Ein Leihfahrrad und drei Elektro-Mietroller stehen in Berlin auf dem Bürgersteig. (Quelle: imago/Christian Ditsch)
Bild: imago/Christian Ditsch

Charlottenburg-Wilmersdorf - Tausche Privatauto gegen Leihrad, Leihauto und Leih-Scooter

Berlin will herausfinden, ob Sharing-Dienste eine vollwertige Alternative zum Privatauto sein können - und wie die Infrastruktur verändert muss, damit sie es werden. Dazu findet derzeit ein Forschungsprojekt im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf statt, bei dem Autobesitzer ihr Fahrzeug einen Monat lang stehen lassen. Statt dessen bekommen sie einen Gutschein über 500 Euro, mit dem sie Carsharing-Fahrzeuge, Leihfahrräder, Elektro-Motorroller, E-Scooter und die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können.

Forscher wollen Barrieren für zukunftsfähige Mobilität aus dem Weg räumen

Insgesamt 50 Bewerber werden für die "Sommerflotte"-Aktion ausgewählt, die noch bis zum 1. September geht. Wer ausgewählt wurde, gibt seinen Autoschlüssel ab, zudem wird der Kilometerstand des Fahrzeugs notiert.

"Das Forschungsprojekt dahinter – 'Neue Mobilität Berlin' – ist eine Kooperation der TU Berlin mit einer Vielzahl an Partnern aus Wirtschaft und Politik, um Rahmenbedingungen für nachhaltige Mobilitätsangebote in der Stadt zu verbessern", teilte die Technische Universität gemeinsam mit der Agentur für Elektromobilität des Berliner Senats am Freitag mit. Vor und nach dem autofreien Monat sollen die Probanden befragt werden. Mit den Erkenntnissen wollen die Forscher "Barrieren hin zu einer attraktiven, zukunftsfähigen Mobilität für alle aus dem Weg räumen", heißt es in einer Pressemitteilung.

Den Angaben zufolge gab es bereits im vergangenen Jahr eine solche Tauschaktion, damals waren elf Mobilitätsunternehmen beteiligt – in diesem Jahr habe sich die Zahl auf 19 erhöht. Allerdings sind die Angebote der beteiligten Unternehmen nicht unbegrenzt nutzbar. Viele der Sharing-Anbieter stellen aber neben einer kostenlosen Anmeldung auch eine gewisse Zahl an Freiminuten oder ein gewisses Fahrtguthaben für das Projekt zur Verfügung.

Sendung: Abendschau, 12.07.2019, 19:30 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Volle Zustimmung zu Ihrem Punkt 4, wobei es Anbieter wie Miles oder Oply gibt die mit Kilometer bzw. Stunden oder Tagestarifen arbeiten und nicht mit Minuten.

    zu 1. Gilt vielleicht für Freefloat Carsharing (Drive Now, Car2Go, WeShare, Sixt), nicht aber für Stationsbasierte wie Oply, Ubeeqo oder Flinkster z.B. die alle mit festen Zonen oder Parkplätzen agieren bei denen das Auto zurückgebracht werden muss. Wir wohnen im Reuterkiez und haben unser Auto letztes Jahr übrigens abgeschafft.

    zu 2. Mit letztgenannten kann man auch den Bereich verlassen, ich war gerade mit einem Carsharing Auto von Oply auf Usedom ;)

  2. 5.

    Ich stimme Ihnen absolut zu, sehe das sogar für sämtliche Sharing-Angebote so. Praktisch ersetzt keines davon einen privaten PKW, egal ob Leihrad, Car2Go & Co, BerlKönig oder die E-Roller. Alle diese Angebote werden letztlich von Menschen genutzt, die ansonsten gelaufen wären oder die Öffis genutzt hätten. Der PKW-Verkehr in der Innenstadt wird damit nicht verringert.

  3. 4.

    Carsharing-Fahrzeuge dienen weder der Umwelt, noch der Verkehrsentlastung!
    Weil:
    1. Es steigen in der Regel Fussgänger auf Carsharing-Autos um und nicht Autobesitzer. Daher kommen noch mehr Autos in die Innenstzadt.
    2. Mit Carsharing-Autos kann man den Bereich nicht verlassen, ein Kurztripp an die Ostsee ist nicht möglich.
    3. Carsharing-Autos haben eine enorm hohe negative CO2-Bilanz, weil sie im Gegensatz zu Privatautos wesentlich verschlissen sind.
    4. Carsharing gefährdet die Verkehrssicherheit, weil Fahrer ungeübt auf den Autos und nach Zeit die Gebühren abgerechnet werden. Nach einer Untersuchung fahren Carsharing-Fahrer daher sehr oft mit überhöhter Geschwindigkeit!

  4. 3.

    Und warum ein Innenbezirk? Probleme habe ich nur, wenn ich vom Stadtrand in die Innenstadt muss. Mach ich auch nur wegen der Arbeit.

  5. 2.

    Nette Idee, aber die Verantwortlichen wissen doch schon was getan werden muss. Mehr Radwege, die im Winter gut geräumt werden, Umbau von Kreuzungen nach niederländischem Vorbild, und eine bessere Abdeckung durch die BVG. Kostet halt alles mehr Geld als Studien mit 50 Teilnehmern im Sommer.

  6. 1.

    Wird der Versuch im Winter wiederholt?

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