Archivbild: Der potsdamer Hauptbahnhof. (Quelle: dpa/Joko)
Bild: dpa/Joko

Nach Angriff auf Kippaträger - Juden in Potsdam sind "sehr verunsichert"

Nach dem mutmaßlich antisemitischen Angriff auf einen Potsdamer mit Kippa hat sich die Jüdische Gemeinde verunsichert gezeigt. Die Mitglieder seien sehr verunsichert, erklärte der Vorsitzende der Potsdamer Gemeinde, Evgeni Kutikow, am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Wir wünschen uns, dass Potsdam eine sichere Stadt für Juden bleibt.

Evgeni Kutikow, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Potsdam

Am Samstag war ein 25-jähriger Potsdamer, der eine Kippa mit Davidstern trug, am Potsdamer Hauptbahnhof angegriffen und beleidigt worden. Beamte der Bundespolizei hätten als mutmaßlichen Täter einen 19-Jährigen ermittelt, berichtete die Polizeidirektion West am Sonntag. Er habe den 25-jährigen Mann mit Kippa angespuckt.

Nach ersten Erkenntnissen habe sich ein 17 Jahre alter Begleiter des 19-Jährigen nicht an der Tat beteiligt. Daher werde er als Zeuge in dem Strafverfahren geführt. Gegen den 19-jährigen Mann aus Syrien werde wegen Volksverhetzung ermittelt.

Kippa aus Familientradition

Der 25-Jährige, ein Student, sagte der dpa, er trage die Kippa täglich aus Familientradition. "Als ich am Hauptbahnhof aus der Straßenbahn ausgestiegen bin, habe ich hinter mir Schatten wahrgenommen", berichtete er. Im nächsten Moment sei er schon angespuckt, antisemitisch beleidigt und mit Gebärden bedroht worden. Anschließend habe er die Bundespolizei alarmiert, die die beiden Männer nach kurzer Zeit gefasst hätten.

Sendung: Brandenburg aktuell, 28.07.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

17 Kommentare

  1. 17.

    Genau so widerlich ist es, Usern hier Rassismus mittels eines wohl vorbereiteten (?), jedenfalls nicht dem Kommentarverlauf entsprechenden Kommentars zu unterstellen. Die Diskussion war, zumindest die freigeschalteten Beträge betreffend, sehr sachlich und an keiner Stelle verallgemeinernd. Und wenn ein Syrer hier eine antisemitische Straftat begeht und dies benannt wird, ist das kein Rassismus sondern eine Beschreibung der erfolgten Tat.

  2. 16.

    Es ist unverständlich warum gerade ein Immigrant aus Syrien ,der bei uns Schutz und Frieden sucht solche Tat begeht.

  3. 15.

    Widerlich, wie sich hier gleich Rassist*innen genötigt fühlen, auf den "importierten Antisemitismus" hinzuweisen. Es gibt Antisemitismus in muslimisch geprägten Communitys, doch das ist nur ein Ursprung. Dass der manifeste Antisemitismus der Mehrheitsgesellschaft heuchlerisch ausgeblendet wird in dem Moment, in dem selbstentlastend auf Andere, hier pauschal Muslime, gezeigt wird, passt den rechtspopulistisch Agitierenden natürlich blendend in den Kram.

    Dorthin dürfte weniger passen, dass 95% aller antisemitischen Angriffe durch Nazis stattfinden. Der Antisemitismus der achso bürgerlichen Mitte ist einer der gefährlichsten, da am wenigsten sichtbar. Das zeigen Studien zu antidemokratischen Haltungen, ob die Mitte-Studien oder Heitmeyers "Deutsche Zustände". Die primitivsten teils rassistischen, teils verschwörungstheoretischen Narrative werden unhinterfragt geglaubt.

    Antisemitismus von links gibt es auch. Ob Extremist*innen wie von "FOR Palestine", die MLPD oder Teile der Linken.

  4. 14.

    Am besten lassen sie mal den betroffenen 25-jährigen Potsdamer zu Wort kommen. Aber was der sagt, wollen sie nicht hören.

  5. 13.

    Immer wieder empörend, abscheulich und sprachlos machend, was die vielen Idioten - ganz gleich, ob Deutsche oder Zugereiste - ihren Mitmenschen so antun, aus Dummheit, Boshaftigkeit, Antismitismus, Fremdenhass, Homophobie, etc.
    Wer von den Tätern ließe sich denn gerne auf dieselbe Art erniedrigen und beleidigen, hä? Der Täter stellt sich durch sein Verhalten ja selber schon verächtlich dar und außerhalb jedweder gesellschaftlicher Moral; außerdem ist dieses Rumgerotze ekelhaft, macht man doch nicht! Strafrechtliche Konsequenzen folgen hoffentlich zeitnah - gerne zusätzlich mit etlichen Sozialstunden in einer interreligiösen Einrichtung für Kinder und Jugendliche, um die Chance zu eröffnen auch selber mal was checken.

  6. 12.

    Die besagte Meldung ist zu jung, um daraus Schlüsse über ein Betroffenheitspotenzial zu ziehen. Sonntagnachmitag ...

    Ein Teil wird weggefahren sein, ein Teil ist im Dienst gewesen und schaut selbstverständlich nur außerhjalb des Dienstes ins Internet. (So wie ich). Währenddessen zieht sich die Debatte über eine Autofreiheit am Kurfürstendamm schon seit Tagen hin.

    Idioten gibt es immer und überall. Auch in Potsdam, wo sich am Hauptbahnhof alles mischt, auch im Prenzlauer Berg.

  7. 11.

    Sie beschreiben es ja schon sehr zutreffend und ja, auch finde es beschämend. Als ich den Artikel las, war ich einfach nur traurig, das soetwas mitten in unserer Gesellschaft noch vorkommt. Da passt auch leider die erschreckend hohe Zunahme an Homophobie in unserer Hauptstadt.

  8. 9.

    Schlimm genug das ein Deutscher jüdischen Glaubens in seinem Heimatland überhaupt auf diese Art und Weise angegriffen und beleidigt wird.

    Aber noch viel erschreckender finde ich, das es sich bei dem Täter um einen Flüchtling, also einen Schutzsuchenden handelt. Ein weiteres Beispiel für mitgebrachten, muslimischen Antisemitismus, der sich hier niemals weiter entfalten darf.

  9. 8.

    Warum weist man den 19 jährigen Syrer nicht aus, in Syrien wird nur noch in einem kleinen Gebiet um Idlib gekämpft, ansonsten gibt es seit zwei Jahren dort keinen Krieg mehr.
    Staatssekretär Krings (CDU) fordert die Aufenthaltsrechte der Randalierer bei den Schwimmbadrandalen zu prüfen. „In solchen Fällen müssen Bund, Länder und Kommune auch noch konsequenter bei aufenthaltsbeendenden Maßnahmen zusammenarbeiten“, sagte Krings der „Rheinischen Post“.
    „Es spricht viel dafür, dass in vielen Fällen auch Ankerzentren eine Hilfe wären, weil sie die unmittelbare Abschiebung abgelehnter Asylbewerber erleichtern.“
    Anwendbar auch auf den syrischen Randalierer.

  10. 7.

    ... und welche Punkte waren das, lieber RBB? Nicht immer so nebulös, ein paar Beispiele bitte!

  11. 5.

    Ich finde es sehr traurig dass Menschen nicht sein oder aussehen können wie sie wollen, zu mal in diesem Fall hier in einer Stadt wo es solche Probleme gar nicht geben sollte. Aber manche Leute leben eben in einer anderen Welt und schleppen ihre Vorurteile mit sich herum.

  12. 4.

    Zur Wahrheit gehört dazu, dass wir hier einige Kommentare nicht freigegeben haben, weil sie mehrere Punkte unserer Netiquette widersprechen.

  13. 3.

    Ich vermisse den Aufschrei in Potsdam und beim rbb. Selbst bei Brandenburg Aktuell war das heute maximal ne Randnotiz wert. Ich halte das für nen Skandal.

  14. 2.

    Es ist beschämend, dass sich Juden in Deutschland im Jahr 2019, 81 Jahre nach der Reichskristallnacht, nicht mehr angstfrei und ohne Gefahr bewegen können. Fast genau so erschreckend ist es, wie wenige Reaktionen es hier dazu gibt, gerade von denen, die den Kampf gegen Antisemitismus sonst hier immer so hoch halten. Die toben sich lieber über den autofreien Ku'damm oder den politischen Gehalt des CSD aus. Schade!

  15. 1.

    Hier der Link zur kompletten Meldung:
    https://polizei.brandenburg.de/pressemeldung/25-jaehriger-volksverhetzend-beleidigt-u/1562600

Das könnte Sie auch interessieren