Ein Mann mit einem Hut in den Regenbogenfarben besucht am 20.07.2019 das 27. lesbisch-schwule Stadtfest im Berliner Bezirk Schöneberg (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 20.07.2019 | Tom Garus | Bild: dpa/Paul Zinken

Pride Week bis 28. Juli - Queere Community feiert Stadtfest in Schöneberg

Am Nollendorfplatz wurde am Wochenende das lesbisch-schwule Stadtfest gefeiert. Die letzten Jahre gab es rund 350.000 Besucher. In diesem Jahr stand das Fest in Berlin-Schöneberg unter dem Motto "Gemeinsam gegen Rechts".

Eine Woche vor dem Christopher Street Day wehen in Berlin-Schöneberg schon besonders viele Regenbohnenfahnen. Am Samstag endete bei guter Stimmung das lesbisch-schwule Stadtfest. "Das ist nach wie vor ein sehr großes Treffen", sagte eine Sprecherin der Veranstalter. Die Organisatoren erwarteten bis Sonntagabend rund 350.000 Besucher, abschließende Teilnehmerzahlen konnten sie noch nicht nennen; die Polizei machte keine Angaben.

Motto "Gemeinsam gegen Rechts"

Schirmherr des Fests war Berlins früherer Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD),  Juso-Chef Kevin Kühnert besuchte die Talk-Runde "Das wilde Sofa" und diskutierte über die politischen Belange der Queeren-Szene. Außerdem wurde das Projekt "All Included! Museum und Schule gemeinsam für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt" des Jugend Museums Tempelhof-Schöneberg" mit dem Rainbow Award ausgezeichnet. Der Preis ehrt diejenigen, die sich für die lesbisch-schwulen Belange in besonderer Weise kümmern.

Außerdem stellten sich verschiedene Organisationen und Vereine vor. Auf fünf Bühnen traten Künstler, Bands und DJs mit Musik und Unterhaltung auf.

In diesem Jahr stand das Fest unter dem Motto "Gemeinsam gegen Rechts". Damit wollten sich die Veranstalter gegen Nationalismus und rechtspopulistische Parteien stellen, wie die Sprecherin sagte. Abseits der Bühnen stellten viele Initiativen ihre Arbeit vor. Auch die Polizei war mit einem Stand vertreten und setzte sich gegen Schwulenfeindlichkeit ein.

Höhepunkt der Pride Week ist der CSD

Die Pride Week der schwulen und lesbischen Community wurde am Freitag in Berlin eröffnet. Zum Auftakt - neben verschiedenen Partys - gibt es eine neue Ausstellung im Schwulen Museum. Unter dem Titel "Love at first Fight!" zeigt sie 50 Jahre queeren Widerstand in West- und Ost- sowie im wiedervereinigten Deutschland.

Höhepunkt der Pride Week ist dann am 27. Juli der Christopher Street Day. Rund eine Million Menschen werden zu der Parade für die Rechte von Schwulen, Lesben, Transsexuellen, Transgendern, Inter- und Bisexuellen erwartet. Am nächsten Tag, dem 28. Juli, endet die Berlin Pride Week. Das Pride Festival Berlin [pridefestival.de], zu dem die Pride Week gehört, lädt den gesamten Monat über zu Veranstaltungen ein. Insgesamt sollen es mehr als 200 sein.

Regenbogenfahne ohne Genehmigung

Erstmals soll das Hissen der Regenbogenfahne in den Tagen vor dem Christopher Street Day an öffentlichen Gebäuden einfacher sein. Die Innenverwaltung entschied Anfang Juli, dass alle Dienststellen des Landes sowie die landeseigenen Unternehmen, Stiftungen und öffentlichen Anstalten die Fahne aufziehen dürfen ohne zuvor eine Erlaubnis einholen zu müssen. Gehisst werden darf die Flagge vom 21. bis 27. Juli. Bislang musste die Innenverwaltung jede Beflaggung genehmigen, da es sich um ein "nicht-hoheitliches Zeichen" handelt. Die Fahnen sollen Zeichen der Unterstützung sein für gleiche Rechte für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle weltweit.

Nach einem Medienbericht gab es vor Jahren tatsächlich Einschränkungen für diese Beflaggung: Im Jahr 2010 war das Hissen der Flagge an Berliner Rathäusern laut der "B.Z." auf den 19. Juni, den damaligen Tag des Christopher Street Day, beschränkt worden.

Die größte Regenbogenflagge Deutschlands prangt an dem Berlin-Story-Bunker in der Schöneberger Str. 23. a, in 10963 Berlin. (Quelle: rbb/Enno Lenze)Regenbogenflagge am Bunker am Anhalter Bahnhof

Flagge seit 1. Juli an vielen Gebäuden

In diesem Jahr hat der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) die Regenbogenfahne 
am Roten Rathaus bereits am 1. Juli gehisst. Auch an zahlreichen weiteren Orten sollten ab Anfang Juli Regenbogenfahnen aufgehängt werden - etwa an Banken, Bezirks-Rathäusern, BVG-Gebäuden, den drei großen Berliner Unis, Hotels oder Theatern. 

Auch der von den Nationalsozialisten errichtete Hochbunker am Anhalter Bahnhof gehört zu den Gebäuden, an dem noch bis zum 27. Juli eine Regenbogenflagge gehisst ist, wie die Betreiber mitteilten. In dem 1942 gebauten damaligen Luftschutzbunker hätten etwa Homosexuelle nicht hineingedurft. Heute befindet sich dort eine Dokumentation über das NS-Regime.

Sendung: Abendschau, 20.07.2019, 19:30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Linke Queere gegen Rechte Queere, Alle gegen Alle.

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