Sieben Mitglieder einer Familie stehen am Dienstag den 04.096.2019 in Berlin vor Gericht. Im Prozess geht es um einen brutalen Überfall auf einen Mann in Gesundbrunnen, bei dem einer der Angreifer versehentlich seine Schwester tödlich verletzt haben soll (Quelle: rbb/ Morling)
Bild: rbb/ Morling

Prügelattacke nach Hochzeitsfeier - Haftstrafen nach blutiger Familien-Fehde in Gesundbrunnen

Nach einem blutigen Streit zwischen zwei Familien in Berlin-Gesundbrunnen, bei dem einer der Angreifer versehentlich seine Schwester erschossen hatte, sind sechs Angeklagte verurteilt worden. Ein Vater, drei seiner Söhne und ein Schwiegersohn erhielten Strafen von bis zu drei Jahren und zehn Monaten Haft.

Eine 16-Jährige soll für ein Jahr einem Betreuungshelfer unterstellt werden und 30 Stunden Freizeitarbeit leisten. Brutal hätten sie auf einen Mann eingeschlagen und sich der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, begründete das Landgericht am Freitag. Ein 29-Jähriger wurde zudem der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen.

"Gewaltorgie" mit Hammer, Beil und Hockeyschläger

"Es war eine Gewaltorgie", sagte die Vorsitzende Richterin. Die Mitglieder einer aus Bosnien stammenden Familie hätten sich in der Nacht zum 27. Oktober 2018 nach einem Streit mit dem Geschädigten auf einer Hochzeitsfeier spontan und in einer "affektgeladenen Situation" entschlossen, dem Mann einen "massiven Denkzettel" zu verpassen.

In einem Café hätten sie auf den Geschädigten eingeprügelt - mit einem Hammer, einem Beil, einem Hockeyschläger. Von 130 Schlägen ging die Anklage aus. Der 39-Jährige erlitt Kopfverletzungen und Prellungen.

Prügelopfer erschießt versehentlich eigene Schwester

Der Tat sei eine Provokation durch den Geschädigten vorausgegangen, hieß es weiter im Urteil. Während des Geschehens habe der 29-jährige Angeklagte eine Pistole in der Hand gehalten. Ein Schuss habe sich gelöst und seine 23-jährige Schwester tödlich getroffen.

Der 29-Jährige erhielt die höchste Strafe. Sein 49-jähriger Vater und sein 31-jähriger Bruder sollen für drei Jahre in Haft. Zwei Angeklagte erhielten Bewährungsstrafen. Die geständigen Angeklagten hatten insgesamt 20.000 Euro als Täter-Opfer-Ausgleich gezahlt.

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4 Kommentare

  1. 4.

    Ich als Mensch mit Migrationshintergrund (hier geboren und aufgewachsen, Eltern seit Anfang 70er in Berlin) würde solche gewalttätigen Figuren sofort ausweisen. Sie schaden all den Menschen, die seit mehr als einem halben Jahrhundert in diesen Land friedlich leben und arbeiten, dem heutigen Wohlstand durch ihre harte Arbeit beigetragen haben und beitragen und deren Kinder und Enkel hier ihre Heimat haben. Denn die aktuell herrschende fremdenfeindliche allgemeine Gesinnung bekommen wir mehr denn je zu spüren. Wenn ich in 40 Jahren meines Lebens noch nie etwas ausser Falschparken mit der Justiz zu tun hatte und nun in einem Jahr mehrfach ohne einen Grund von der Polizei angehalten und kontrolliert werde, fühle ich mich diskriminiert. Wenn ganz einfache Menschen an der Kasse im Supermarkt hinter mir reden und Mutmaßungen darüber anstellen, woher ich wohl nach D geflüchtet sei und... (den rassisctischen Rest schreibe ich nicht dazu), dann schmerzt das extrem. Ich bin Arzt, arbeite mind. 10 Stunden am Tag, hab so einige Leben gerettet, dieser Gesellschaft versucht nur nützlich sein...deshalb ohne Kompromisse gewalttätige Flüchtlinge ausweisen! Wer Schutz sucht und bekommt, hat dankbar zu sein!! Aber irse Gesellschaft muss auch lernen, nicht alle über einen Kamm zu kehren. Wenn Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken-unter den Augen Europas- ist das ein erbärmliches Zeugnis für Europa. Das sind die Menschen aus den Ländern, auf deren Rücken Europa seinen Wohlstand aufgebaut hat. Kolonialismus, Versklavung, Raub der Bodenschätze etc. Das hat diese Länder in die Armut getrieben und jetzt wollen die Enkel derer, die Europa ausgebeutet hat, ihren Anteil!!!

  2. 3.

    Haft? Keinen Stuhlkreis? Jetzt enttäuscht mich aber die deutsche Justiz!

  3. 2.

    Förderung des Familienbandentum durch lasche Urteile. 1. Täter brauchen nur 2/3 absitzen. Deutsche Justiz als Förderer von Kriminalität. Es wird Zeit, dass Richter nicht auf Lebenszeit ernannt werden, sondern demokratisch gewählt werden.

  4. 1.

    Nur drei Jahre Haft? Und ein paar weitere Hansel Bewährung und die 16 Jährige unter Betreuungsaufsicht?
    Das ist lächerlich - ich verstehe unsere Justiz nicht mehr.
    Wer so handelt kann auch gerne seinen Wohnort dort wählen, wo er/sie meint, im Recht zu sein. Dieses ganze Familien-/Ehrengeschisse ist dumm, hinterwäldlerisch und total bescheuert.
    Brauchts hier doch nun wirklich nicht......

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