Symbolbild: Das rote Rathaus in Berlin mit einer bunten LBGTQ-Regenbogenfahe im Vordergrund. (Quelle: dpa/Messinger)
Audio: Inforadio | 19.07.2019 | Andreas Marschner | Bild: dpa/Messinger

Bis 28. Juli - Queere Community feiert Start der Berliner Pride Week

Partys, Kulturevents, politische Forderungen: Am heutigen Freitag beginnt die Pride Week in Berlin - und versammelt Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. Das Hissen der Regenbogenfahne soll in diesem Jahr erstmals einfacher sein.

Die Pride Week der schwulen und lesbischen Community wird am Freitag in Berlin eröffnet. Zum Auftakt - neben verschiedenen Partys - gibt es eine neue Ausstellung im Schwulen Museum. Unter dem Titel "Love at first Fight!" zeigt sie 50 Jahre queeren Widerstand in West- und Ost- sowie im wiedervereinigten Deutschland.

Am Wochenende steigt in Schöneberg rund um den Nollendorfplatz Europas größtes Lesbisch-Schwules Stadtfest. Das Motto in diesem Jahr: "Gleiche Rechte für Ungleiche - Weltweit!". Mit Info-Ständen stellen sich verschiedene Organisationen und Vereine vor. Auf fünf Bühnen treten Künstler, Bands und DJs mit Musik und Unterhaltung auf.

Höhepunkt der Pride Week ist dann am 27. Juli der Christopher Street Day. Rund eine Million Menschen werden zu der Parade für die Rechte von Schwulen, Lesben, Transsexuellen, Transgendern, Inter- und Bisexuellen erwartet. Am nächsten Tag, dem 28. Juli, endet die Berlin Pride Week. Das Pride Festival Berlin [pridefestival.de], zu dem die Pride Week gehört, lädt den gesamten Monat über zu Veranstaltungen ein. Insgesamt sollen es mehr als 200 sein. 

Regenbogenfahne ohne Genehmigung

Erstmals soll das Hissen der Regenbogenfahne in den Tagen vor dem Christopher Street Day an öffentlichen Gebäuden einfacher sein. Die Innenverwaltung entschied Anfang Juli, dass alle Dienststellen des Landes sowie die landeseigenen Unternehmen, Stiftungen und öffentlichen Anstalten die Fahne aufziehen dürfen ohne zuvor eine Erlaubnis einholen zu müssen. Gehisst werden darf die Flagge vom 21. bis 27. Juli. Bislang musste die Innenverwaltung jede Beflaggung genehmigen, da es sich um ein "nicht-hoheitliches Zeichen" handelt. Die Fahnen sollen Zeichen der Unterstützung sein für gleiche Rechte für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle weltweit.

Nach einem Medienbericht gab es vor Jahren tatsächlich Einschränkungen für diese Beflaggung: Im Jahr 2010 war das Hissen der Flagge an Berliner Rathäusern laut der "B.Z." auf den 19. Juni, den damaligen Tag des Christopher Street Day, beschränkt worden.

Die größte Regenbogenflagge Deutschlands prangt an dem Berlin-Story-Bunker in der Schöneberger Str. 23. a, in 10963 Berlin. (Quelle: rbb/Enno Lenze)Regenbogenflagge am Bunker am Anhalter Bahnhof

Flagge seit 1. Juli an vielen Gebäuden

In diesem Jahr hat der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) die Regenbogenfahne 
am Roten Rathaus bereits am 1. Juli gehisst. Auch an zahlreichen weiteren Orten sollten ab Anfang Juli Regenbogenfahnen aufgehängt werden - etwa an Banken, Bezirks-Rathäusern, BVG-Gebäuden, den drei großen Berliner Unis, Hotels oder Theatern. 

Auch der von den Nationalsozialisten errichtete Hochbunker am Anhalter Bahnhof gehört zu den Gebäuden, an dem noch bis zum 27. Juli eine Regenbogenflagge gehisst ist, wie die Betreiber mitteilten. In dem 1942 gebauten damaligen Luftschutzbunker hätten etwa Homosexuelle nicht hineingedurft. Heute befindet sich dort eine Dokumentation über das NS-Regime.

Sendung: Abendschau, 19.07.2019, 19:30 Uhr

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8 Kommentare

  1. 8.

    Die hier gezeigten Reaktion erleben wir immer wieder, wenn wir dieses Thema ansprechen. Traurig wie offene die Gesellschaft ist.

  2. 7.

    @ Tamara

    Da wir auch Rettungsdienst fahren müssen, habe wir als eine der angrenzenden Wache täglich das Vergnügen Männer aus diesen Clubs heraus holen zu müssen. Und der Zustand dieser Männer ist teilweise grenzwertig und im Rahmen der Pride week ist es ein besonderes Highlight im Dienst sein zu dürfen.

  3. 6.

    @Berliner Retter.

    Woher wollen sie wissen was in den clubs abgeht, außer natürlich sie sind schon mal in ein gewesen hier mal ein Tip es gibt auch normale clubs und nicht nur das Stahlrohr 2.0.
    Und die Regenbogen fahne hat nicht nur was mit Schwule zutun, sollte man wissen.

  4. 5.

    Schon blöd wenn man mal ( vielleicht aber auch gar nicht? Denn schreiben können Sie fast alles hier ) )eine schlechte Erfahrung gemacht hat und jetzt auf alle Schwule und Lesben drauflosschimpft. Oder glauben Sie allen ernstes, die gesamte LGBT Community verbringt ihre Freizeit in diversen Clubs? Dann Träumen Sie mal schön weiter.

  5. 4.

    Ich hoffe dass Ihre Schwerbehinderung Sie nicht von IHRER Demo „ Berliner Pride Parade“ für Behinderte am 21.06. abgehalten hat. Denn das täte mir aufrichtig leid. Aber selbst wenn Sie in Begleitung mit jemanden zum diesjährigen CSD kommen möchten, sind Sie jederzeit willkommen. Niemand wird Sie daran hindern. Ganz im Gegenteil.

  6. 3.

    Dieser Hype um dieses Regenbogen Event ist nicht passend. Da wird eine Gruppe hochgejubelt die sich in ihren Szene Clubs verhält das einem
    Schlecht wird.
    Einfach mal berichten was dort abgeht und wie man dort behandelt wird wenn man helfen muss.

  7. 2.

    Kommt mir aber bitte nicht in die Queere, sonst wäre mein Wochenende im A....

  8. 1.

    Könnte man als diskriminierter Schwerbehinderter richtig neidisch werden.

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