Die JVA in Berlin Moabit von außen. Quelle: dpa
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Alarm im Strafvollzug - Häftlinge legen zahlreiche Brände in Berliner Gefängnissen

Seit Anfang 2015 sind in Berliner Gefängnissen 54 Brände ausgebrochen. Zum Teil entstand dabei erheblicher Sachschaden. Die häufigste Ursache der Feuer in den Gefängnissen: Brandstiftung durch Häftlinge.

Gefangene in den Berliner Haftanstalten haben in den vergangenen Jahren Dutzende Brände gelegt. In einigen Fällen kam es zu großen Feuern mit einem hohen Sachschaden. Das geht aus Antworten des Senats auf zwei Anfragen der AfD hervor.

Von 2015 bis Mai 2019 brannte es demnach 54 Mal in Gefängniszellen und einigen anderen Räumen, vor allem in den Gefängnissen in Moabit und Tegel, aber auch in Plötzensee und im Berliner Gefängnis Heidering in Brandenburg. Meist handelte es sich um Brandstiftung durch die Häftlinge. In einigen Fällen waren aber auch kaputte Tauchsieder und vergessene brennende Kerzen der Grund für das Feuer.

Häftling verursacht in Tegel 115.000 Euro Schaden

Den Brand mit dem höchsten Schaden, rund 115.000 Euro, legte ein Gefangener am 3. Februar 2018 in Tegel. Der Mann hatte sich in seiner Zelle verbarrikadiert und dort ein Feuer entfacht. Wände, Decken, Fenster, der Flur sowie alle anderen Zellen und der Rest der Station wurden verrußt. Das Löschwasser der Feuerwehr beschädigte auch die darunter liegenden Stockwerke.

Auch im Oktober 2017 legte ein Gefangener dort einen Brand in seiner Zelle. "Bei der Öffnung des Haftraums kam es zu einer Stichflamme", berichtete der Senat. Knapp 16.000 Euro kosteten die Reparaturen. Weitere Brände in der JVA Tegel 2017 und 2018 und ein Feuer im Untersuchungsgefängnis Moabit 2016 kosteten jeweils zwischen 6.000 und knapp 8.000 Euro für die Reparatur.

Justizsenator Behrendt will Gefängnisse sicherer machen

Die Berliner Gefängnisse waren bereits im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten, weil Häftlingen in Plötzensee und in Tegel spektakuläre Ausbrüche gelungen waren. In Moabit waren Häftlinge im Dezember mit einem Ausbruchversuch gescheitert. Im Dezember kündigte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) verschiedene Maßnahmen an, um die Gefängnisse in Tegel und Plötzensee sicherer zu machen. In erster Linie müsse die Perosnalnot gemildert werden, so Behrendt. Noch vor einem Jahr fehlten Berliner Haftanstalten rund 200 Mitarbeiter.

Außerdem müssten die Gefängnisse in Tegel und Plötzensee technisch aufgerüstet werden. Dazu gehörten etwa Herzschlagsensoren. "Damit kann man Personen, die sich in Pkws oder Lkws verstecken, aufspüren", wie Behrendt erklärte. In Tegel war es einem Gefangenen gelungen, an der Unterseite eines Lastwagens zu entwischen.

Außerdem dürfen die Insassen in Zukunft nur noch weniger Habseligkeiten in ihre Zellen mitnehmen. Neue Schließanlagen, höhere Zäune, Umbauten in den Gebäuden und mehr Personal sollen Berlins Gefängnisse ausbruchsicher machen.

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10 Kommentare

  1. 10.

    Hallo Max und andere Vorkommentatoren,

    das "speiend" ist dort ein Verb, die "Feuer Legenden" sind aber Personen (analog den "Rad Fahrenden" und als Verkürzung von "Feuer legende Häftlinge" z.B.). Die Sage wäre die "Feuer-Legende". Die gemäß Gender-Mainstreaming und wiederholten Rechtschreibreformen überzogene Formulierung war allerdings durchaus etwas ironisch gemeint :-). Nicht so ironisch ist die damit verbundene Frage. Ein Brand ist glücklicherweise kein Alltagereignis und könnte ja durchaus genutzt (oder provoziert) werden, um per Geiselnahme die "vorzeitige Haftentlassung" zu erzwingen. Falls man nicht ohnehin Ausgang hat, aus dem man sich verdrücken kann, natürlich.

  2. 9.

    Nee.
    Das war weder vor, noch während, noch nach der Rechtschreibreform richtig.
    https://www.korrekturen.de/wortliste/feuerspeiend.shtml
    Und in diesem Fall als Substantiv natürlich Großschreibung.

    Aber ich gebe zu, dass diese nutzlosen Reformen alles sehr verwirrend gemacht haben.
    Beim Lesen dachte ich bei Legende auch eher an eine Sage.

  3. 8.

    Welcome to Rechtschreibreform 2.0... oder 2.1... oder was auch immer... Hauptsache es wird immer quätascher. Die Schreibweise von Mario K. ist m.E. (leider!!) richtig.

  4. 7.

    Feuer Legende. Jetzt musste ich erst mal grübeln, was damit gemeint ist. Vermutlich Feuerlegende. Oder auch einfach Brandstifter. :-)

    Türen öffnen bei einem Brand? Da freut sich jedes Feuer über den unverhofft zugeführten Sauerstoff, damit es noch mehr brennt.

    Wenn evakuiert wird, heißt das ja nicht, dass Kriminelle einfach vor die Hütte geschickt werden. Das läuft schon organisiert ab.

  5. 6.

    Wie sieht es dort eigentlich mit Fluchtwegen aus? :-)
    Aber ernsthaft: wie sind denn Evakuierungen geregelt? Es ist ja bei weitem nicht nur der finanzielle Aspekt, wie im Artikel so schön nahegelegt wird. Wenn bei einem Brand die Türen geöffnet werden müssen, um Feuer Legende und deren Nachbarn nicht ihrem Schicksal zu überlassen (nicht, dass sich wieder "Person XY-Das war Mord!"-Initiativen gründen müssen), bieten sich u. U. hochgefährlichen Kriminellen reichlich Möglichkeiten, zu entkommen. Ggf. ja auch gewaltsam. Ist der Berliner Strafvollzug auf so etwas vorbereitet (oder möchte man das lieber gar nicht wissen...)?

  6. 5.

    Zellen so abdichten, dass keinerlei Brand in andere Zellen übergreifen können und gut ist es.

    Rauchen nur im Gemeinschaftsraum, Feuerzeuge einsammeln. Aber das geht mit unserer deutschen Kuscheljustiz, wo das Wohlfühlen von Knastologen wichtiger ist, natürlich nicht.

    Klar zahlen die Steuerzahler, Die sind die Idioten der Nation und die Nichtsteuerzahler lehnen sich entspannt zurück.

  7. 4.

    Ich frage mich, ob und wie die Brandstifter zur Verantwortung gezogen werden, auch für den verursachten Schaden.
    Sie bringen damit auch andere Insassen in Lebensgefahr und für den Sachschaden darf vermutlich der Steuerzahler zahlen.
    Ich vermute mal, an Feuer kommen Häftlinge ja schon deshalb, weil sie rauchen dürfen und somit auch wohl Feuerzeuge haben.
    Mich wundert es nicht, dass für diese Aufgabe kaum Personal zu finden ist.

  8. 3.

    Art. 12 Abs. 3 Grundgesetz lesen. Wer tagüber hart arbeitet, ist abends müde und kommt nicht so schnell auf blöde Ideen.

  9. 2.

    Stimmt, Dann wäre auch das Einschmuggeln von Drogen einfacher, weil die Bestellungen in der eigenen Sprache aufgegeben werden können.

    Warum haben Häftlinge überhaupt Zugang zu Feuer? Ist das ein Kuschelseminar oder eine Haftanstalt?

    Einen Ausbruch mit den Worten "an der Unterseite eines Lastwagens entwischen." zu verniedlichen, zeigt Berliner Zeitgeist.

  10. 1.

    Mehr vertrauensvolles„geschultes“ Personal mit
    unterschiedlichen Sprachkenntnissen, wäre sicher ein guter Anfang.

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