Sechs Fahrzeuge brannten am 08.07.2019 in der Caroline-Michaelis-Straße in Mitte. (Quelle: Morris Pudwell)
Audio: rbb 88,8 | 22.07.2019 | Peter Klinke | Bild: Morris Pudwell

Brandanschläge - In Berlin brannten dieses Jahr bereits 279 Fahrzeuge

Die Täter sind schwer zu fassen. Sie agieren blitzschnell und meist im Schutze der Dunkelheit. In Berlin gehen immer wieder Autos in Flammen auf. Die Hintergründe der Brände sind vielfältig: Versicherungsbetrug, private Rache, politische Anschläge.

Bei Brandanschlägen in Berlin sind in diesem Jahr bislang 279 Fahrzeuge angezündet oder beschädigt worden (Stand 16. Juli). Die Zahl der Fälle sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, teilte die Polizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA mit. Damals waren 227 Autos direkt in Brand gesteckt oder Flammen beschädigt worden. Direkt angegriffen wurden im ersten Halbjahr 2019 demnach 164 Fahrzeuge. Zudem wurden laut Angaben 115 Autos durch übergreifende Flammen und Hitze in Mitleidenschaft gezogen.

Bei einem Teil der Anschläge geht die Polizei von politischen Motiven aus. Die Täter werden im linksextremistischen Spektrum vermutet. So seien bisher 19 Firmenfahrzeuge und zwölf Privatwagen direkt betroffen gewesen. 28 weitere Fahrzeuge seien beschädigt worden.

Vandalen, Pyromanen, private Rache

Im Januar hatte der Anschlag auf Dienstfahrzeuge des Ordnungsamtes Neukölln Empörung ausgelöst. Unbekannte hatten neun Autos und Transporter in Brand gesteckt. Auch die frühere Bezirksbürgermeisterin und jetzige Bundesfamilienministerin, Franziska Giffey (SPD), hatte sich fassungslos gezeigt. Betroffen waren auch Kleinlaster oder Transporter von Firmen. Ende Januar war zudem das Auto eines AfD-Politikers angezündet worden. Ein Tatverdächtiger wurde gefasst.

Bei den meisten Brandstiftungen gehen die Ermittler von anderen Hintergründen aus. Angenommen werden nach Auskunft der Polizei auch reiner Vandalismus, pyromanische Tendenzen, gezielte Racheaktionen im privaten Umfeld, Versicherungsbetrug und sogenannte Verdeckungsbrände. In einem solchen Fall soll mit einem Feuer eine andere Straftat verdeckt werden. Bei den Taten ohne politisches Motiv seien 24 Tatverdächtige ermittelt worden, hieß es.

Täter sind oftmals nur sehr schwer zu ermitteln

Im gesamten Jahr 2018 registrierte die Polizei brennende 446 Fahrzeuge. Davon waren 273 direkt in Brand gesteckt worden.

Zur weiteren Entwicklung im zweiten Halbjahr gab die Polizei keine Prognose ab. Seit Jahren gehen immer wieder Autos in Flammen auf, Täter sind nur schwer zu fassen. 2011 wurden noch 537 Fahrzeuge direkt angezündet. Die Polizei fahndete damals mit großem Aufwand und der Sonderkommission "Feuerschein" nach Brandstiftern. So wurde auch ein Mann gefasst, auf dessen Konto mehr als 100 Taten gingen. In den Folgejahren ging die Zahl der Brandstiftungen zurück, die Soko wurde aufgelöst.

Sendung: Radioeins, 22.07.2019, 7.30 Uhr

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8 Kommentare

  1. 8.

    @ Maro
    "Bei den meisten Brandstiftungen gehen die Ermittler von anderen Hintergründen aus."
    Also von unpolitischen Hintergründen.
    Steht so im Beitrag.

  2. 7.

    So engagiert wie die Pozilei gegen rechts aufmupelt (siehe rbb24 - Schreibkräfte), sollte man auch gg Linksextremismus vorgehen. Ich habe diesen Eindruck bei der R2G-Regierung seit Jahren nicht.

  3. 6.

    Ich würde eher denken, daß die Anschläge aus dem linksradikalen Spektrum kommen. Da hilft nur die Null Toleranz Strategie. Bitte greifen Sie endlich durch Herr Geisel.

  4. 5.

    Im Artikel wird explizit erwähnt, dass bei den politisch motivierten Brandstiftungen vor allem Linksextremisten Angst und Schrecken verbreiten. Aktuell wurde gerade wieder ein Firmebfahrzeug zwar nicht angezündet, so aber doch von den Autonomen "entglast" .

  5. 4.

    Das gibt es nicht nur in Berlin, informieren sollte man sich vorher, bevor solcher Unsinn kommentiert wird.

    Aber ich hoffe für Sie, dass das 800km entfernte Mögelin (laut Straßenkarte 2019 sind es nur knappe 90) sher lange noch ganz ohne Straftaten und beschädigte Autos auskommen darf.

    Die Macht möge sich mit Ihnen sein.

  6. 3.

    Rechtsradikale gibt es nach Auffassung der Berliner Polizei nicht. Da ist Mann ganz alte Schule.

  7. 2.

    In der Meldung werden Zahlen genannt, wieviele Autos bis Juli diesen Jahres in Berlin gebrannt haben. Die Hintergründe sind unterschiedlich. Von daher kann man es nicht verallgemeinern, dass es sich nur um rechtsradikale Täter handelt.

  8. 1.

    Das gibt es nur in Berlin. Das ist Berlin wie es leibt und lebt. Ein Glück, dass wir 800 km von Berlin entfernt leben dürfen. Sind die Verursacher etwa Rechtsratikale?

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