Waldbrand in Brandenburg bei Felgentreu: Feuerwehrleute ruhen sich aus (Quelle: imago/Andreas Friedrichs)
imago/Andreas Friedrichs
Video: rbb|24 | 10.06.2019 | Luisa-Marie Kauzmann | Bild: imago/Andreas Friedrichs

Großschadenslage beendet - Waldbrand bei Jüterbog ist gelöscht

Eine Woche lang kämpften Feuerwehrleute bei Jüterbog gegen einen der schwersten Waldbrände der vergangenen Jahrzehnte. Jetzt gab der Landkreis Entwarnung und hob die "Großschadenslage" auf.  

Der Waldbrand bei Jüterbog (Teltow-Fläming) ist gelöscht. Wie der Landkreis Teltow-Fläming am Sonntagabend mitteilte, wurde die ausgerufene "Großschadenslage" aufgehoben. Am Montagfrüh um 9 Uhr wurde die Einsatzleitung wieder an die Feuerwehren der Gemeinden Jüterbog und Nuthe-Urstromtal übertragen.

Nach Angaben des Landkreises hatte ein Hubschrauber in der Nacht zu Montag mit einer Wärmebildkamera noch einmal die Lage auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog untersucht. "Auf der betroffenen Fläche von 744 Hektar gibt es gegenwärtig keine Auffälligkeiten", hieß es dann am Montag. Die Situation habe sich entspannt - auch durch Regen in der Nacht. Die kommunalen Feuerwehren würden nun letzte Glunester löschen, teilte Landrätin Kornelia Wehlan mit.

Eine Fläche so groß wie 1.000 Fußballfelder

Seit dem vergangenen Montag hatten Einsatzkräfte gegen den Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz gekämpft. Er hatte sich im Laufe der Woche auf eine Fläche von rund 760 Hektar ausgedehnt - das sind mehr als 1.000 Fußballfelder. Nach Angaben des Kreises waren am Sonntagmittag noch mehr als 160 Kräfte im Einsatz.

Am Sonntagvormittag gab es Glutnester vor allem noch bei Felgentreu und Keilberg. Dort sei es tagsüber zu leichter Rauchentwicklung gekommen, sagte ein Sprecher des Lankreises. Der Wind sei aber zu schwach gewesen, um für Funkenflug zu sorgen.

Noch bestehende Glut wurde mit Hubschraubern der Bundespolizei aus der Luft bekämpft, die pro Flug 600 Liter Wasser abwerfen können. Am Boden wurde der Brand an den Rändern bekämpft, da das Gelände munitionsverseucht ist. Eine Drohne machte Luftaufnahmen, um die Gesamtlage besser beurteilen zu können.

U-Boot-Munition und Torpedos im Boden

Auf dem mit alter Munition belasteten Areal kommt es immer wieder zu Waldbränden. Weil die Flächen nie beräumt wurden, dürfen die Einsatzkräfte am Boden nur von gesicherten Wegen oder den Randgebieten aus löschen. 

Der ehemalige Truppenübungsplatz wurde von 1864 bis 1992 militärisch genutzt. Dort lagert nach Angaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes noch heute Munition aller Art, darunter sollen nach Angaben der Stadt Jüterbog auch U-Boot-Munition und Torpedos sein. Blindgänger wurden einfach liegengelassen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 09.06.2019, 14:00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

6 Kommentare

  1. 6.

    Die Löschhubschrauber gehören der BUNDESpolizei. Für die BUNDESwehr ist (auch) der Bund zuständig. Es geht doch um die grundsätzliche Frage wie Steuergelder sinnvoll bzw. zweckmäßig eingesetzt werden. Muss Deutschland für immer die geopolitischen Kriegshandlungen der USA unterstützen bzw. mitfinanzieren? Die Landespolitiker könnten ihre Parteifreunde und Kollegen im Bundestag und Bundessrat darauf ansprechen.

  2. 5.

    Schön, dass Sie die Kosten, die in Bundesverantwortung liegen als Fragen an die Landespolitik stellen. Das Land Brandenburg kann Ihnen die Fragen nicht beantworten!

  3. 4.

    Den Helfern gebührt Dank.
    Wir freuen uns, die private Initiative zur einer kleinen Danksagungsfeier für die Helfer der FFW Altes Lager unterstützen zu dürfen. Danke an Rene Krahlisch für die Organisation der Feier.
    German Barbecue Association e.V.
    Michael Kuttler (CFO)

  4. 3.

    Herzlichen Dank an die Einsatzkräfte! Ich hoffe, Sie haben alles gut überstanden und können sich jetzt ausruhen.

  5. 2.

    Was für ein Mammutprojekt! Da kann man wirklich nur all den Beteiligten und Einsatzkräften dankbar sein für ihren unermüdlichen EInsatz.
    Man sollte allerdings den Tag nicht vor dem Abend loben.
    Hoffen wir, dass die anstehenden Gewitter nur Gutes = viel Wasser von oben bringen und nicht Blitze, die wieder einen Brand entfachen.

  6. 1.

    Im Land Brandenburg ist auch in den kommenden Jahren mit heißen und vor allem trockenen Sommern zu rechnen. Im Zusammenhang mit den munitionsverseuchten Böden wir es immer wieder zu schwierigen Löscharbeiten kommen. Dabei sind die Einsatzkräfte von Feuer- und Bundeswehr Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt. Welche Maßnahmen wollen die im Brandenburger Landtag vertretenen Politiker und Parteien ergreifen um langfristig und nachhaltig Schaden von Menschen und Natur abzuwenden. Statt weiterhin jedes Jahr dreistellige Millionensummen für Auslandseinsätze auszugeben sollten die Waldgebiete lieber von der Munition befreit werden. Das Steuergeld sollte nicht mehr für zweifelhafte Kriegseinsätze im Ausland und Beraterverträge ausgegeben werden sondern lieber im Inneren eingesetzt werden. Wie sind die Meinungen und Vorschläge aller Brandenburger Politiker und Parteien dazu?

Das könnte Sie auch interessieren

Mustafa's Gemüse Döner hatte seinen Verkaufsstand am U-Bahnhof Mehringdamm.
rbb24/John Hennig

Nach Brand im Oktober - Mustafa's Gemüse Kebap abgerissen

Nach dem Brand in Berlins bekanntestem Dönerstand ermittelt die Staatsanwaltschaft nun wegen fahrlässiger Brandstiftung. Zudem musste sich Mustafa's Gemüse Kebap einen neuen Standort suchen - der Imbissstand wurde am späten Dienstagabend abgerissen.