkräften vor Ort, wie eine Sprecherin sagte.

In der Nähe des Brandes musste die Autobahn am Vortag zeitweise in beide Richtungen gesperrt werden.

Waldbrand in Lieberoser Heide gelöscht

In der Lieberoser Heide bei Butzen (Dahme-Spreewald) brach am Dienstagvormittag ebenfalls ein Waldbrand aus. Dort brannten etwa 1.000 Quadratmeter, wie die Regionalleitstelle der Feuerwehr Lausitz mitteilte. Am Nachmittag hieß es, der Brand sei gelöscht. Die Feuerwehr war mit 13 Fahrzeugen vor Ort. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder gebrannt.

Auch Brand in Hennickendorf im Griff

In Hennickendorf (Teltow-Fläming) bekam die Feuerwehr ein Feuer am Dienstag unter Kontrolle, etwa 60 Hektar Wald standen dort in Flammen. 

In Berlin konnten alle Waldbrände bereits in der Nacht zu Dienstag gelöscht werden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Das größte Feuer gab es an der Havelchaussee im Berliner Grunewald. Auf etwa vier Hektar Fläche waren Unterholz und Waldboden abgebrannt.

Einzelne Gewitter bringen keine Entspannung

Trotz vereinzelter Regenschauer bleibe die Waldbrandgefahr unverändert hoch, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte Engel am Dienstagmorgen im rbb. Die Gewitter am Montagabend seien nur lokal ausgefallen und hätten nicht die erhoffte Entspannung gebracht. Aufgrund hoher Luftfeuchte galt die höchste Gefahrenstufe 5 am Dienstagmittag zwar nur noch im Landkreis Elbe-Elster, schon am Mittwoch könnte sich die Lage allerdings wieder verschärfen.   

Unweit der Brandstellen in Brandenburg waren am Montag die höchsten Temperaturen ganz Deutschlands gemessen worden. 35,1 Grad hatte die Station im Niedergörsdorfer Ortsteil Langenlipsdorf (Landkreis Teltow-Fläming) registriert.

Sendung: Brandenburg aktuell, 04.06.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

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23 Kommentare

  1. 23.

    (Auch) Hochsensibel?
    Der Rächdschraibfeela stand in der Subheadline (sonst sehe ich auch darüber hinweg, zumal, wenn nicht inhaltlich relevant) und wenn man ihn dann 5x gelesen hat (wegen der Updates mehrfach aufgerufen), dann kann das schon bisserl zwicken im Auge des Lesers :).
    Na, wenigstens ist die Redaktion nicht ganz so empfindlich, Dank dafür.

  2. 21.

    Da kann einem doch der Kaffee hoch kommen, wenn man das liest. Keine Ahnung haben Sie scheinbar: Fahren Sie doch einmal in den Wald wo das "hochgefährliche Gift" ausgebracht wurde! Jeder 5 Baum ist abgestorben, ist für einen möglichen Waldbrand natürlich eine gute Grundlage um noch größer zu werden. Das gleiche Zeug wird für die Behandlung von Obets und Gemüse eingesetzt, besonders bei Erdbeeren. Aber was man nicht weiß, macht auch nicht heiß. So ein Berliner weiß einfach alles.

  3. 18.

    Mönsch, nu verbessert doch endlich mal den "Waldbrang".
    Riecht immer noch ziemlich intensiv.

  4. 16.

    Bei der lieberoser heide handelt es sich um Flächen einer naturstiftung. Dort hat es letztes Jahr immer wieder gebrannt. Heute war es landes Wald.

  5. 14.

    Keine Angst, der Rauch und die Asche in der Luft halten sich an die Umweltzonenregelungen und machen um diese Bereiche einen großen Bogen, nur Rauch und Partikel, die EU6d Temp konform sind kommen in den Innenring der Stadt ;-) :-) :-)

  6. 12.

    Ist der Rauch gefährlich? Weil wenn meine Nachbarn im Herbst und Winter ihre Holzöfen anwerfen dann müsste das ja auch gefährlich sein.

  7. 10.

    ...Ein am Montag bei Jüterbog (Teltow-Fläming) ausgebrochener Waldbrand hat sich am Dienstag auf 600 Hektar ausgebreitet...

    @RBB24 : wirklich 600 Hektar ergo = 6km² ? oder ist das ein Tippfehler und nur ein Null zu viel? sollten es wirklich 600 Hektar sein, so hätte sich die Fläche des Brandes gegenüber gestern verzehnfacht !!!

    Der Brandgeruch ist selbst hier in 14974 zu riechen :-(

  8. 9.

    Ein gelöschter Brand hat sich am Dienstag wieder selber entzündet, ob das Brandstiftung sein soll. Die Wälder sind halt total trocken. Gab ja auch keinen Schnee im Winter. Ein kleiner Funke reicht schon und es brennt los.

  9. 8.

    Ich verstehe nicht warum nicht schon im letzten Jahr Löschflugzeuge angeschafft wurden.
    Könnte man doch auf Bundesebene dem THW unterstellen und auf Anforderung der Länder einsetzen.

  10. 7.

    Was an der Stelle einfach überdacht werden muss ist:
    a) Ist das internationale System der Waldbrandgefahreneinstufung des DWD sinnvoll? Es wird zurückgestuft, die Gefahr bleibt die gleiche, weil es sich um einen Grasindex handelt, der dort die mehr schwankende Feuchtgkeit misst. Ich würde dem KEINE Eignung zur Vorhersage unterstellen!
    b) Wieso darf die Bundeswehr trotz WGSt 5 mit Munition üben? Gestern den Wald in Brand zu schießen, ist nicht nur grob fahrlässig, sondern Vorsatz!
    c) Eigentümer der Flächen in Jüterbog und Lieberoser Heide (wahrscheinlich Landesforst oder das Land selbst) sollten diese endlich beräumen lassen. Die Munition geht jedes Jahr hoch, es sind immer noch größere Flächen betroffen, man kann die Beräumung durch abfackeln nicht stets und ständig auf dem Rücken der freiwilligen Feuerwehren (und auch nicht der 5 Berufsfeuerwehren im Land) austragen. Ja, das ist kosten und zeitintensiv, aber die Kameraden haben ihre Tage auch anders verplant!

  11. 6.

    Ist das ein Wald, in dem das Insektizid Karate versprüht wurde? Wäre ja mies für die Feuerwehrleute, wenn die das Zeug jetzt auch noch einatmen müssen.

  12. 5.

    Da kommen Erinnerungen ans letzte Jahr hoch. Die vielen heidebrände. Was wurde uns nicht alles von der Politik versprochen.jede Hilfe und soweiter. Passiert ist wer hätte das gedacht, nicht wirklich viel.

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