Ein Feuerwehrmann beim Löscheinsatz bei Hennickendorf. (Quelle: rbb24)
Video: Brandenburg Aktuell | 03.06.2019 | T. Majerowitsch | Bild: rbb24

Höchste Gefahrenstufe - In Brandenburg brennen mehrere Waldflächen

Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Jüterbog brennt der Wald auf einer Fläche von etwa 50 Hektar. Das Feuer in einem Wald bei Hennickendorf (Teltow-Fläming) ist dagegen weitgehend unter Kontrolle, bestätigte ein Feuerwehrsprecher dem rbb.

Rauchschwaden bei einem Brand, Nuthe Urstromtal. (Quelle: rbb/Uwe Götz)
Rauchschwaden über Nuthe Urstromtal. | Bild: rbb/Uwe Götz

Der Waldbrand in der Nähe des ehemaligen Truppenübungsplatzes Jüterbog hat sich inzwischen auf etwa 50 Hektar ausgebreitet. Er sei noch nicht unter Kontrolle, teilte der Landkreis Teltow-Fläming am Abend mit.

Waldbrand in Hennickendorf unter Kontrolle

Das Feuer in einem Wald bei Hennickendorf/Berkenbrück (Teltow-Fläming) sei dagegen unter Kontrolle bestätigte ein Sprecher der Feuerwehr dem rbb. Auch dort sei eine Fläche von etwa 50 Hektar in Brand geraten. Das Feuer sei über Kameras des Waldbrandüberwachungssystems entdeckt worden, wie Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter von Brandenburg, sagte. Es handelt sich nach Angaben des Landesbetriebes Forst um einen Kiefernjungbestand.

Alle verfügbaren Feuerwehren alarmiert

Ein Brand in der Nähe von Baruth/Mark konnte im Laufe des Tages gelöscht werden. Dort waren etwa 5.000 Quadratmeter betroffen.

Um die Mittagszeit war außerdem ein Feuer in einem Waldstück bei Limsdorf, einem Ortsteil von Storkow, ebenfalls im Landkreis Teltow-Fläming, ausgebrochen. Nach Angaben von Engel waren hier etwa zwei bis drei Hektar Wald betroffen.

Alle verfügbaren Feuerwehren seien alarmiert worden, hieß es. Hilfe komme außerdem aus dem Nachbarlandkreis Potsdam-Mittelmark.

Die Einsatzleitung liege derzeit bei den Feuerwehren der Gemeinde Nuthe-Urstromtal und der Stadt Jüterbog.

Feuer im Wald bei Hennickendorf. (Quelle: rbb24)

A10 teilweise gesperrt

Am Nachmittag musste auf der A10 auf dem westlichen Berliner Ring in beide Richtungen der Abschnitt zwischen den Raststätten Falkensee und Havelland gesperrt werden. Laut Berliner Verkehrsinformationsdienst herrschten dort durch einen anderen Waldbrand Sichtbehinderungen. In Höhe der Raststätte Wolfslake war ein Feld in Brand geraten. Am Abend war die Fahrbahn in Richtung Norden wieder freigegeben. In Richtung Dreieck Werder ist sie weiterhin gesperrt.

Waldbrandgefahr steigt - auch mit Regenschauern

Das trockene Wetter und die hohen Temperaturen führen weiterhin zu einem erheblichen Waldbrandrisiko in Berlin und Brandenburg. Obwohl in den nächsten Tagen einzelne Regenfälle erwartet werden, soll die Gefahr steigen. 

Waldbesucher sollten deshalb unbedingt das Rauch- und Grillverbot im Wald beachten. In Berlin können bei Verstößen gegen das Rauch- und Feuerverbot Bußgelder bis zu einer Höhe von 50.000 Euro verhängt werden.

In Brandenburg gilt derzeit überall die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5.

Die Karte zeigt die Waldbrand-Gefahrenstufen in Brandenburg am 23.04.2019. In allen Landkreisen und kreisfreien Städten herrscht die höchste Gefahrenstufe. (Bild: rbb|24)

Was bedeuten die Waldbrandgefahrenstufen?

Waldbrandstufe 1: Die Waldbrandgefahr ist sehr gering. Es gibt keine Einschränkungen.

Waldbrandstufe 2: Es herrscht nur geringe Brandgefahr. Fahrzeuge dürfen jedoch nicht auf Waldparkplätzen mit trockener Bodenvegetation abgestellt werden.

Waldbrandstufe 3: Mittlere Gefahr. Die Behörden können den Wald sperren. Öffentliche Feuerstellen und Grillplätze im und am Wald dürfen nicht genutzt werden.

Waldbrandstufe 4: Die Gefahr eines Waldbrands ist hoch. Besucher sollten die Waldwege nicht verlassen. Die Forstbehörden können nun auch die Waldparkplätze sperren.

Waldbrandstufe 5: Es herrscht sehr hohe Waldbrandgefahr. Besucher sollten den Wald nicht betreten. Auch Waldeigentümer dürfen nun ihren Wald sperren.

In Berlin und Brandenburg gilt im Wald das ganze Jahr über striktes Rauchverbot. Außerdem darf außerhalb der ausgewiesenen Grill- und Feuerstellen kein Feuer entzündet werden. Diese Regeln gelten in Brandenburg auch im Abstand von 50 Metern vom Wald. In Berlin ist ein Abstand von 100 Metern einzuhalten.

Amtliche Hitzewarnung für Berlin und Brandenburg

Der Deutsche Wetterdienst warnt auch in den nächsten Tagen vor großer Hitze in Berlin und Brandenburg.

Eine amtliche Warnung der Meteorologen gilt noch bis Dienstagabend. Schon am Montag stieg die Temperatur in der Region örtlich bis auf 34 Grad. Auch am Dienstag muss mit Werten oberhalb der 30-Grad-Marke gerechnet werden.

Seit dem frühen Abend zieht allerdings eine Gewitterfront über das nördliche Brandenburg hinweg. Dort drohen teils heftiger Regen sowie Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 85 km/h.

Sendung: rbb Spezial, 03.06.2019, 20.15 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

16 Kommentare

  1. 15.

    Früher brannten hier die Burgen, heute sinds die Wälder.

  2. 14.

    Ich finde es toll, dass so schnell die Schuldigen gefunden werden: Raucher!
    In fast allen Fällen ist die Brandursache sicher KEIN Raucher gewesen. Viel häufiger sind es achtlos weggeworfene Dosen, Flaschen oder andere Gegenstände. Glasscherben sind potentielle Brandsätze!

    Weitere Ursachen sehe ich in der Monokultur allgemein, aber auch besonders in Nutzwäldern. Der Boden trocknet viel zu schnell und leicht ab. Eine gute Vegetation die das Wasser hält fehlt. Auch die Luftfeuchtigkeit nimmt dadurch schnell ab. Der Wind wirkt dann wie ein Fön in der Natur.
    Feldraine, Dickichte, Hecken und Sträucher die den Wind verlangsamen und auch feuchter halten fehlen mittlerweile fast Allerorts.

    Unter diesen Aspekten braucht es z.B. nur noch eine sonnige Südhanglage und/oder eine Bahntrasse...!

  3. 13.

    Wie gesagt: Ich glaube eben NICHT, dass es sich dabei um Unfälle handelt.
    Zeitpunkt und Häufigkeit sprechen meiner Meinung nach viel eher für Brandstiftungen.
    Auch zum Thema Raucher habe ich mich nicht geäußert.

  4. 12.

    Es müssen doch nicht immer ein Raucher gewesen sein, die den Brand bzw. die Brände verursacht haben!!!!
    Es gibt auch verantwortungsvolle Raucher mit Verstand.
    Zudem reicht eine Glassscherbe auch schon aus, um einen Brand zu verursachen.

  5. 11.

    Zitat: "Es handelt sich nach Angaben des Landesbetriebes Forst um einen Kiefernjungbestand." ok. Entweder nix dazuglernt in Bezug auf Mischwald oder Leut unterwegs, die den Mischwald seit letztem Jahr mit Gewalt oder Feuerzeug durchsetzen wollen....

  6. 10.

    In Frankenförde ist ein Löschhubschrauber im Einsatz. Es gibt Videos davon.

  7. 9.

    Am ersten richtig heißen Tag des Jahres brennt es - kaum dass ein Rauchverbot ausgesprochen wurde - gleich an MEHREREN Stellen?
    Wenn auch nur EINER dieser Brände ein Unfall ist/war, bin ich der Weihnachtsmann!

  8. 7.

    Wer im Wald raucht, hat den Sinn eines Waldes nicht verstanden....

  9. 6.

    Hier in Westend riecht es auch noch stark. Ich sehe übrigens regelmäßig Leute, die im Wald rauchen. Das man ganzjährig dort nicht rauchen darf, wusste ich noch nicht.

  10. 5.

    Waldbrände mit Ansage......
    Eine Löschflugstaffel finanziert über die EU und initiiert von der Opposition (Grüne) und unterstützt von der CDU braucht Brandenburg nicht.
    Das ist die Meinung von MP Woidke obwohl es mit diesem Projekt um ca. 650 (Kohleersatz)Arbeitsplätze in der Lausitz geht.
    Denkt daran wenn ihr im September euer Kreuz macht.
    @RBB, das wäre doch mal eine Recherche wert.......

  11. 4.

    Bin als Waldspaziergänger ehrlich überrascht, sehr "strikt" scheint das nicht zu gelten: "In Berlin und Brandenburg gilt im Wald das ganze Jahr über striktes Rauchverbot."

  12. 3.

    @Tobias
    Es brennt gar nicht dort wo gesprüht wurde...

  13. 2.

    Da hätte sich der Forst ja sparen können, das Insektizid dort zu versprühen.

  14. 1.

    Au man. Ich bin gerade von der Loggia rein, weil das mit dem Brandgeruch langsam so stark wurde - und der mir SO bekannt vom letzten Jahr vorkam -, dass ich mal in den Rechner schauen wollte, ob schon bekannt, WO es brennt. Nun gut, es ist.
    Manman, hoffentlich wird das nicht wieder so ein Sommer wie vergangenes Jahr, sonst leben wir hier wirklich bald in Steppe und Wüste.

Das könnte Sie auch interessieren