Radfahrer durchpflügt die Regenfluten in Berlin-Tiergarten. (Quelle: TV News Kontor)
Video: rbb|24 | 06.06.2019 | Material: TV News Kontor | Bild: TV News Kontor

Extreme Wetterlage - Gewitter toben über Berlin und Brandenburg

Starkregen, Sturm und Hagel sind am Donnerstag über Berlin und Brandenburg hinweggezogen. Straßen waren überflutet, auf dem Flughafen Tegel fielen mehrere Flüge aus. Probleme gab es auch bei der S-Bahn. Erst am Abend beruhigte sich die Wetterlage.

In Brandenburg und Berlin ist es am Donnerstag zu heftigen Gewittern mit Starkregen und Sturmböen gekommen. Gegen 15 Uhr zog sich eine relativ schmale, aber um so aktivere Gewitterschneise in südöstlicher Richtung von der Prignitz über Berlin bis hin zur Lausitz. Auf Radarbildern verschiedener Wetterdienste waren schwere Regenfälle und Gewitter zu beobachten.

In Berlin waren die Straßen teilweise regelrecht überflutet. Auto, Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer mussten sich ihren Weg durch die Wassermassen bahnen, zum Beispiel im Tiergarten, wo im Laufe des Nachmittags bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter fielen. Immer wieder hörte man auch die Sirenen von Feuerfahrzeugen, die zu Einsätzen gerufen wurden. Nachdem mehrere Blitze eingeschlagen hatten, kam es auch zu Problemen bei der S-Bahn: Auf den S-Bahn-Linien 1, 2, 25 und 26 gab es Verspätungen und Zugausfälle.

Unwetterwarnung für Berlin und West-Brandenburg

Seit dem Mittag galten für Berlin und Brandenburg Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Um kurz nach halb vier wurden diese noch einmal aktualisiert. Demnach musste östlich einer Linie von Fürstenberg/Havel (Oberhavel) über Berlin-Mitte bis nach Herzberg (Elbe-Elster) örtlich mit schweren Gewittern mit heftigem Starkregen, Sturmböen und Hagel gerechnet werden. Diese verlagerten sich nur langsam nach Nordosten.

Am späten Nachmittag wurden die Unwetterwarnungen für den Westen Brandenburgs und Berlin wieder aufgehoben. Nur im Osten, in der Uckermark, dem Barnim und im Oderbruch, bestand laut DWD noch eine "punktuelle Unwettergefahr".

Flugausfälle in Tegel, lange Wartezeiten in Schönefeld

Wegen der Unwetterlage war die Abfertigung am Flughafen Tegel am frühen Nachmittag vorübergehend eingestellt worden. Im Anschluss kam es zu zahlreichen Flugausfällen. "Einige Airlines musst unwetterbedingt massiv Flüge streichen", sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstagabend. Mehrere Hundert Passagiere seien betroffen gewesen. Vor allem Flüge nach München und Frankfurt seien ausgefallen.

Auch auf dem Flughafen Schönefeld kam es zu Verzögerungen. Begründet wurde dies mit der Gefahr von Blitzschlägen und Wind: "Bei zu starkem Wind dürfen wir nicht mit allen Fahrzeugen abfertigen. Das ist gesetzlich geregelt", sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB). Die Unterbrechung diene dem Schutz der Mitarbeiter und der Fluggäste. Passagiere müssten mit Verspätungen rechnen, hieß es. In Schönefeld saßen einige von ihnen noch am frühen Abend in ihren Maschinen fest - weil keine Busse für das Vorfeld zur Verfügung standen.

Feuerwehr musste immer wieder ausrücken

Nach Angaben eines Feuerwehr-Sprechers musste die Berliner Feuerwehr immer wieder zu Einsätzen ausrücken. Ob diese immer in direktem Zusammenhang mit dem Unwetter standen, ließ sich zunächst nicht sagen. Den Angaben zufolge wurden vor allem Wasserschäden gemeldet. Im Ortsteil Lichtenrade brannte das Dach eines Mehrfamilienhauses. Nach Einschätzung der Einsatzkräfte sei der Brand sehr wahrscheinlich durch einen Blitzeinschlag verursacht worden, erklärte der Sprecher. Auch im Straßenverkehr kam es zu Behinderungen. Zahlreiche Ampeln waren ausgefallen.

Regen im Waldbrandgebiet: "Tropfen auf den heißen Stein"

Auch im Bereich des Waldbrandes bei Jüterbog regnete es. Wie rbb-Reporter berichten, zog ein Gewitter mit 15 Minuten Starkregen durch, dies sei aber zu wenig gewesen, um die Brandbekämpfung entscheidend zu unterstützen - dafür hätte es 24 Stunden lang durchregnen müssen. Ein Feuerwehrmann sprach vom berühmten "Tropfen auf den heißen Stein". Bei Hitze und Trockenheit waren in den vergangenen Tagen mehrere Waldbrände in Brandenburg ausgebrochen.

Kaltfront trifft auf heiße Luftmassen

Mit dem Durchzug einer Kaltfront werden, so die Wetterexperten vom DWD, die bisher sehr warmen bis heißen Luftmassen subtropischen Ursprungs durch kühlere Meeresluft ersetzt. Es bestehe eine "brisante Lage", sagte Christian Schubert, diensthabender Meteorologe der Meteogroup."Tief Heiko zieht von Westen heran und bringt schwere Gewitter", bestätigte Schubert rbb|24 am Vormittag.

Der angekündigte Starkregen kann laut DWD Regenmengen zwischen 25 und 40 Liter pro Quadratmeter bringen - und das in äußerst kurzer Zeit. Die zu erwartenden Sturmböen würden sich mit Windgeschwindigkeiten zwischen 70 und 85 Stundenkilometern bewegen. Lokal sei außerdem mit Hagelkörnern von etwa zwei Zentimetern Durchmesser zu rechnen. "Es muss nicht überall so heftig werden. Doch da wo es heftig kommt, kann es lokal auch zu Überflutungen kommen", sagte Schubert.

Pfingstwochenende wird überwiegend heiter

Schon am Mittag waren erste einzelne Gewitter erwartet worden, zwischen 14 und 15 Uhr sollte es dann heftiger werden. Wer am Donnerstagnachmittag draußen unterwegs sei, solle nicht vergessen, immer mal wieder den Blick gen Himmel zu richten und nach dunklen Wolken Ausschau zu halten. Doch Schubert warnt: "Durch den Wind geht alles sehr schnell". Punktuell könne es sogar zu schweren Sturmböen von um die 90 Stundenkilometer kommen.

Die Höchsttemperaturen sind am Donnerstag mit 27 bis 31 Grad nicht ganz so hoch wie an den Vortagen. Die Gewitter am Nachmittag bringen voraussichtlich eine Abkühlung auf 18 bis 22 Grad. Auch in der Nacht zum Freitag kann es noch Gewitter geben, die dann Richtung Polen abziehen.

Das Pfingstwochenende werde dann, so Schubert, "schöner und ruhiger". Bei Temperaturen zwischen 22 und 29 Grad werde es überwiegend heiter sein. Erst zum Montag hin werde es wieder wechselhaft sein. Dann könnten mehr Wolken und ein neues Gewittertief aufziehen, sagte der Wetterexperte von der Meteogroup.

Kommentar

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32 Kommentare

  1. 32.

    Hier in 14532 an der Grenze zu 14163 hat es Landregen gegeben. Als ich von der Arbeit (12359 N-kölln) kam, war es hier trocken. Dann, gegen halb sieben, als ich aus dem Auto raus musste, Landregen :-) der immer mal wieder kommt. Verwandte aus Westfalen hatten von Überflutungen gehört und besorgt nachgefragt. Hm. Berlin ist halt groß. Den punktuellen Regen da zu finden und zu treffen ist schwer. Hier war jedenfalls nix überflutet. Und in Z-dorf, S-Bahnhof, Unterführung, ist gerne ein See, aber heute nicht :-)

  2. 31.

    Hier an der Stadtgrenze zu Berlin-Buch jetzt seit gut 20 Minuten wieder kräftiger Regen und leichtes Donnergrollen mit dem einen oder anderen Blitz; scheint noch zuzulegen. Soll noch bis in den frühen Morgen anhalten und kräftig gießen (laut Wetteronline), nachdem schon am Nachmittag einiges an Wasser in kurzer Zeit runter kam (den niedergedrückten Pflanzen nach zu urteilen, denn zu dem Zeitpunkt war ich noch in der Berliner Innenstadt). Aber keine Böen, kaum Wind, die Gewitterfront zieht sehr langsame Richtung Nordosten durch.
    Gruß
    Hajakon

  3. 30.

    Hier in senzig bei Königs Wusterhausen kam grade ganz viel Regen runter alles nass super

  4. 29.

    In Marzahn gibt es gerade Starkregen und Gewitter.

  5. 28.

    Ich fahre jetzt nach Grünau. Bin mal gespannt, ob ich gießen muss... Hier in Westend, wo ich arbeite, kam schon eine Dusche runter...

  6. 26.

    Cottbus...Dunkler Himmel....bissl Wind....fernes Grollen....NULL REGEN! Nicht einTropfen....

  7. 24.

    Hier regnet es schon immer wieder ein bisschen.

  8. 23.

    Was denn für eine Unwetterwarnung, hier in Charlottenburg ein wenig Grollen ein paar Tropfen und das war's. Ihr beim rbb24 sitzt doch am Theo.
    Irgendwie haben wohl die " Experten " was falschen auf den Radar gesehen.

  9. 22.

    Ich wohne in Am Mellensee. Hier hatte es gegen 14.30 Uhr angefangen mit leichten Grollen. Kurz vorher gab es einen schönen Regenguss. Aus dem Grollen wurde ein grauenhaftes, starkes Gewitter! Teilweise jetzt noch! Ich bin kurriet für den Rest des Jahres!

  10. 21.

    In 10407 mäßiger Regen.. .nicht der Rede wert.

  11. 20.

    Ich warte noch. Bin zwei mal aus dem Büro raus, um den Wagen näher zu parken. Damit ich nicht nass werde beim Heimweg. Naja... was macht man nicht alles für unnütze Sachen den ganzen Tag :-)
    Aber vielleicht kommt ja noch was. Vielleicht...

  12. 19.

    Hier nur fernes Grollen gewesen, schon wieder vorbei und 2 bis Tröpfchen ich fass es nicht):

  13. 18.

    also hier in Potsdam war bisher nix, 3 Tropfen :(

  14. 17.

    Gropiusstadt 15:00 Uhr
    2-3 Blitze- mit leichtem Donner---Regen 0.0

  15. 16.

    "Wer den Donnerstagnachmittag draußen verbringen wolle, solle nicht vergessen, immer mal wieder den Blick gen Himmel zu richten und nach dunklen Wolken Ausschau zu halten." --> Ein Glück, dass es solche Hinweise gibt. Von selbst würde bestimmt niemand auf diese Idee kommen, wirklich niemand! Dank an den Nanny-RBB.

  16. 15.

    Im Berliner Nordwesten eher oder? Laut Regenradar zieht die erste LInie westlich an Berlin vorbei. Hier in Hohenschönhausen ist es auch etwas dunkel und es grummelt und blitzt. Zieht aber vorbei noch

  17. 14.

    's grummelt schon bisserl.
    Der Blick auf die Daten/Radarbild der FU, die alle 15 min. aktualisiert werden, hilft, die "Lage" zu beurteilen.

  18. 13.

    Es lebe der Ganzkörperkondom!

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