In Brandenburg brennt im Juni 2019 ein Wald. (Quelle: imago/Andreas Friedrichs)
Audio: Inforadio | 25.06.2019 | Interview Raimund Engel | Bild: imago/Andreas Friedrichs

Höchste Warnstufe in sechs Landkreisen - Engel warnt vor neuen Waldbränden in Brandenburg

Auch Raimund Engel dürfte es wie ein Déjà-vu vorkommen: In der Lieberoser Heide brennen wie schon 2018 große Flächen Wald. Der Waldbrandschutzbeauftragte rechnet mit weiteren Feuern. Der Lieberoser Amtsdirektor kritisiert derweil die Landesregierung scharf.

Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel hat vor weiteren Waldbränden gewarnt. Wegen der anhaltenden Trockenheit könnten in den kommenden Tagen weitere Brände ausbrechen, sagte Engel am Dienstagmittag im rbb. "Wenn es nicht regnet, wird das auch noch eine ganze Weile anhalten", sagte Engel.

Am Dienstag gilt in sechs Landkreisen bereits die höchste Waldbrandgefahrenstufe fünf [mlul.brandenburg.de]. Betroffen sind Potsdam-Mittelmark, Barnim, Havelland, Spree-Neiße sowie Märkisch-Oderland und Cottbus. Engel rechnet damit, dass am Mittwoch weitere Landkreise mit Stufe fünf versehen werden.

Engel: Funke reicht aus um Brand zu entfachen

Nach Angaben von Engel bereitet vor allem der immer wieder aufkommende Wind Sorgen. Schon ein Funke reiche wegen der Trockenheit aus, um einen Brand zu entfachen.

Am Dienstag klettern die Temperaturen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf mehr als 31 Grad, im Norden möglicherweise sogar auf bis zu 36 Grad. Am Mittwoch werden in der Region Temperaturen um 34 bis 39 Grad erwartet. Vor allem in Südbrandenburg soll es sehr heiß werden. Niederschläge seien nicht zu erwarten, teilte der Wetterdienst mit.

"Da sind noch Hausaufgaben zu machen"

Angesichts des am Montag ausgebrochenen und bereits auf mehr als 100 Hektar ausgeweiteten Waldbrandes in der Lieberoser Heide kritisierte der Amtsdirektor Bernd Boschan die Landesregierung. "Wir hatten letztes Jahr eine Waldbrandserie und haben uns ins Gesicht geschworen, dass wir Schlussfolgerungen ziehen", sagte Boschan am Dienstag im rbb. "Heute muss ich für mich zumindest sagen, dass die nicht im notwendigen Maße gezogen wurden. Da müssen noch Hausaufgaben gemacht werden", so Boschan.

Ein Zehn-Punkte-Plan, den die Regierung nach den großen Bränden im vergangenen Jahr aufgestellt hat, ist nach Angaben von Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde vom April teilweise umgesetzt. Bis September solle der Plan stehen.

Mehr als 200 Brände in diesem Jahr

Seit Jahresanfang wurden den Angaben zufolge bereits mehr als 200 Waldbrände im Land
registriert
. 885 Hektar waren betroffen, allein 744 Hektar wurden Anfang Juni bei dem bislang größten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte in Brandenburg auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog in Mitleidenschaft gezogen.

Auch in der Lieberoser Heide hat es in diesem Jahr schon gebrannt. Im Juli 2018 gab es dort ein Feuer auf einer Fläche von 400 Hektar.

Sendung: Inforadio, 25.06.2019, 11:00 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ich unterstelle Ihnen nicht das Sie keine Ahnung haben, Sie werden es nicht wissen.
    Zum Flugplatz Welzow gehört ein Wasserlandeplatz (Sedlitzer See), direkt am normalen Startbahnende. Von den Grünen und der CDU wird das Projekt unterstützt. In Frankreich gibt es so etwas auch. Damit könnte der gesamte Bereich bis Schweden abgedeckt werden. Man spricht mit allem drum und dran von bis zu 650 Arbeitsplätzen. Vom Bodenpersonal,Instandhaltung, Piloten usw., Woidke hat leider nur so grandiose Ideen wie Verwaltungen in die Lausitz zu holen. NRW ist an dem Projekt auch interessiert, mit unserem MP werden die es wohl bekommen. Das Land müsste sich nicht mal an der Finanzierung beteiligen. Die SPD hat den letzten Knall noch immer nicht gehört.

  2. 2.

    Löschflugzeuge -selbst von der EU finanziert- sind in Brandenburg unnütz, da nicht genügend lange Wasserflächen zur Wasseraufnahme im Flug zur Verfügung stehen.... Aber vielleicht sollte man nicht viele kleine Flugzeuge anschaffen, sondern ein großes, á la USA, eine 747 Evergreen Supertanker, Tankvolumen 70.000 Liter Löschmittel oder Wasser, das für eine etwa 46 Meter breite Abwurfspur von rund 5 Kilometer länge sorgt, Abwurfhöhe ist 400 - 800 Fuss (120–240 m), bei etwa 160 Meilen / h (260 km/h; 140 kn). Die Flughöchstgeschwindigkeit liegt bei 600 Meilen / h (970 km/h; 520 kn). Da kann man auch mal schnell zum Stettiner Haff oder der Ostsee zum Auftanken düsen und es dauert nur 45 Minuten. Zum Srart und Landung reicht ein 2400 Meter lange Piste aus. https://en.m.wikipedia.org/wiki/747_Supertanker?wprov=sfla1

    Oder eben auf die bewährte CH53 setzten mit dem Wasserbehälter "Smokey" mit 5000 L Fassungsvolumen. Man muss sie bloß anfordern...

  3. 1.

    Vielleicht fragt der RBB bei Herrn Woidke nach warum er sich gegen eine Löschflugstaffel (finanziert von der EU) auf dem Welzower Flugplatz sträubt. An der darunter liegenden Kohle wird es nicht liegen, dass das Teilfeld II nicht kommt dafür wird gesorgt.

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