Wildschwein (Quelle: blickwinkel/McPHOTO/T. Muth)
Bild: blickwinkel/McPHOTO/T. Muth

Nach Aus für Bogenjagd in Brandenburg - Wildschweinjagd mit Schalldämpfern und Spezialmunition geplant

Aus dem Mittelalter zurück in die Zukunft: Bei der Wildschweinjagd in Brandenburg soll jetzt High-Tech zum Einsatz kommen. Der Plan, die Tiere in Siedlungen mit Pfeil und Bogen abzuschießen, war zuvor gescheitert.

Nachdem aus der Jagd mit Pfeil und Bogen nichts geworden ist, schraubt Brandenburg an neuen Konzepten für die Wildschweinjagd in bewohnten Gebieten: "Zum Einsatz sollen nun modifizierte Munition für kurze Schussdistanzen sowie Schalldämpfer kommen", teilte das Landwirtschaftsministerium am Montag mit [mlul.brandenburg.de]. Das sei das Ergebnis von Gesprächen zwischen der Jagdbehörde, der Wildökologischen Forschungsstelle Eberswalde, den Bürgermeistern der beiden Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow und dem örtlichen Jagdpächter. Ziel ist es, die Tiere in bewohnten Gebieten leise zu töten.

Wie Egbert Gleich vom Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) am Dienstag rbb|24 erklärte, handelt es sich um sogenannte Unterschallmunition. Diese erzeugt dadurch, dass das Projektil den Lauf der Waffe langsamer verlässt, einen nicht so lauten Knall. Die Lautstärke kann durch einen Schalldämpfer noch zusätzlich verringert werden. Gleichzeitig müsse das Geschoss aber auch so angepasst sein, dass es trotzdem eine ausreichend hohe Durchschlagswirkung erreicht und sicher tödlich wirkt.

Keine Ausnahmegenehmigung für Bogenjagd

Die Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) leiden seit Jahren unter einer Wildschweinplage. In Stahnsdorf hatten innerhalb eines Jahres etwa 70 Tiere den Ort heimgesucht und Schäden angerichtet. Jäger in Stahnsdorf lehnen die Jagd mit Gewehren im dichtbewohnten Ort jedoch als zu gefährlich ab. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbands wird die Jagd in Deutschland flächendeckend ausgeübt, ausgenommen sind aber besiedelte Flächen, die als "befriedete Bezirke" gelten. Dort ruht die Jagd, wobei eine beschränkte Ausübung gestattet werden kann.

Vor einigen Monaten kam daher die Idee auf, die Schweine - geräuschlos und aus recht naher Distanz - mit Pfeil und Bogen zu töten. In Deutschland ist die Bogenjagd zwar grundsätzlich verboten, es gibt aber die Möglichkeit einer Ausnahmegenehmigung für Jagdpächter. Doch das Pilotprojekt scheiterte am Ende, denn es fand sich keine wissenschaftliche Einrichtung, die es begleiten wollte.

Nun soll die Jagd also wieder mit Schusswaffen geführt werden. Begleitend soll die Jagdbehörde die Jagdpächter aus einem größeren Umkreis koordinieren. Gleichzeitig wird laut Ministerium genauer untersucht, in welchen kleineren Gebieten eine Bejagung "sicher verantwortet werden kann" - und ob es "weitere angepasste Jagdmethoden" gibt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.06.2019, 17 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

15 Kommentare

  1. 14.

    Ziemlich dämliche Überschrift, der Schreiberling sollte sich vielleich vorher mal informieren wie moderne Bögen schiessen anstatt so dumme und reisserische Vergleiche mit Mittelalterbögen anzustellen. Die Überschrift hat einfach nur Bildzeitungsniveau.

  2. 13.

    "mit Schalldämpfern und Spezialmunition" - wie tierlieb und umweltneutral!

  3. 12.

    Danke für die Ergänzung, aber wer genau hat was davon, die Tiere "leise" zu töten? Die Sau? Hier in KLM wird so viel geballert, alle Nase lang ist ein (Privat!)Feuerwerk pünktlich zum Geburtstag um null Uhr. Moppeds knattern extra laut nachts durch den Ort, der aus Ein-/Ausfallstraßen für Berufspendler besteht, die Autobahn dröhnt. Ob da ein oder zwei Schuss mit lauter oder leiser Mun dazu kommen, nunja....

    Lieber Gartenzäune reparieren, kein Essen auf den Kompost, das Dorf nicht attraktiver machen als die Landschaft jenseits der Gemeinde, und die Schweine Schwein sein lassen. Im Bannwald dürfen sie ruhig graben, abends. Tags pennen die eh :-) und die Population bleibt immer gleich stark - fett bejagt gibts mehr Junge, weniger Jagd, weniger Junge. Natur eben. Schlauer als wir :-)

  4. 11.

    Hoffentlich beschäftigt man sich neben der Frage, wie die Viecher nun am besten um die Ecke gebracht werden, auch mit den Ursachen für die Plage. Die da z.B. wären: Abholzung und Bebauung der Reviere bei gleichzeitigem Abschneiden der Wechsel durch Straßenbauprojekte, ohne Schaffung von Alternativen. Desweiteren natürlich Fütterung durch uneinsichtige Bürger (um keine schlimmeren Ausdrücke zu gebrauchen). Schäden an Grundstücken entstehen wegen nicht vorhandener Zäune. Kostet ja Geld, ein ordentlicher Zaun.

  5. 8.

    Nächste Variante wird dann das Blasrohr sein ;-)

  6. 7.

    Also aufgepasst am Rathausmarkt - nächstens wird total leise und auf kurze Distanz geschossen... muss ich die Kinder jetzt warnen?

  7. 6.

    Langsam wird es mit der Jagd auf Wildschweine affig,holt doch ein paar Pygmäen mit ihren Blasrohren nach Deutschland,Ruckzuck ist das Wildschweinproblem erledigt.

  8. 5.

    Hab hier was gefunden:

    https://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam-Mittelmark/Kleinmachnow/Wildschweinjagd-Expertin-verteidigt-Einsatz-von-Schalldaempfern-in-Stahnsdorf-und-Kleinmachnow-in-Brandenburg

  9. 4.

    Genau das war auch mein erster Gedanke! Was um alles in der Welt meinen (alle regionalen Medien) damit?

    Oder hat der RBB mal wieder irgendwo etwas abgeschrieben , weil alle davon berichten???

  10. 3.

    Habe bei dieser Meldung regelrecht aufgeatmet.
    Dass diese Pfeil- und Bogen-Schnapsidee vom Tisch ist.

  11. 2.

    Zu guter Letzt sterben die Wildschweine noch völlig aus: sie lachen sich tot (über soviel menschlichen Schwachsinn)!

  12. 1.

    Es wäre interessant zu erfahren, was mit "modifizierter Munition für kurze Schussdistanzen" gemeint ist.
    Ist es für die Redaktion möglich, dies bei den beteiligten Parteien zu eruieren?

Das könnte Sie auch interessieren