Ein Hubschrauber der Bundespolizei nimmt mit einer Feuerlöschausrüstung nahe Jüterbog Wasser auf. (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)
Bild: dpa/Ralf Hirschberger

Forderung bei Innenministerkonferenz - Bund soll Löschkapazitäten für Waldbrände prüfen

Der Wald brennt und ist mit Munition verseucht: In solchen Fällen sind Löschhubschrauber notwendig. Weil diese Bundesbehörden gehören, fordert die Innenministerkonferenz bessere Zusammenarbeit. Ministerpräsident Woidke schlägt in eine ähnliche Kerbe.

Im Kampf gegen Waldbrände dringen die Innenminister der Länder darauf, dass der Bund seine Kapazitäten für die Feuerbekämpfung aus der Luft überprüft. Das geht aus einer Beschlussvorlage zur laufenden Innenministerkonferenz in Kiel hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Demnach halten die Länder die Unterstützung mit Hubschraubern von Bundeswehr und Bundespolizei angesichts der veränderten Waldbrandsituation für entscheidend. Im Gegenzug bieten die Innenminister an, kostenfrei Personal zur Verfügung zu stellen, um die Zusammenarbeit von Bund und Ländern in einem gemeinsamen Melde- und Lagezentrum zu optimieren.

Große Waldbrände in Brandenburg und Thüringen hatten zuletzt die Debatte über Löscheinsätze aus der Luft in Gang gebracht. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) will auf dem bis Freitag laufenden Treffen in Kiel für eine bessere Koordination von Hubschraubern und Löschflugzeugen bei Waldbränden werben. Ziel sei ein schnellerer Einsatz sowie mehr Hilfe vom Bund, teilte sein Ministerium vor wenigen Tagen mit. Gerade bei Waldbränden auf Flächen, auf denen alte Munition liege, sei die Unterstützung mit Bundeswehr-Hubschraubern weiterhin unerlässlich, ergänzte Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU).

Brandenburger Landtag beschäftigt sich ebenfalls mit Löschhubschraubern

Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dringt bei der Bundesregierung ebenfalls auf Unterstützung durch Löschhubschrauber im Kampf gegen Waldbrände. "Ich habe Frau Bundeskanzlerin gebeten, bei der Beschaffung von Hubschraubern auch auf die Katastrophenschutz-Einsatzfähigkeit zu achten", sagte Woidke am Donnerstag im Landtag in Potsdam.

In einem Schreiben an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) heißt es, die Bundeswehr sei zum Schutz der zivilen Bevölkerung wichtig. Es sei zur Bekämpfung von Waldbränden nicht sinnvoll, voneinander unabhängige Systeme der Hilfeleistung zu unterhalten. Die "Märkische Allgemeine" berichtete am Donnerstag über den Brief.

Die CDU-Opposition sieht Brandenburg nicht ausreichend für Waldbrände vorbereitet. CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben legte fünf Forderungen vor: "Wir wollen, dass jeder Kamerad und jede Kameradin in Brandenburg ihre persönliche Schutzausrüstung bekommt", sagte Senftleben. Nötig seien zudem mehr hauptamtliche Feuerwehrleute, das gemeinsame Entfernen von Munition aus dem Boden, die Ansiedlung einer europäischen Flugzeugstaffel in Brandenburg und die Gleichbehandlung aller Rettungskräfte.

Bundesfeuerwehrverband sieht Nachholbedarf

Brandenburg und Sachsen warben Anfang der Woche gemeinsam dafür, dass Hubschrauber der Bundeswehr in ihrer Region stationiert werden. Lokale Feuerwehren hätten zuletzt Probleme gehabt, die vielen Waldbrände zu löschen, teilten die Landesregierungen nach einer gemeinsamen Sitzung in Hoyerswerda mit.

Auch aus Sicht des Bundesfeuerwehrverbands besteht Nachholbedarf: Es fehle an leistungsstarken und sofort einsetzbaren Transporthubschraubern, die große Löschwasserbehälter transportieren könnten, so der Vize-Verbandspräsident Hermann Schreck.

Im brandenburgischen Jüterbog kämpften Einsatzkräfte gerade erst tagelang, um den größten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte in den Griff zu kriegen. Eine Fläche von der Größe von mehr als 1.000 Fußballfeldern stand hier in Flammen.

Sendung: Radioeins, 13.06.2019, 5.30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Die Innenminister machen es sich zu einfach, indem Sie nur nach dem Bund rufen. Die Brandbekämpfung ist zunächst Ländersache. Es muss deshalb zunächst hinterfragt werden, ob die Wehren ausreichend mit Personal und Material aufgestellt sind. Bei den Großschadensereignissen kommen die freiwilligen Feuerwehren schnell an ihre Grenzen. Auch die Arbeitgeber übten in vergangenen Jahr deutliche Kritik wegen des langen Ausfälle ihrer Mitarbeiter.

    Die Bundeswehr ist ausgeblutet und häufig im Ausland unterwegs. Sie hat sich deshalb schon lange aus dem Rettungswesen zurückgezogen. Die Lücke füllten private Unternehmen. Die Länder sollten zunächst prüfen, ib dies auch fürndie Brandbekämofubg möglich wäre. Bei Löschpanzern wird bereits ähnlich vorgegangen.

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