Eine Einheit der GSG9 der Bundespolizei während einer Übung. Quelle: dpa/Ulrich Baumgarten
Audio: ARD | 10.07.2019 | Michael Götschenberg | Bild: dpa/Ulrich Baumgarten

Eliteverband in Spandau - Bundespolizei stationiert GSG9-Einheit in Berlin

Keine akute Bedrohung, aber insgesamt größere Herausforderungen in Berlin: So begründet die Bundespolizei nach ARD-Informationen die Stationierung einer GSG9-Eliteeinheit in Berlin. Sie könnte künftig auch gegen das organisierte Verbrechen zum Einsatz kommen. 

Die Eliteeinheit der Bundespolizei, GSG9, ist ab sofort auch in Berlin stationiert. Es bestehe zwar keine akute Bedrohung, die Herausforderungen in Berlin seien aber größer geworden, wie das ARD Hauptstadtstudio unter Berufung auf Informationen der Bundespolizei berichtet. Damit reagiere die Bundespolizei auf die Entwicklung der Sicherheitslage in den vergangenen Jahren. Schließlich seien viele der vor allem islamistischen Terroranschläge in Europa in den Hauptstädten verübt worden.

Größe und Ausstattung bleiben geheim

Wie viele Kräfte die GSG9 aktuell in Berlin stationiert hat und wo diese untergebracht sind, will die Bundespolizei nicht sagen. Die GSG9 macht aus taktischen Gründen grundsätzlich keine Angaben zu Größe und Ausstattung. Fest steht, dass die GSG9 in Berlin in den kommenden Jahren weiter aufgestockt werden soll.

Eine von insgesamt vier Einheiten des Verbandes soll dauerhaft in der Hauptstadt stationiert sein. Dafür soll die Spezialeinheit insgesamt um etwa ein Drittel vergrößert werden, wie die GSG9 bereits mitgeteilt hatte. In Sicherheitskreisen ist von zusätzlich rund 130 Mann die Rede. 

GSG9 auch gegen organisierte Kriminalität im Einsatz

Die GSG9 kommt bei terroristischen Bedrohungen und Geiselnahmen, aber auch bei Razzien gegen die organisierte Kriminalität zum Einsatz. Künftig kommen daher auch Einsätze gegen die Berliner Clan-Szene infrage. Jährlich ist der Eliteverband bundesweit rund 50 Mal im Einsatz. 

Zur Zeit sind die Einsatzkräfte in einem Provisorium untergebracht. Endgültiger Standort soll die Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau sein. Fest steht außerdem, dass die GSG9 in Berlin in den kommenden Jahren weiter aufgestockt werden soll. Hauptstandort bleibt aber Sankt Augustin bei Bonn. Wie das ARD-Hauptstadtstudio berichtet, soll die Einheit in Berlin im Schwerpunkt für Anschläge ausgebildet werden, bei denen chemische, biologische, radioaktive oder nukleare Substanzen verwendet wurden. 

Sendung: Inforadio, 10.07.2019, 6 Uhr

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 9.

    "Ihr letzter Absatz ist ein Rätsel. Den Gedankengang konnte ich beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen."

    Das ist von mir GANZ BEWUSST im Unklaren gelassen worden.
    Die Sicherheitsexperten werden wissen, warum die Situation (in) der Landshut mit den heutigen Situationen nicht vergleichbar ist. Und dass deshalb das Martialische und zur Abschreckung Aufgebotene nichts fruchten kann.

  2. 8.

    Nachtigall ick höre dir trapsen! Da haben aber wirklich einige Leute Angst in Berlin! Warum nicht in München, Hamburg oder Hannover? Weil da keine Regierung sitzt, gelle? Tja, wat dat nu soll, det können nur die da oben wissen!

  3. 6.

    Was die GSG9 öffentich zur Schau stellt, ist reine Abschreckung durch Vorzeigen der staatlichen Wehrhaftigkeit. Die echten Methoden im Einsatz werden ganz sicher nicht vor aller Augen vorgeführt, damit sich keine Täter darauf vorbereiten können.

    Die Entführung der Landshut hat damals eben sehr deutlich gezeigt, dass es für bestimmte Fälle genau solch eine trainierte und aufeinander abgestimmte Gruppe braucht, da dies den normalen Streifenpolizisten sowohl in der Gefahrenabwehr als auch psychisch einfach überfordert. Das Olympia-Attentat in München hat das überdeutlich gezeigt.

    Ihr letzter Absatz ist ein Rätsel. Den Gedankengang konnte ich beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen.

    Im Übrigen hat Bea Recht: Die Spezialkräfte machen abseits ihrer Training und Einsätze einen ganz normalen Streifendienst. Die Vermummung soll Racheakte und Bedrohungen der Beamten verhindern.

  4. 5.

    Wovon reden Sie bloß? Was ist martialisch? Die Ausrüstungen? Die Vermummung dient übrigens dem Schutz der Privatsphäre der Beamten. Die gehen in andere Einsätze als die normalen Streifenhörnchen. Keine Ahnung, was Sie für Vorstellungen haben ....

  5. 4.

    Das ist schon zutreffend: Die zur Schau gestellte Martialität kann nur diejenigen beeindrucken, die regelmäßige Konsumenten von Action-Filmen in Kinos und auf privater Leinwand sind. Auf alle anderen wirkt sie vordergründig inszeniert und reichlich albern.

    Zur Bekanntheit ist die GSG 9 ja durch Mogadischu gekommen und die damit verbundene Geiselnahme in der Lufthansa-Maschine Landshut seitens der R A F. Bis zum Zeitpunkt der Aktion war von der Gruppe nichts bekannt, auch war es der R A F, die sich faktisch in einem Privatkrieg mit "dem Staat" befand, entgangen, dass Somalia inzwischen die "Lager" gewechselt hatte und dort deutschen Istitutionen freien Zugang ließ.

    Was seinerzeit mit recht vorsinnflutlichen Mitteln erreicht wurde, das ist angesichts heutiger Technik kaum mehr möglich. Niemand ist unverkabelt und niemand steht außerhalb der techn. Wirkung eines anderen. Auch von daher wirkt die Martialität geradezu anachronistisch.

  6. 3.

    Eine sinnvolle Maßnahme um in großschadenlagen die richtigen Kräfte zeitnah vor Ort zu haben. Außerdem sitzt nun mal die Bundesregierung in Berlin.
    Aber das Anti Reaktion aus dem durch zugezogene und RRG verwirrtem Berlin kommen.

  7. 2.

    @1.
    Stimme ich voll zu:
    Endlich uniformierte und gepanzerte Rambos in Berlin - danach hat sich die 'normale' Bevölkerung und der sog. 'besorgte Bürger' ja so sehr gesehnt...
    Das brauchenwa so sehr wie Kameraüberwachung und elektron. Bespitzelung allerorten. Neee ...echtmal - würde man z. Bsp. aus dem Fall Amri oder der NSU (gemeint ist nicht das Auto!) die entspr. Schlüsse ziehen und einfach professionell seine Arbeit machen und auch mit anderen Kollegen kommunizieren wäre schon viel (auch am Ansehen beim Steuerzahler) gewonnen.

  8. 1.

    Na, jetzt haben wir sie, die Terroristen! Ist ja lächerlich dieser Aufmarsch an militarisierter Polizei, die bitte was machen soll in Vollprotektoren-Ausrüstung und mit Maschinenpistolen, wenn chemische, biologische oder nukleare Kampfmittel zum Einsatz kommen würden? Genau: Sterben wie alle anderen auch. Statt die Personalausbildung bei der regulären Polizei voranzutreiben, inkl. Demokratiesierung und Einsatz gegen rechtsextreme Netzwerke gerade innerhalb der Uniformierten, setzt man lieber auf protzige Selbstinszenierung. Das ließ sich schon an den umfassenden Rüstungsdeals erkennen, so z.B. der Erwerb der sog. "Survivor"-Panzer in mehreren Bundesländern. In Sachsen war man so "frei", direkt Zeichen in Anlehnung an NS-Symbole zu verwenden.

    Viel hilft viel ist auch beim Einsatz gegen das organisierte Verbechen falsch. Eine Alternative für die teils nicht überzeugten Clan-Angehörigen zur kriminellen Biografie hat man seit Jahrzehnten verhindert, s. Arbeitsverbot, Duldung etc.

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