Ein ICE am Berliner Hauptbahnhof, Aufnahme vom 02.04.2014 (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)
Video: rbb SPEZIAL | 12.06.2019 | Bild: dpa/Bernd von Jutrczenka

Störung in Berlin - Unwetter bremst Schienenverkehr in Berlin und Brandenburg aus

Den dritten Tag infolge ist ein Unwetter über Berlin und Brandenburg gezogen. In der Hauptstadt stand zeitweise der komplette Schienen-Fernverkehr still. In Oranienburg stürzte eine Baumkrone auf eine Feiergesellschaft - mehrere Menschen wurden verletzt.

Schwere Unwetter haben am Mittwochabend in Berlin den Fernverkehr ausgebremst. Vorübergehend fuhren im gesamten Stadtgebiet keine Fernzüge. Durch das Gewitter seien technische Anlagen beschädigt worden, teilte die Bahn mit. Gegen 21 Uhr wurde der Verkehr nach und nach wieder aufgenommen. Es sei aber wegen Rückstaus weitehin mit Verspätungen zu rechnen, hieß es von der Bahn.

Auch auf der Ringbahn musste der Zugverkehr vorübergehend eingestellt werden. Grund für die Einstellung war ein Blitzeinschlag in Tempelhof. Am Abend wurde der Verkehr wieder aufgenommen, es kann laut S-Bahn aber noch zu Zugausfällen und Verspätungen kommen. Auch auf den anderen Linien kommt es zu erheblichen Einschränkungen. Alle Fahrplanänderungen sind auf der Seite der S-Bahn [sbahn.berlin] einsehbar.

Zweites Unwetter innnerhalb kurzer Zeit

Am Mittwochabend war - wie schon in der Nacht zu Mittwoch - ein zweites schweres Unwetter über Berlin und Brandenburg hinweggezogen. Windböen rissen Bäume um, Straßen waren nicht passierbar, auf dem Wannsee kenterten Boote.

Meldungen über Schwerverletzte oder Tote hatte die Berliner Feuerwehr am Abend jedoch nicht. Sie rief zeitweise erneut den Ausnahmezustand aus und fuhr in eineinhalb Stunden mehr als 200 Einsätze.

Wie die Verkehrsinformationszentrale mitteilte, kommt es wegen des Unwetters auch auf den Straßen zu Verkehrseinschränkungen. So seien Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Im gesamten Stadtgebiete seien zudem zahlreiche Ampelanlagen ausgefallen. Im Stadtteil Friedenau fiel ein Baum auf ein Cabrio. Die Insassen Autofahrer hatten Glück im Unglück, zwei Menschen wurden nur leicht verletzt, teilte die Feuerwehr mit.

Britzer Damm Ecke Jahnstraße in Neukölln-Britz (Quelle: rbb|24/Klueber)Umgestürzter Baum auf dem Britzer Damm

Elf Menschen bei Gewitter in Oranienburg verletzt

Der Deutsche Wetterdienst gab im Verlauf des Nachmittags und Abends mehrere Unwetterwarnungen für Berlin und Brandenburger Landkreise heraus. In Berlin galt zweitweise die Warnstufe drei von vier möglichen Stufen [siehe auch Box am Textende]. Alle Unwetterwarnungen sind mittlerweile aufgehoben.

In Oranienburg wurden bei dem schweren Gewitter elf Menschen verletzt. Ein Ast fiel auf ein Zelt, wo gerade eine Gartenparty stattfand, teilte die Polizei am Abend mit. Mehrere Personen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Brandenburger Feuerwehr meldete ansonsten größere Einsätze in Wittstock und Rathenow.

Ansonsten verlief das Unwetter nach ersten Schätzungen der Polizei in Brandenburg aber insgesamt glimpflich. Einsatzkräfte mussten oft wegen umgestürzter Bäume ausrücken.

12.06.2019: Einsatzkräfte entfernen einen Baum, der auf den Tempelhofer Damm in Berlin gestürzt ist (Quelle: Andreas Friedrichs/imago)
Ein auf den Tempelhofer Damm gestürzter Baum | Bild: www.imago-images.de

An den Flughäfen Tegel und Schönefeld wurden Flüge aus Sicherheitsgründen rund 45 Minuten lang ausgesetzt. Es sei zu kleineren Verspätungen gekommen, sagte ein Sprecher. Es sei aber "kein Vergleich zu gestern." Am Mittwochabend sei bisher kein Flug gestrichen worden.

Erst in der Nacht zu Mittwoch war es in Berlin und Brandenburg zu heftigen Gewittern mit starken Regenfällen gekommen. Straßen wurden überflutet, Keller liefen voll, Blitze schlugen ein und Bäume stürzten um. Am Morgen standen zahlreiche Pendler im Berufsverkehr dadurch im Stau oder warteten länger auf die S-Bahn. Besonders betroffen von dem Gewitter mit Starkregen war auch die Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam - dort musste die Feuerwehr fast 200 Mal ausrücken.

Wetter- und Unwetterwarnungen

Unter dem Sammelbegriff Unwetter fasst der Deutsche Wetterdienst unterschiedliche Extremwetterereignisse zusammen: Windböen (orkanartig…), schwere Gewitter, heftiger Starkregen, ergiebiger Dauerregen,starker Schneefall, Glatteis oder starkes Tauwetter.

Der DWD teilt seine Warnungen ein in vier Stufen
  • Wetterwarnung (Stufe 1)
  • Warnungen vor markantem Wetter (Stufe 2)
  • Unwetterwarnungen (Stufe 3)
  • Warnungen vor extremem Unwetter (Stufe 4)
Hier finden sind die Kriterien für die jeweilige Einstufung aufgelistet: Wetterwarnungen (1 und 2) und Unwetterwarnungen (3 und 4). [wettergefahren.de]
 

Sendung: rbb spezial, 20:15 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

23 Kommentare

  1. 23.

    Ich hatte schon früh gewarnt!
    Und nun lasst die Autos stehen, damit es nicht noch heisser wird!

  2. 22.

    Dass der staatliche Verlautbarungsrundfunk "Aktuelle Kamera" nicht über Probleme bei der Reichsbahn hätte berichten können, darin sind wir uns einig. Wo bereits das hundsnormale Fotografieren von Bahnhöfen zur Geheimsache erklärt wird, kann so etwas natürlich nicht erwartet werden.

    Dennoch, so glaube ich, war das Eisenbahnsystem sowohl im so bezeichneten Westen wie auch im Osten Deutschlands beständiger und alltagspraktischer als heute. Es war einfach robuster. Und eben spartanischer. Und ich glaube, dass sich die Bahn im Zeitalter mit hohem Autoanteil bewegen muss, allerdings nicht in derjenigen Richtung, die sie zur Zeit einschlägt:

    Hochtechnisiert und überaus anfällig.

  3. 21.

    Sehe ich ebenso. Bei den 70ern kann ich noch noch nicht mitreden, aber zumindest im Vergleich zu den 80er-, 90er und 00er-Jahren erleben wir jetzt doch eine ganz andere Intensität.

    Der Einwurf, dass es auch früher schon Gewitter gab, ist prinzipiell richtig. Aber solche regelrechten "Wasserwände" wie zuletzt, mit 80 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde, kannte man meines Wissens aus unserer eigentlich gemäßigten Klimazone bis vor wenigen Jahren nicht. Früher donnerte und blitzte es im Sommer auch, aber dabei blieb es oftmals sogar trocken. Auch Temperaturen von über 30 Grad mit schwülwarmer, fast tropischer Luft, waren, wenn ich mich recht erinnere, eher die Ausnahme.

    Ob all das auf einen menschenverursachten Klimawandel zurückzuführen ist oder ob es sich um natürliche Schwankungen handelt, kann ich nicht beurteilen. Ich sehe nur, dass sich etwas verändert hat.

  4. 20.

    Solche Gewitterereignisse sind in der Tat kein gewöhnliches Wetter. Es gab die denoch auch in der Vergangenheit immer wieder mal bereits früh im Sommer. Die Deutsche Rück hat in den metzten zwanzig Jahren mehrere solcher Ereignisse dokumentiert.

    Wenn man nur jeweils diese paar Tage betrachtet, kann man weder den Klimawandel belegen noch den Gegenbeweis antreten. Dazu muss man den Blick weiter schweifen lassen. Der Trend ist dann klar erkennbar. Es gibt ihn.

    Ich habe mir von der gestrigen Sondersendung des RBB mehr erwartet, zumal die Reporter den Meteorologen dicht auf den Pelz gerückt sind. Meine Befürchtungen zu einer nur oberflächlichen Berichterstattung wurden jedoch bestätigt.

  5. 19.

    Der Eigenwerbung der DB hat man im Westen schon damals auch ohne hektischen Internetjournalismus nicht geglaubt. Ich bezweifle zudem, dass die AK über solche Probleme bei der RB hätte berichten dürfen. Das hätte auf ein Versagen des Systems hingedeutet.

  6. 18.

    Ich geben Ihnen absolut recht, wenn Sie sagen, dass der rbb immer mehr zum Zentralorgan der GRÜNEN geworden ist. Auch Kommentare, die sich hier gegen die Grünen und die Panikmache in Sachen Klima richten, werden vom rbb in der Regel nicht veröffentlicht! Andere nennen das "Zensur".

    Nun gab es mal ein Gewitter, na und? Ein Gewitter ohne Regen ist viel gefährlicher. Man fragt sich nur, warum es immer mehr falsche Wettervorhersagén gibt. Dass die Ringbahn mal wieder ausgefallen ist, ist doch normal! Seit einer (!) Woche ist es mir abends nicht gelungen, mit der S 42 vom Bundesplatz Richtung Gesundbrunnen zu fahren, weil ständig die S 42 ausfiel wegen irgendwelcher Ausreden. Selbst am Samstag Vormittag nicht, da gab es nur Ersatzverkehr. Zum Glück fuhr immer noch die S 41, zumindest teilweise.

  7. 17.

    "Roman" genauso ist es - ich als Bauernsohn habe 50 Jahre als Landschaftsgärtner gearbeitet und kann Ihre Aussage uneingeschränkt bestätigen.

  8. 16.

    Gab es da nicht vor einigen Tagen einen schweren Waldbrand im weiteren Einzugsgebiet von Berlin, weil in letzter Zeit zu wenig Regen fiel?
    Ich werde noch diesen Monat 77 Jahre alt und es gab auch schon in meiner Jugend und auch später extrem heiße Sommer mit sehr starken Gewittern und dann wieder extrem kühle Sommer mit viel viel Regen.
    Sie haben recht, es ist ein richtiges Geschwurbel was man inzwischen überall betr. des Wetters lesen kann!
    Jedenfalls hieß es in Baden-Württ. noch im letzten Jahr, daß das Grundwasser inzwischen zu stark gesunken sei und jetzt nach dem ziemlich lang anhaltenden Regen (auch Landregen) ist der Grundwasserspiegel im Ländle so stark und zwar höher als vor über 2 Jahren.

  9. 15.

    Ehrlich gesagt, empfinde ich überhaupt nicht so, wie Sie IHRE Empfindungen mitteilen. Zugegeben "Unwetter ohne Ende" mag ein wenig übertrieben sein. Aber eine Hyperbel ist ein Stylemittel, was man durchaus mal verwenden darf. Zumal es nicht gewöhnlich ist, dass drei Tage hintereinander starke Gewitter stattfinden. "Nicht gewöhnlich", heißt nicht, dass es das nicht bereits schon mal gab! Nirgends habe ich von einer Dürrekatastrophe gelesen, bei " 5 Tage Sonnenschein am Stück im Juni". So langsam komme ich dahinter: Es gibt keine Panikmache seitens RBB. Sondern es ist die eigene Einstellung und die Emotionen, die bei Menschen, die den menschengemachten Klimawandel leugnen, hochkochen, wenn Sie nur irgendwo vermuten, hier wird wieder auf den Klimawandel angespielt. Dann verfallen solche Menschen in Panik, und projizieren sie nach Außen.

  10. 14.

    Ich würde stark annehmen, dass die Elektronik wasserdicht verbaut ist. Lithiumakkus kurzschließen ist in der Regel nämlich keine gute Idee.

  11. 13.

    Das nennt man Wetter, aber wenn alle Welt es als Drama darstellt kommt es auch so rüber.
    Das einzige, das Wetter macht deutlich in welchem Zustand Berlin ist.

  12. 12.

    "All Wetter, die Bahn" so war einmal ein Werbespruch für die Bahn. Die westdeutsche. In Ostdeutschland dürfte es ähnlich gewesen sein, auch ohne Werbung dafür zu machen. Die Züge waren zwar recht spartanisch, doch robust und alltagstauglich. Heute bieten sie alle Arten von technischen Spielereien und sind anfällig wie ein rohes Ei.

    Ich glaube dennoch, dass es zwischen diesen beiden Extremen auch etwas Vernünftiges und sehr wohl Fahrbares gibt.

  13. 11.

    Keine Flüge gestrichen? Alleine in Tegel sind locker
    20 Flüge ins In- und Ausland gestrichen worden heute Abend.

  14. 10.

    Ein sehr guter Kommentar. Der RBB samt seiner Klima-Hysterie ist nur noch peinlich!
    Insbesondere seine "RBB-Spezial Panik verbreiten" Sendungen. Es ist schon eine Katastrophe, wenn es im Sommer auch Gewitter gibt und soviel Regenwasser. Vor Kurzem war es ja dem RBB noch zu trocken und es bedurfte einer Sondersendung. Und dann dieses "Massen von Wasser" . Richtig Panik machen und schüren und den ganzen Tag die selben Bilder zeigen. Seriöser Qualitätsjournalismus mit hohem Informationsgehalt ist etwas anderes als dieses Geschwurbel aus Potsdam. Jede "Regentroppe" wird als Apokalypse verteufelt und 5 Tage Sonnenschein am Stück im Juni werden als Dürrekatastrophe verkündet. Lieber RBB gehts auch etwas kleiner und seriöser? Wir wissen doch nun alle, dass Ihr das Zentralorgan der "GRÜNEN" seid.

  15. 9.

    Nein Holger!

    Ich kenne schon diverse Wetter und bin wettertechnisch schwer aus der Ruhe zu bringen.

    Die Energie, die sich da freitut, das ist eine ganz andere Qualität als die Gewitterchen der 70er, 80er oder 90er...

    Es ist offensichtlich, dass die sich ausgleichenden Energien wesentlich stärker geworden sind.

    Zumal ich auch noch Bauern kenne, die mir das Selbe sagen. Da ist es egal, ob ich polnische Bauern oder deutsche Bauern drauf anspreche.

    Und: diese Wetterunbilden passieren viel zu früh. Da kommt es zu Reibereien zwischen Wettersystemen, die eigentlich erst im späten August aufeinandertreffen sollten, dann nämlich, wenn der Herbst seine ersten Ausläufer gen Nordeuropa schickt.

    Ganz so jung bin ich auch nicht mehr. ;=)

  16. 7.

    Wir sind aus Süden kommend in das Gewitter hineingefahren.
    Der ICE musste witterungsbedingt stark sein Tempo reduzieren,

    In Berlin angekommen, zeigte sich das Gewitter gerade herannahend.
    Wir haben gerade so die Tram am Hauptbahnhof und an der Eberswalder Straße erwischt.
    Auf Höhe S-Bahnhof Schönhauser Allee ging es dann schon arg zur Sache.

    Die Leute an den Tramhaltestellen waren durchnässt.

    Angekommen im tiefen Pankow, zeigte sich das Ausmaß der Windboen: teils unterarmdicke Äste auf den Gehwegen und jede Menge Kleinzeugs überall. Umgestürzte Verkehrsschilder und heruntergewehte Blumentöpfe....

    Ich bin froh, das Unwetter mit der Familie heil und trocken überstanden zu haben. Dass der ICE bis Berlin durchgefahren ist, war keine Selbstverständlichkeit. Er hätte auch abwarten können, so krass war das Wetter. Sichtweite: NULL Meter

    Ich habe selten so etwas erlebt.

  17. 6.

    Ich glaube das ist jetzt der fünfte Bericht über das Unwetter. Kaum ist mal ein Gewitter schon bricht alles zusammen, ist Berlin ein Dorf oder eine Stadt ? Aber ist ja auch alles veraltet bei der Feuerwehr und alles andere auch, ich Frage mich ernsthaft was passiert wenn es wirklich mal richtig knallt egal ob Gewitter oder Schlimmeres.

  18. 5.

    Und erst Recht, wenn man mit einem Auto durch die Waschlage fährt und dort eine Unterbodenwäsche veranlasst ;-)

  19. 4.

    "Unwetter und kein Ende", so der Titel des heutigen RBB-Specials.

    Nach drei Unwettern innerhalb von einer Woche. Wahrlich, "kein Ende". Während der RBB-Wetterbericht für Sonntag bereits das Ende der Unwetter vorhersagt.

    Das muss dieser sachliche, unaufgeregte Qualitätsjournalismus sein, von dem man immer hört.

Das könnte Sie auch interessieren