Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und Polizei stehen vor einem Wohnhaus in der Wilhelmstraße in Kreuzberg (Bild: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Beschimpfungen und Schläge - Staatsschutz ermittelt nach Angriff auf zwei lesbische Frauen

Ein Mann soll ein lesbisches Paar in Berlin-Tempelhof an einem Imbiss angegriffen haben. Die 18 und 21 Jahre alten Frauen hätten sich am Sonntagmorgen gestritten, teilte die Polizei am Montag mit. Daraufhin habe der Mann gefragt, was los sei. Als er mitbekommen habe, dass die Frauen ein Paar waren, habe er die beiden homosexuellenfeindlich beschimpft und die 21-Jährige gestoßen.

Als die 18-Jährige dazwischen ging, soll der Mann ihr ins Gesicht geschlagen haben. Daraufhin versuchte die 21-Jährige, ihrer Freundin zu helfen. Der Mann schlug ihr mit der Faust ins Gesicht. Als die zwei Frauen ankündigten, die Polizei zu rufen, ging der Mann zum Imbiss zurück. Den Beamten sagte er, er habe sich nur verteidigt und deutete auf Kratzer an seinem Kopf. Der Staatsschutz ermittelt.

Zunehmende queere Übergriffe

382 Übergriffe auf queere Menschen – also Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen – wurden dem Berliner Anti-Gewalt-Projekt Maneo für das Jahr 2018 gemeldet. Das sind fast 50 mehr als im Jahr zuvor. Einen ähnlich starken Anstieg stellte auch die Berliner Polizei fest. Sie zählte 225 Straftaten, die sich gegen queere Menschen richteten - und damit 54 mehr als 2017. Auch das ist ein neuer Höchsstand.

Prügelattacke in London erregt großes Aufsehen

Am Pfingstwochenende löste indes eine Prügelattacke auf ein lesbisches Paar in einem Londoner Doppeldeckerbus Entsetzen aus. Fünf Verdächtige im Alter von 15 bis 18 Jahren sollen die aus den USA und Uruguay stammenden Frauen bereits am 30. Mai mit homophoben Sprüchen
beschimpft und krankenhausreif geschlagen haben. Eine der Frauen veröffentlichte ein Bild von sich und ihrer Freundin nach dem Vorfall auf Facebook. Die Aufnahme mit den blutverschmierten Gesichtern erregte auch über Großbritannien hinaus großes Aufsehen.

Sendung: Inforadio, 10.06.2019, 15 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Gewalt gegen Menschen die anders sind ist doch daneben. Berlin ist so bunt, dann lasst es doch so farbenfroh. Überall zieht die Monotonie in die Stadt:Vertreibung der Punks, Schließung von Clubs, Vertreibung von Künstlern. Und jetzt, Schule vertreiben? Ihr seid das Letzte....

  2. 3.

    Ein Mann, der Frauen schlägt... was soll man dazu noch sagen!?!

  3. 2.

    Ihre Bemerkung ist vollkommen unangebracht und trägt nicht dazu bei, die Homophobie hier offen zu thematisieren. Denn diese aggressive Haltung gegenüber Gleichgeschlechtlichen Paaren nimmt immer mehr zu. Siehe Neukölln. Begrüßen Sie etwa so was? Nun scheinen auch Lesben, nicht nur in dieser Stadt solchen Angriffen ausgesetzt zu sein. Zudem bin ich mal neugierig zu sehen, wie lange dieser Artikel vordergründig im Forum stehenbleibt. Oder auch wie andere zu diesem Thema, ganz schnell nach unten wandern, unter ferner liefen. Im übrigen Liebe rbb24 Redaktion, war dieser Vorfall in London“ nicht“ von vornherein auf Lesben an sich gezielt gewesen. Erst als die Jugendlichen merkten, das es sich um eben solche handelt, wurden diese beiden Frauen übelst beschimpft,beleidigt und geschlagen.

  4. 1.

    "großes Aufsehen" - Die Existenzgrundlage von Massenmedien.

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